Quelle: eKapija | Donnerstag, 22.12.2016.| 09:17
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Medikamente, Rente oder vergessenen Pass mit dem Rad holen - Wie vier Freunde Kurierdienst Eko-kurir in Novi Sad gründeten

Wenn man in der Wohnung eingesperrt ist, oder den Pass zu Hause vergessen hat, und der Bus in einer halben Stunde abfährt, oder wenn man Windeln vergessen hat, und das Baby zu weinen beginnt, dann kommen Öko-Kuriere zur Hilfe.

Schon drei Jahre ist in Novi Sad der einzige lizenzierte umweltfreundliche Kurierdienst in Serbien tätig. Auf die Idee, Kuriertransporte per Fahrrad zu bieten, ist Milan Lisica während des Studium in Groningen gekommen, wo er sich mit der hoch entwickelten Fahrradkultur in den Niederlanden sowie mit dem Fahrrad-Kurierdienst bekannt gemacht hat. Nach der Rückkehr in Serbien gründete Lisica mit weiteren drei Freunden Dejan Vlaski, Goran Djeric und Vladimir Horvat den Kurierdienst "Eko kurir" in Novi Sad.

- Wir wollten am Anfang als eine Gruppe von Freunden möglichst viel zu unserer Stadt und der Gemeinschaft, in der wir leben und arbeiten, beitragen. Wir wollten, dass unsere Idee so viel wie möglich akzeptiert wird. Wir sind von Tür zu Tür, von Lokal zu Lokal gegangen, um Mitbürger mit dem neuen Konzept des Kurierdienstes bekannt zu machen. Ich glaube, dass unsere Begeisterung, positive Energie und freundliche Unterstützung entscheidend waren. Dank unserer Hingabe an die Arbeit mussten wir nicht lange auf einen positiven Widerhall warten - erzählt Dejan Vlaski, Vorsitzender des Klubs "Eko kurir" am Anfang des Gesprächs mit eKapija.

Vlaski ist Diplom-Journalist von Beruf, genauso wie seine Partner Lisica und Djeric, während Horvat einen Diplomabschluss in Psychologie hat.

Dieses Business-Abenteuer wurde von vier Freunden gestartet, aber die Zahl der Mitglieder des Vereins "Eko kurir" ist schnell gestiegen. Derzeit gibt es 30, davon fünfzehn aktive Kuriere. "Eko kurir" ist Bewohnern von Novi Sad schon bekannt und der Kundenkreis wächst jeden Tag.

Öko-Kuriere sind in drei Zonen von Novi Sad tätig. Wenn man sich in den ersten zwei befindet, muss er maximal eine Stunde, und am häufigsten viel kürzer, auf die Sendung warten. Die Sendunden werden in die dritte Zone spätestens nach eineinhalb Stunde geliefert. Die Preise reichen von 130 Dinar und mehr, abhängig von der Forderung. Ihre Geschäftsphilosophie, Geschwindigkeit, Preise und Dienstleistungsqualität ermöglichen ihnen die Zusammenarbeit mit zahlreichen Kunden aus verschiednene Branchen. Optiker, Zahnarztpraxen, Buchhaltungsagenturen, Anwaltskanzleien, Druckereien, Kopierläden, Fast-Food-Restaurants sind nur einige von ihren Kunden. Sie arbeiten aber auch mit Bürgern zusammen. Es handelt sich um verschiedene alltägliche Dinge, für welche man oft keine Zeit hat. Z.B. die Rechnungen auf der Post zahlen, die Rente abheben, Einkauf, Medikamente abholen u.a.

Arbeitstag eines Radkuriers

Jeder Öko-Radkurier legt täglich durchschnittlich 50 km zurück, mit verschiedenen Sendungen, die er während einer 4-Stunden-Schicht befördert. Sie alle seien passionierte Radfahrer, behauptet Vlaski, weshalb sie das Fahrradfahren in der Stadt genießen, wie auch tägliche Überraschungen, die ein Kurierjob bringt.

- Wir arbeiten bei allen Wetterbedingungen, wenn es regnet, und wenn es schneit. Das ist nicht überrschend, weil sich das Fahrrad als Transportmittel für das ganze Jahr, und nicht nur für eine bestimmte Jahreszeit eignet. Das Wichtigste ist, angemessen angezogen zu sein. bei größeren Gewittern, beim ständigen Regen oder Schneestürmen, verringern wir natürlich die Intensität der Arbeit. Es ist auch sehr wichtig, dass unsere Kunden Verständnis dafür haben, und uns beim schlechten Wetter ein wenig schonen. Unabhängig davon, ist es jedoch am besten, wenn die Sonne scheint - so Vlaski.

Infrage kommen Sendungen bis max. 10 Kilo, sie dürfen auch nicht zu sperrig und groß sein. Zu große und schwere Sendungen können nicht in Rucksäcke, in Satteltaschen und Gepäckträger eingepackt werden und können deshalb nicht akzeptiert werden.

Die Umsätze von "Eko kurir" ermöglichen dem Verein derzeit, die tägliche Kosten, Marketingaktivitäten, die regelmässige Wartung von Fahrrädern und die Umsetzung von sozial verantwortlichen Projekten zu finanzieren. Kuriere werden natürlich entlohnt für ihre Arbeit entlohnt. In Hinsicht auf besondere Arbeitszeiten handelt es sich um einen idealen Nebenjob für Studneten. Öko-Kuriere hoffen darauf, daraus eine Haupteinnahmequelle .zu machen Vlaški.

Menschlichkeit und Ökologie, nicht nur Radfahren

Neben dem Transport setzen sie auch verschiedene sportliche, humanitäre und ökologische Projekte um. Sie haben bisher mehr als 30 Aktionen in den erwähnten Bereichen realisiert - sie nahmen an der Reinigung von Stränden in Novi Sad, sie haben Schulbedarf und Schulartikel für Kinder in "Svatiste" (Tagesstätte für Straßenkinder) gesammelt, sie haben Blut gespendet ... Im Sommer haben sie mit Hilfe von Erker inzenjering die Aktion "Gari za Strand mari" (Rauche, aber beachte dabei den Strand) realisiert. Die erwähnte Aktion ermöglichte Besuchern des Stadtstrandes, kostenfreie Aschenbecher an mehreren Öko-Ständen entlang der Donau zu bekommen, und sie später recyceln zu lassen.

- Alle diese Aktionen sind uns sehr wichtig. Sie sind Hauptgrund dafür, warum Eko Kurir existiert. Wir wollen als Vorbild dienen, wir möchten das Umweltbewusstsein unserer Mitbürger erhöhen, sie ausbilden und unsere Umwelt gesünder machen - unterstreicht Vlaski.

Mit Hilfe von Venera bike mit Sitz in Subotica schenkte Eko kurir einem Mädchen in Telep ein Fahrrad, und sie sammeln erneut Schulbedarf für Grundschüler in Novi Sad. Sie wollen ein Denkmal zu Ehren des Radfahrens errichten und haben sich bereits an Behörden gewandt.

Unser Gast schließt nicht die Möglichkeit aus, dass Öko-Kuriere in anderen Städten in der Vojvodina erscheinen, vor allem dank einer entwickelten Infrastruktur für Fahrradfahrer sowie einer entwickelten Fahrradkultur. Die Gruppe aus Eko kurir ist derzeit auf die Entwicklung und Erweiterung des Geschäfts in Novi Sad fokusiert, wo es, laut ihren Worten, noch viel Raum für Verbesserungen gebe.

- Je länger wir radeln, umso mehr neue Ziele und Motive entdecken wir, die uns herausfordern, und zugleich befriedigen - sagt unser Gast.

Sanja Šojić

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