Quelle: eKapija | Donnerstag, 03.05.2018.| 00:40

Mehr als 3.000 t Heilkräuter werden jedes Jahr aus Serbien ausgeführt - Grüne Minze, Kamille, echter Eibisch als profitables Geschäft

(Fotoangelakatharina/shutterstock.com)
Grüne Minze, Kamille, echter Eibisch, Ringelblume ... sind nicht nur Heilkräuter, sondern können auch ein sehr profitables Geschäft sein. Das haben einheimische Hersteller erkannt, was die Angaben der Wirtschaftskammer Serbien beweisen. Jährlich werden mehr als 3.000 t Heilkräuter aus Serbien in die EU, die Türkei, nach Russland, BiH, Montenegro, Mazedonien ausgeführt. Chinesische Investoren sind auch nicht immun gegen das Potenzial von serbischen Heilkräutern geblieben. Unlängst wurde angekündigt, dass die Anleger aus Fernost in den Anbau und die Verarbeitung von Heilkräutern in unserem Land investieren könnten.

In der Wirtschaftskammer Serbien erfahren wir, dass die Produktion von Heilkräutern viel größteren, schnelleren und leichteren Profit im Vergleich zu anderen Pflanzen garantiert. Hersteller bestätigen diese Behauptung, erwarten aber zugleich die größere Unterstützung des Staates.

- Das Einkommen aus dem Anbau von Heil- und Gewürzkräutern ist im Vergleich zu Standardkulturen deutlich höher, und alle vorhandenen landwirtschaftlichen Techniken, Maschinen und Infrastruktur können verwendet werden - unterstericht Slavica Stevanovic, höhere Beraterin im Verband für Pflanzenproduktion der Wirtschaftskammer Serbien.

Die Berechnung ist klar, behauptet sie - der Gewinn für den Anbau von Kamille pro Hektar beträgt etwa 900 EUR, von Anis etwa 1.250 EUR, 1.100 EUR von Basilikum, etwa 1.250 EUR von echtem Eibisch. Die grüne Mince kann im ersten Jahr etwa 600 EUR pro Hektar erbrigen, und im zweiten und drittenjahr bis zu 1.000 Euro, fügt sie hinzu.

Nach Einschätzungen der PKS gibt es in unserem Land zwischen 30 und 40 kleinere oder größere Firmen, die Heilkräutern ankaufen oder sie selbst auf Plantagen anbauen. Die Anzahl der Sammler, die von dieser Aktivität leben, liegt zwischen 4.000 und 5.000. Nach Angaben des Statistischen Amtes der Republik und nach der letzten Landwirtschaftszählung betrug die Fläche unter Heil- und Gewürzpflanzen etwa 2.134 Hektar.

Laut Angaben von Stevanetić liegt die Fläche der Heil-, Aroma- und Kräuterpflanzen bei etwa 5.000 Hektar.

- Aus diesen Daten kann geschlossen werden, dass Heilkräuter auf etwa 1% der Ackerfläche in Serbien angebaut werden und die maximale Fläche für den Anbau von Heilkräutern bei etwa 15.000 ha liegt, um keinen Rohstoffüberschuss zu haben.

Die größten Heilkräuterplantagen in Serbien befinden sich im Süden des Banats, in der Nähe des Dorfes Bavanište. Mehr als 500 Hektar sind hier gepflanzt, grüne Minze, Kamille, Zitronenmelisse, Basilikum und Petersilie. Die Anbauer von Heilkräutern aus diesem Dorf erzeugen viel und mit Qualität, so dass sie mit der sicheren Platzierung von allem, was sie säen, rechnen können.

Vlasta Zivkov aus der Vereinigung Bilje Bavanište erklärt für unser Portal, dass eine Hälfte des Dorfes in diesem Geschäft tätig ist. Er begann, sagt er, Ende der siebziger Jahre, mit einem halben Hektar mit Kamille.

- Von Jahr zu Jahr wurde diese Fläche größer und wir erreichten 10 Hektar - erzählt uns Zivkov.

- Die manuele Ernte dauerte von 30 Tagen bis 2 Monaten, weil sich die manuel gepflückte Kamille ständig erneuert.

Er weist darauf hin, dass heute das größte Problem darin besteht, Arbeiter für die Ernte auf Plantagen zu finden, und dass es keine größeren Beihilfen und Subventionen des Staates gibt.

- Ich habe all die Jahre schön für Heilpflanzen gelebt und werde es auch weiterhin pflanzen, egal was es ist - ergänzt unser Gesprächspartner.

Während man Heilkräuter in der Vojvodina auf Plantagen pflanzt, werden sie in Ostserbien auf Wiesen und Wäldern gesammelt.

In der Umgebung von Sokobanja ist dies eine alte Tradition. Seit 20 Jahren ist hier die Teefabrik Adonis im Betrieb.

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Nebojsa Stanojevic, Inhaber des Unternehmens, und Präsident des Verbandes für Heilkräuter "Jovan Tucakov" sagt, dass seine Firma jährlich 150 Tonnen Heilkräuter verkauft, von denen sogar 100 in der Natur selbst geerntet werden. Auf etwa 10 Hektar werden Heilkräuter angebaut, und es gibt etwa ein Dutzend Lieferanten.

"Wir exportieren 20% der Produktion, nach Amerika, Kroatien und Bosnien-Herzegowina", sagt Stanojevic und betont wie unser früherer Gesprächspartner, dass das Land keine Unterstützung für Produzenten hat, während sie im Nachbarland Kroatien 100 Euro für den Anbau einiger Heilkräuter erhalten.

Wir erfahren aber in der Wirtschaftskammer, dass registrierte Heilkräuter im Jahre 2017 Anspruch auf 2000 Dinar pro Hektar Ackerland hätten.

In Bezug auf die Erstinvestition betont die Wirtschaftskammer Serbien, dass für Kamille pro Hektar 600 EUR, für Anis 700 EUR, für Basilikum 850 EUR und für den Anbau von echtem Eibisch ca. 2.000 EUR investiert werden müssen.

- Die Bedingungen in Serbien eignen sich am besten für den Anbau von gruner Minze, Kamille, Zitronenmelisse, echtem Eibisch, und am profitabelsten sind Salbei, Baldrian, Thymian, Basilikum - sagt Stevanetic und sagt, dass am wichtigsten für alle Anhänger die Auswahl der entsprechenden Parzelle ist.

Exporte im Wert von 16 Mio. USD

Jährlich werden, nach Angaben der Wirtschaftskammer Serbien, mehr als 3000 Heil- und Gewürzkräutern aus Serbien im Wert über 16 Mio. USD ausgeführt.

Der größte Teil der Exporte entfällt auf die EU (66%), ferner auf CEFTA-Länder (29%). Auf andere Ländern entfallen 5%.

Sanja Šojić

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