Quelle: eKapija | Donnerstag, 21.12.2017.| 14:12
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Durch Serbien auf zwei Rädern - Kann unser Land zu einem wünschenswerten Reiseziel für Fahrradtouristen werden?

Abbildung (FotoPhotoAS/shutterstock.com)
Haben Sie gewußt, dass zwei Routen des europäischen Radrouten-Netzes EuroVelo durch Serbien führen? Die erste ist EuroVelo 6, die sogenannte Fluss-Route, die 4.400 km lang ist und den Atlantik (Nantes) mit dem Schwarzen Meer bzw. Hafen Constanta in Rumänien verbindet. Die zweite Route - Eiserner-Vorhand-Route, führt von Kirkenes (Norwegen) bis zum Schwarzen Meer und ist 10.400 km lang.

Obwohl diese zwei Routen dem europäischen Radrouten-Netz gehören, werden sie von Serbien nicht ausreichend genutzt, vor allem wegen der unentsprechenden Infrastruktur und der schlechten Ausrüstung entlang der Radwege. Wir haben noch viel zu tun, um als gute Gastgeber für den aktiven Urlaub erkannt zu werden.

15.000 Radfahrer befahren jedes Jahres die erwähnten Strecken in Serbien, aber diese Anzahl könnte wesentlich höher sein. Investitionen in die Basisinfrastruktur für Radfahrer müssen nicht groß sein, weil Radfahrer neben zwei Rädern am häufigsten nor noch einen markierten Radweg und das einfache mobiliar benötigen. Eines der größten Problem ist die Tatsache, dass neben der Markierung von bestehenden Radwegen keine neuen gebaut werden, obwohl sie notwendig sind. In Serbien fehlt es auch an Infrastrukturlösungen, die Radfahrer mehr Sicherheit beim Betreten und Verlassen von Städten bieten könnten.


Autobahn ist kein Radweg


Obwohl zwei Routen des europäischen Radrouten-Netzes EuroVelo durch Serbien führen, existieren sie nach Worten von Vladimir Curcic aus dem Verband Bajsologija nicht wirklich in der Praxis. Sie sind nicht vollständig gekennzeichnet und es gibt keine Infrastruktur. Hier ist ein Beispiel: ein Teil der Radroute EuroVelo 6, von Subotica bis Novi Sad führt entlang der Autobahn!

- Das sind keine Radwege, es gibt weder Infrastruktur, noch Unterkunftskapazitäten entlang der Strecke, notwendige Beschilderung und Signalanlagen... Es passiert häufig, dass Ausländer in unser Land über diese Routen ankommen, und wenn sie begreifen, wo sie sind, ist es oft zu spät, um zurückzukehren - sagt Curcic gegenüber dem Portal eKapija und fügt hinzu, dass Serbien von seiner Position innerhalb des europäischen Radrouten-Netzes bisher nicht profitiert hat.

EuroVelo 6 führt durch Serbien, von der Ortschaft Backi Breg, durch Novi Sad, über das Gebirge Fruska Gora, Belgrad, Smederevo, dann durch den National Park und das Eiserne Tor bis zur serbisch-rumänischen Grenze.

Die Route EuroVelo 13 ist etwa länger und führt entlang der Staatsgrenze zu Ungarn, Rumänien und Bulgarien.

Die Tourismusstrategie der Republik Serbien 2016-2025 sieht Aktivitäten von besonderer Bedeutung für die Entwicklung von Tourismus, die aus dem Budget zu unterstützen sind oder als Grundlage für die Bewerbung um EU-Fördermittel dienen können. Zu diesen Aktivitäten gehören die Verbesserung und Weiterentwicklung der touristischen Infrastruktur und Suprastruktur (Bau und Ausstattung von Radwegen und anderen kulturellen thematischen Routen, touristische Beschilderung, Besucherzentren, Bau von Campingplätzen, Einrichtung von Stränden usw.).

Abbildung (FotoRocksweeper/shutterstock.com )
In Zusammenarbeit mit dem Donau-Kompetenzzentrum (DCC) und der deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) wurde die touristische Beschilderung entlang der Route EuroVelo 6 noch vor fünf Jahren sichergestellt, und im Lauf 2016 wurde das Gleiche entlang der Route EuroVelo 13 getan, sagt man im Ministerium für Handel, Tourismus und Telekommunikation.

- Ein wichtiger Schritt weiter in der Entwicklung von Radrouten ist die Einführung der ersten Busline, die den Transport von Fahrrädern ermöglicht. In Zusammenarbeit mit dem Omnibusunternehmen Ariva Litas mit Sitz in Pozarevac ermöglichte das Donau-Kompetenzzentrum die Installation eines Fahrradträgers, der fünf Fahrräder befrödern kann.
Der Bus verkehrt regelmässig zwischen Belgrad und Kladovo und erleichtert den Transfer von Radfahrer zu den wichtigsten Destinationen an der Donau: Pozarevac, Veliko Gradiste, Golubac, Donji Milanovac und Kladovo - erfahren wir im Ressortministerium.

Fahrradzähler bei Lepenski Vir


Um Serbien zu einer wünschenswerten Destination für den Aktivurlaub zu entwickeln, sind weitere Investitionen in die begleitende Infrastruktur wie Raststätten und Campingplätze für Radfahrer benötigt, wie auch in die infrastrukturelle Lösungen, die einen sicheren Ein- und Ausreise von Radfahrern aus Städten ermöglichen würden.

Ungefähr 15.000 Touristen befahren die erwähnten zwei Radrouten durch Serbien, zeigen die Angaben des Donau-Kompetenzzentrums, erfahren wir im Ministerium für Handel, Tourismus und Telekommunikation.

Präzisere Angaben über die Anzahl der Radtouristen auf der populärsten Radroute europaweit EuroVelo 6 sollten in der nächsten Saison vorhanden sein, nachdem in diesem Jahr ein Fahrradzähler bei Lepenski Vir installiert wurde.

Es gibt keine offiziellen Zahlen, wenn es um die Profitabilität dieser Form des Tourismus in Serbien geht. Eine vom Tourismusverband Serbiens (TOS) 2016 durchgeführte Analyse erwies, dass 11,9% Befragten den Aktivurlaub - und der Fahrradtourismus gehört dazu - als Grund für den Besuch eines bestimmten Reiseziels genannt haben. In Österreich werden zum Beispiel 13 Mio. Übernachtungen jährlich von Fahrradtouristen gebucht. Das Land erwirtschaftet fast 71,8 Mio. EUR vom Fahrradtourismus.


Save-Route

Neben den erwähnten zwei europäischen Routen gibt es auch andere Potenziale für die Entwicklung des Fahrradtourismus in Serbien, vor allem dank der unberührten Natur.


- Einige von Destinationen, die derzeit intensiv entwickelt werden sind die Gegend um Dragacevo mti dem Jelica-Gebirge, die über mehrere Radwege mit der Schlucht Ovcar-Kablar und dortigen Radrouten verbunden ist. Wir dürfen auch nicht die Schlucht von Jerma wie auch Vlasina vergessen, wo es markierte Rad- und Wanderwege gibt. In der Umgebung von Negotin gibt es auch mehrere Radwege - erfahren wir von Ivan Vukovic aus der Abteilung für Sport und Aktivurlaub des Tourismusverbandes Serbiens.

In Serbien wird derzeit am meisten in die Markierung der bestehenden Routen investiert.

Eines der aktuellen Projekte im Bereich des Fahrradtourismus ist "Bicycle tourism toward rural and regional development Srem" als Teil eines Förderprogramms zur regionalen Entwicklung und Entwicklung von ländlichen Gegenden in Serbien, das von der Schweizer Agentur für Zusammeanrbeit finanziert wird. Es handelt sich um Projekt im Wert von rund 37 Mio. Dinar, und 15% davon werden vom Partner mitfinanziert, erfahren wir im Ministerium.

Andere Partner im Projekt sind das Ministerium für Handel, Tourismus und Telekommunikation, ferner Provinzsekretariat für Wirtschaft und Tourismus, Stadt Sremska Mitrovica, Gemeinde Pecinci, Tourismusverband der Gemeinde Pecinci, Gemeinde Irig, Gemeinde Indjija, Nationalpark Fruska gora, Fahrradklub MTB Druzina, Verband Zasavica aus Sremska Mitrovica und landwirtschaftlicher Betrieb Cikic.

- Das Projekt, das bis Ende August 2018 umzusetzen ist, sieht den Bau der Fahrradinfrastruktur sowie die entsprechende Beschilderung entlang der Save-Route vor - so Ivan Vukovic.

Die Verbesserung der Infrastruktur muss nicht viel Geld kosten, erfahren wir im Tourismusverband. Es reicht am häufigste auch, die bestehende Radwege mit entsprechenden Schildern und Mobiliar zu versehen.

- Sportvereine, die auf solche Aktivitäten orientiert sind, verbessern die Infrastruktur entlang der bestehenden Radwege durch Projekte und Partnerschaften mit den örtlichen Tourismusverbänden - erfahren wir in TOS.

Diese Investitionen seien, laut Worten von Vladimir Curcic aus dem Verband Bajslologija, nicht genug. Er hofft, dass man in der nächsten Zeit noch mehr für die Verbesserung der Bedingungen für Radfahrer tun werde. Liebhaber des Radfahrens würden dadurch noch mehr Spaß auf unseren Radwegen haben

Katarina Stevanović

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