Quelle: eKapija | Montag, 27.02.2012.| 08:50
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Arandjelovac will seine Schmalspurbahn wiederbeleben

"Šumadijska krivulja" früher (Fotob)

Es ist möglich, dass man das Brüllen der Züge erneut in der Stadt am Fuss des Bukulja-Gebirges hört. Der Kurort Bukovicka Banja hofft bereits auf Gäste, die die erneuerte Schmalspurbahn bringen wird. Seit dem erfolgreichen Start des touristischen Projekts "Šarganska osmica" im Gebirge Mokra gora (Schmalspurbahn) überlegen die Stadtbehörden in Arandjelovac diese Idee.

Dem Bürgerverband "Kulturerbe und Zukunft - Arandjelovac 1859" fiel noch vor einigen Jahren ein, die bestehende und vor mehreren Jahren gesperrte Schmalspurbahn zwischen Arandjelovac und Mladenovac - populär genannt "Šumadijska krivulja" (dt. Šumadija-Kurve), wiederzubeleben.

- Die Schmalspurbahn würde durch malerische Landschaften des Gebiets Šumadija, an Obst- und Weingärten, Wiesen und typische Dörfer führen. Sauber und schön wie vor mehr als hundert Jahren - erkllärte man im Verband.

- Vom idyllischen Zug aus könnten Passagiere auf Berge wie Orašac, Oplenac, Kosmaj, Vencac, Bukulja und Rudnik ausblicken, und wenn dass Wetter schön ist, in der Ferne auf das Holmolje-Gebirge im Osten, auf Povlen und Maljen im Wesen und auf Avala im Norden - fast auf halb Serbien.

"Šumadijska krivulja" früher (Fotob)
(Arandjelovac)

Die ganze Strecke ist bewahrt sowie alle Bahnstationen entlang der Strecke, heißt es auf der Webseite des Verbandes.

Die Gemeinde Arandjelovac unterzeichnete unlängst einen Vertrag über die Erstellung eines Projekts zur Revitalisierung und Erneuerung einer Schmalspurbahn namens "Šumadijska krivulja" mit dem Belgrader Unternehmen "Bin-ing". Die Gemeinde hat 3,15 Mio. Dinar (ohne MwSt) zu diesen Zwecken bereit gestellt.

In einem Interview für "eKapija" erklärt der Bürgermeister von Arandjelovac Vlada Gajic, dass das Projekt am Anfang sei, aber dass es genauso wie das luxuriöse Hotel "Izvor" in der Stadt von großer Bedeutung für die Entwicklung des Tourismus in diesem Teil Serbiens wäre.

- Wir haben erst mit der Erstellung der Projektunterlagen begonnen. Es ist wichtig, dass wir in dieser Phase von vielen Menschen unterstützt sind. Wir haben die Trasse in allen Plänen geschützt und wir pflegen eine enge Zusammenarbeit mit dem öffentlichen Eisenbahnverkehrsunternehmen "Železnice Srbije" - so Gajic.

"Šumadijska krivulja" früher (Fotob)
(Vlada Gajić, Bürgermeister von Arandjelovac)

- Ich glaube, dass das von uns finanzierte Projekt, genauso wie der Baugeschäftsplan in den nächsten Monaten erstellt wird. Wir können erst dann die zweite, beträchtlich wichtigere Phase - Auswahl des strategischen Partners, Suche nach Investoren und finanzieller Unterstützung - starten - fügte er hinzu.

Auf die Frage, wie sie die Finanzierung des Projekts sichern können, antwortet Gajic:

- Ich neige einer öffentlich-privaten Partnerschaft zwischen der Gemeinde Arandjelovac und dem potenzialen Investor. Wir bieten die Logistik, Infrastruktur und maximale Unterstützung, und der Investor sollte den Rest des Projekts finanzieren.

Der Bürgermeister erwartet die Ausschreibung des Bauauftrags bis Ende des Jahres.

Mit Schmalspurbahn in die Stadt

Es scheint, dass Bewohner von Arandjelovac die Bedeutung und Potenziale des Projekts "Šumadijska krivulja" bereits erkannt haben. Viele bereiten sich für Investitionen in unterschiedliche Ethno-Objekte, Kellereien u.Ä. vor. Die Preise für Parzellen entlang der Strecke nehmen allmählich zu, heißt es auf der Webseite des erwähnten Bürgerverbandes.

"Šumadijska krivulja" früher (Fotob)

Die Schmalspurbahn "Šumadijska krivulja" würde sicher mehr Touristen nach Arandjelovac anlocken. Und diese Gemeinde hat was zu bieten, vor allem die Heilquellen im Kurort Bukovicka banja, die Höhle "Risovacka pecina", das Weingut und Ferienhaus der königlichen Familie Karadjordjevic in Orašac, Kulturveranstaltung "Mermer i zvuci" (dt. Marmor und Klänge) sowie hochwertige landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Honig, Wein, Schnaps usw.

Es muss auch hervorgehoben werden, dass die einzigen rentablen Züge der Serbischen Bahn "Romantika" (dt. Romantik) und "Šarganska osmica" (Schmalspurbahn im Gebirge Mokra gora) sind. In Hinsicht auf die Nähe Belgrads und anderer größerer Städte rechnet man mit um 2-3-mal höheren Besucherzahlen.

Die Strecke in Arandjelovac wurde in den Siebzigerjahren des 20. Jahrhunders als unrentabel gesperrt. Man kann auf nur einigen Standorten in der Stadt die Abschnitte der Schmalspurbahn erkennen. Die meisten Stadtbewohner freuen sich auf die Wiederbelebung der Bahn, sogar nur für touristische Zwecke. Von "Šumadijska krivulja" würden nicht nur die Stadt Arandjelovac, sondern das ganze Gebiet Šumadija profitieren.

Jelena Đelić

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