Quelle: eKapija | Donnerstag, 29.05.2014.| 17:17
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Sie wollen neue Wohnungen bauen, und bestehende sind noch nicht verkauft - Baubegin für "günstige Wohnungen" Anfang 2015

Noch 590 freie Wohnungen in der Siedlung "Stepi" (Fotogds.rs)

Der Staat hat noch nicht alle seine Wohnungen in Belgrad und Novi Sad verkauft, kündgigt aber bereits den Bau von neuen. Käufer werden mit verschiedenen Erleichterungen angelockt.

Die Baubehörde Serbiens bietet Wohnungskredite in der Hoffnung, möglichst viel freie Wohnungen zu verkaufen.

Es bleibt zu sehen, wie man diese Wohnungen zum Preis von 1.290 EUR/m2 verkaufen wird, in Hinsicht darauf, dass der Staat den Bau von neuen Wohnungen zum Preis von 380 EUR/m2 ankündigt.

Der Staat will in diesem Falle nicht die Rolle des Investors übernehmen, sondern nur das arabische Bauunternehmen "Arabtec" unterstützen. Für die Realisierung dieses Projekts sollte ein besonderes Team im Kabinett des serbischen Premiers Aleksandar Vučić gebildet werden.

Die Ankündigung des Premiers, dass der Staat den Bau von sogar 100.000 Wohnungen zum Preis von 380 EUR/m2 unterstützen will, könnte schon im nächsten Jahr verwirklicht werden.

Verhandlungen mit "Arabtec" könnten, laut der Belgrader Tageszeitung "Blic", in diesem Herbst vollendet werden. Der Bau könnte in diesem Falle schon Anfang 2015 beginnen und die ersten Bewohner könnten am Ende des gleichen Jahres in ihre Wohnungen einziehen.

Günstige Wohnungen sollten zunächst in Belgrad, Novi Sad und Niš gebaut werden.

Zunächst sollte aber eine Verordnung über Bedingungen für den Bau von günstigen Wohnungen beschlossen werden. Man muss auch auf das Inkrafttreten der Änderungen und Ergänzungen des Planungs- und Baugesetzes warten, die Standortgenehmigungen und Verwaltugnsverfahrn abschaffen sollten.

Wer wird diese Wohnungen kaufen?

Nedeljko Malinović, Inhaber der Immobilienagentur "Legat", glaubt, dass der angekündigte Wohnungsbau die aktuelle Situatin am Markt nicht besonders beeinflussen wird, vor allem weil man preiswertere Wohnungen am Stadtrand bauen wird. In Gemeinden wie Mladenovac, Sopot und Obrenovac, wo Wohnungspreise momentan bei ca. 400 EUR/m2 liegen.

Wohnungspreise in Belgrad

- Der Staat sollte zunächst entsprechende Standorte sichern und die ganze Infrastruktur vorbereiten und die Kosten dafür bei der Preisgestaltung mitrechnen - sagte unser Gast.

Andererseits ist es viel wichtiger, ob uns der Umfang der Nachfrage nach solchen Wohnungen ekannt ist?

- Der Staat hat auf das gleiche Problem in der Belgrader Siedlung "Stepa Stepanović" gestoßen. Dort gibt es noch viele unverkaufte Wohnungen, vor allem weil man, meiner Meinung nach, solche Analyse nicht durchgeführt hat - Wer eine Immobilien auf diesem Standort und zu diesem Preis kaufen würde?

Der Bau von günstigen Wohnungen ist trotzdem eine gute Investition, glaubt Malinović, sogar wenn diese Wohneinheiten leer bzw. unverkauft bleiben.

- Man würde dadurch die ganze Bauindustrie und viele andere Gewerbe wieder beleben, die durch Verkauf von Baumaterialien und Dienstleistungen viel Geld durch MwSt und andere Steuern in den Staatshaushalt zurückzahlen würden.

Standort ist entscheidend

Interesse der Käufer hängt vor allem vom Standort ab, glaubt Ervin Pašanović, Geschäftsführer von "Adventis Real Estate Management".

Es ist noch immer unbekannt, oder sogar unentschiedne, wo diese Wohnungen zu bauen sind, weshalbt Pašanović ehemalige Parzellen der Streitkräfte Serbiens in Dedinje, Topčider und Rakovica (Belgrad) sowie zahlreiche Kasernen in ganz Serbien empfiehlt.

Es gibt auch, laut seinen Worten, genug freie Standorte in Novi Beograd, Bežanijska kosa und Rakovička šuma.

- Nur in solchem Falle kann man mit einer intensiven Nachfrage rechnen - so Pašanović.

Aber auch dann muss man mit einem Problem rechnen.

- Der angekündigte Preis wird sich sicher auf den Durchschnittspreis in Belgraf und dadurch auch auf private Investoren auswirken. Andererseits wird er auch die Angemessenheit der Eigenmittelausstattung der Banken beeinflussen bzw. zur Verringerung des Vermögenswertes sowie des Wertes der Objekte mit Hypothek.

Der Preis von 380 EUR/m2 ist nicht realistisch und der Staat muss einen Fonds gründen, durch welchen er den Unterschied zwischen diesem Preis und dem Marktpreis erstatten wird, meint Pašanović.

Kreditrate von 120 EUR

Der Premier Aleksandar Vučić gab im Mai bekannt, dass Serbien mit "Arabtec", einem der weltweit größten Bauunternehmen verhandelt. Er kündigte den Bau von fast 100.000 Wohnungen, von 80 m2 im Durchschnitt, die man auf Kredit mit Laufzeiten von 20-30 Jahren und zu einem Zinssatz von 3% verkaufen würde.

Die Monatsrate würde in diesem Falle nicht höher als 120 EUR sein, was viel günstiger als Miete ist, unterstrich Vučić damals.

Baubehörde ohne Antwort

Auf die Frage von "eKapija", wie sich der angekündigte Bau von günstigen Wohnungen zum Preis von 380 EUR/m2 auf andere Projekte der Baubehörde auswirken wird, erhielten wir die Antwort:

- Die Baubehörde hat sich in diesem Moment auf die Ermittlung von Hochwasserschäden konzentriert. Die Behörde verkauft noch immer Wohnungen in den Siedlungen "Stepa Stepanović" in Belgrad, in der Siedlung "Padina", Braće Jerković und "Sunčana strana" in Novi Sad auf gleiche Weise wie bisher. Wir bieten Käufern, unter anderem, zinslose Kredite.

Die Baubehörde Serbiens verfügt über noch 590 freie Wohnungen in der Siedlung "Stepa Stepanović" und 68 in Novi Sad.

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