Quelle: eKapija | Montag, 25.09.2017.| 02:24
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Abenteuer lohnt sich (nicht) - Haben Vergnügungsparks eine Zukunft in Serbien?

Kopaonik hat unlängst einen Abenteuerpark bekommen
In der ersten Saison des Dinoparks in Novi Sad wurden dreimal weniger Besucher als erwartet registriert. Millionenschwere Kosten muss jetzt der städtische Gärtnereibetrieb tragen, gab unlängst das Forschungs- und Analysezentrum der Vojvodina VOICE bekannt.

Der Dinopark in Novi Sad wurde im Frühling 2016 eröffnet. Die Geschäftsleitung des städtischen Gärtnereibetriebs hat die Besucherzahlen sehr optimistisch auf 200.000 geschätzt. In der ersten Saison wurden aber rund 65.000 Eintrittskarten verkauft. Statt 25-30 Mio. Dinar, wie erwartet, hat man einen Umsatz von "nur" 17,87 Mio. Dinar gemacht, teilte VOICE mit.

Mit Dinosaurier-Freilichtmuseen bzw. Dino- und Abenteuerparks versucht man Touristen anzulocken, und es gibt immer mehr ähnliche Vergnügungsparks dieser Art in Serbien.

Mehrere Dutzend Millionen Dinar werden darin investiert, und der größte Teil der Investoren erwartet, dass sich Investitionen in einigen Jahren nach der Eröffnung lohnen. Ihre Erwartungen hängen von Grundstückpreisen, Kosten für den Bau, für die Ausstattung u.a. ab.
Während Investoren von der Profitabilität solcher Unternehmungen überzeugt sind, sind Experten viel vorsichtiger.

- Der größte Teil solcher Projekte sind kaum profitabel. Unsere Gruppe hat als aktiver Berater und Gutachter den Wert von mehreren Vergnügungsparks wie z.B. Wild Wadi Dubai, Six flags US usw. geschätzt. Es handelt sich um sehr seriöse und umsatzstarke Branche, die aber von Misserfolgen nicht verschont ist - erfahren wir von Srdjan Vujicic, Direktor des Immobiliensektors bei Coreside.

Kopaonik erwartet Ergebnisse in 5 Jahren


Das touristische Angebot im Kopaonik-Gebirge wurde unlängst mit solchem Park vervollständigt. Das öffentliche Unternehmen "Skijalista Srbije" hat einen Abenteuerpark mit einer Fläche von ungefähr 2.000 m2 in diesem Gebirge gebaut. Das Projekt im Wert von 9,8 Mio. Dinar wurde vom Ministerium für Handel, Tourismus und Telekommunikation finanziert, erfährt das Portal eKapija in diesem Unternehmen. Die Investition im Kopaonik-Gebirge sollte sich innerhalb von fünf Jahren lohnen.

Und wie teuer die Wartung dieser Anlage ist, konnte man uns im Unternehmen Skijalista Srbije nicht präzisieren, in Hinsicht darauf, dass der Park im Kopaonik-Gebirge erst unlängst in Betrieb genommen wurde, sodass die Garantiezeit noch immer nicht abgelaufen ist. "Es gibt auch keine Schätzungen der erwarteten Anzahl von Touristen bis zum Ende dieser Saison", sagte man uns.

Das Unternehmen Skijalista Srbije hat einen Abenteurpark im Vorjahr auch auf dem Gipfel Tornik im Zlatibor-Gebirge eröffnet, und baut derzeit noch einen ähnlichen für Kinder im Gebirge Stara planina.

Diesem öffentlichen Unternehmen wurden im Rahmen eines Wettbewerbs für die Förderung des Tourismus Fördermittel für den Bau der beiden Abenteuerparks - auf dem Kopaonik (10 Mio. Dinar) und im Zlatibor-Gebirge (12,48 Mio. Dinar), erfahren wir im Ressortministerium.Neben dem öffentlichen Unternehmen Skijalista Srbije wurden im Laufe 2016 Fördermittel für ähnliche Anlagen auch dem öffentlichen Unternehmen Stara planina (10 Mio. Dinar) und dem Tourismusverband von Kragujevac (7 Mio. Dinar) gewährt.


Lebensechte Dinosaurier-Rekonstruktionen locken zahlreiche Touristen an

Im Zlatibor-Gebirge wurde neben dem erwähnten Abenteuerpark unlängst auch ein Dinopark eröffnet. Seit seiner Eröffnung vor etwas mehr als zwei Monaten gab es mehr als 60.000 Gäste, erfahren wir von Milica Zec aus dem Dinopark.


Mehr als 60.000 Gäste im Dinopark im Zlatibor-Gebirke innerhalb von zwei Monaten
- Im Gespräch mit unseren Besuchern und Vertretern von Hotelunternehmen, mit denen wir zusammenarbeiten, haben wir erfahren, dass zahlreiche Gäste Zlatibor nur wegen unseren Dinopark besucht haben. Wir glauben deshalb, das touristische Angebot mit etwas Neuem bereichert zu haben. So etwas hat im Zlatibor-Gebirge gefehlt - sagte Zec gegenüber eKapija.

Sie konnten uns aber nicht sagen, was diese Investition gekostet hat, wie auch wie teuer die Wartung eines Parks wie dieser ist, weil "das Geschäftsjahr noch immer nicht fertig ist".


Riskant oder gerechtfertigt?

Trotz der zunehmenden Popularität solcher Vergnügungsparks in Serbien, entscheiden sich Investoren wegen der Unsicherheit und der Geschäftsrisiken für gewisse Geschäfte wie z.B. der Bau von Wohn- und Geschäftsgebäuden, wie auch für Investitionen in Gesundheits- und Bildungswesen, Automobilindustrie usw, behauptet Srdjan Vujicic.

Im Tourismusverband Serbiens (TOS) glaubt man jedoch, dass es um sinnvolle Investitionen geht.

Abenteuer- und Dinoparks vervollständigen das touristische Angebot und ermöglichen die Verlängerung der touristischen Saison, glaubt man im Tourismusverband Serbiens. Sie sollten an verschiedene Kategorien angepasst werden: Familien mit Kindern, älteren Gästen, allen, die neue Reiseziele und Kulturen erforschen wollen, oder an Gesundheit, Abenteuer, Unterhaltung interessiert sind.

- In Hinsicht auf die von Jahr zu Jahr steigenden Touristenzahlen, sowohl bei einheimischen als auch bei ausländischen Touristen, hat die Regierung Serbiens den Tourismus als eine Priorität erkannt. Kommunen und Tourismusverbände bemühen sich konstant um die Verbesserung und Bereicherung des touristischen Angebots und der touristischen Infrastruktur. Unter anderem auch durch Investitionen in neue Inhalte, um auf Wünsche und Forderungen moderner Touristen einzugehen. Moderne Touristen wollen nicht nur "besuchen" und "sich entspannen", sondern vielmehr etwas "erleben" - sagte man gegenüber unserem Portal in TOS.

Präzisere Anaben über weitere Parks dieser Art in anderen Ortschaften konnten wir weder von TOS, noch vom Ministerium für Handel, Tourismus und Telekommunikation bekommen. Man hat uns im Ressortministerium nur erklärt, dass diese Inhalte bisher nicht deutlich klassifiziert worden seien, sowie dass es keine präzisen Angaben über ihre Anzahl in Serbien gebe.

Ähnliche Projekte wurden unlängst auch in Kragujevac und Ljubicevo realisiert. Bis Ende 2017 sollten sie auch in Pirot und unweit von Resavska Höhle. Neben Zlatibor und Novi Sad hat man einen Dinopark auch in Svilajnac, sowie in Belgrad (Kalemegdan) eröffnen. Einen Abenteuerpark gibt es auch im Zlatar-Gebirge.


Katarina Stevanović

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