Quelle: eKapija | Montag, 13.06.2011.| 12:56
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Gibt es grüne Gebäude in Serbien?

Neuer Sitz der Banca Intesa in Belgrad

IT-Park in Inđija, neuer Sitz der Banca Intesa, US-amerikanische Botschaft in Belgrad - das sind Gebäude, die nach einer fachgerechten Prüfung LEED-Zertifikate für Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit erhalten sollten.

LEED, das US-amerikanische System zur Klassifizierung nachhaltiger Gebäude, wurde 1998 auf Basis des BREEAM-Systems entwickelt. Zertifiziert werden nur Gebäude, die bestimmte Grundbedingungen des ökologischen Bauens erfüllen. Die Bewertung erfolgt durch eine Punktevergabe für einzelne Kriterien. Die Summe der erreichten Punkte entscheidet, wie das Gebäude bei der Zertifizierung eingestuft wird - Zertifiziert, Silber, Gold, Platin.

Der Runde Tisch zum Thema "Grüner Bau - Erwartungen und Erfahrungen mit LEED-Zertifizierung aus dem Blickwinkel der Investoren, Besitzer und Nutzer von gründen Gebäuden" fand am Donnerstag, 9. Juni 2011 in "Media centar" in Belgrad in der Organisation des Rats für grünen Bau Serbien statt. Zum ersten Mal wurden drei Projekte in der Republik Serbien präsentiert, welche die LEED-Zertifizierung erwarten.

Der Runde Tisch wurde von Marija Golubović, Vorsitzende des Rats für grünen Bau Serbien eröffnet. Dank Projekten präsentiert am Runden Tisch sollte Serbien bald die führende Position im Bereich des umweltfreundlichen Baus in der Region übernehmen, glaubt sie.

Künftiger IT-Park in Inđija (Fotoarhi.pro)

Der Technologiepark in Inđiji wurde von Jelena Vitasović aus dem Unternehmen "Mace" vorgestellt, die am Projekt als Beraterin gemeinsam mit dem Architektenbüro "Arhipro" teilnimmt, im Namen des Investors "Embassy Techzones". Sie erklärte die vorgesehenen technische Lösungen und die Strategie des umweltfreundlichen Baus, die am Komplex von vier selbstständigen Gebäuden angewandt worden ist.

Die Wassereffizienz bzw. der sparsame Wasserverbrauch wird durch Anwendung von Regenwasser in Toiletten und für die Bewässerung von Gründflächen sowie durch Installation des Bewässerungssystems "Tropfen-für-Tropfen" und Pflanzung von autochtonen Sorten, die weniger Wasser und Dünger brauchen. Die individuelle Kontrolle der Beleuchtung und Lufttemperatur, die man an sich anpassen kann, garantiert absoluten Komfort im Komplex.

Man hat die natürliche Beleuchtung aller Büroräume gesichert. Durch besondere Bearbeitung von Dachdeckung und harten Flächen hat man die Absorption von Wärme und Erwärmung der Umgebung auf das Minimu reduziert. Die künstliche Beleuchtung wurde so projektiert, um die Umwelt und Nachttiere und -Vögle zu schonen. Das Projekt schließt, natürlich, Heiz-, Luft- und Klimaanlagen im Einklang mit den Prinzipien des energieeffizienten Baus ein.

IT-Park Inđija (Fotoarhi.pro)

Mit großer Sorgfalt wurden alle Baustoffe für diesen Komplex gewählt. Absoluter Vorrang wurde diesmal zertifiziertem Holz, Baumaterialien mit verringerter CO2- und Schadstoffemission sowie recyklierten Materialien gegeben. Die Architekten haben versucht, regionale Materialien anzuwenden, also jene, die man in einem Kreis von 800 km erwerben und dadurch den Energi- und Kraftstoffverbrauch senken kann.

Außer drei erwähnten Unternehmen, die gleichzieitig Mitglieder des Ras für grünen Bau Serbien sind, nimmt das Unternehmen "Energo Energy Efficiency Engineering", Gründer des Rats, auch am Projekt des Technologieparks in Indjija teil.

Die neue US-amerikanische Botschaft in Belgrad wurde vom Projektleiter Irving Fontane präsentiert. Gästen wurden diesmal exklusivste Aspekte des Projekts der Botschaft in Belgrad dargestellt, die 400 Menschen empfangen sollte sowie die energie- und wassersparende Lösungen und Materialien charakteristisch für grüne Gebäude.

Künftige US-amerikanische Botschaft in Belgrad

Er hat nicht nur über das Projekt geredet, sondern auch über die Bemühungen der US-amerikanischen Regierung, nachhaltige und umweltfreundliche Lösungen an allen aus dem Staatshaushalt finanzierten Gebäuden anzuwenden. Alle Regierungsgebäuden sollten Bedingungen für das LEED-Gold-Zertifikat erfüllen.

Fontane hat auch auf die Bedeutung der planmässigen und kontrollierten Inbetriebnahme aller Systeme in Gebäuden (Commissioning) hingewiesen. Auf diese Weise kann man die Verbrauchs- und Qualitätseigenschaften aus dem Projekt garantieren.

Die Ausbildung der künftigen Nutzer, um die sachgerechte Nutzung und Pflege des Gebäudes zu sichern, gehört zu den wichtigsten Faktoren der Nachhaltigkeit der "grünen Gebäude". Anfängliche "grüne Eigenschaften" könnten durch unangemessene Nutzung uneffizient werden. Die Normen für den grünen Bau enthalten deshalb präzis definierte Strategien für die Nutzung der Gebäude.

Der neue Sitz der Banca Intesa in Belgrad wurde von Miroslav Živković, Leiter der Abteilung für Immobilienverwaltung, präsentiert. Das Projekt wurde auch für die Zertifizierung nach dem LEED-Protokoll für nachhaltige Gebäude registriert. Das Hauptgewicht in diesem Falle wurde auf die Bequemlichkeit der künftigen Nutzer und Gestaltung einer angenehmen Arbeitsumgebung im Zentrum von Neu Belgrad gelegt.

Neuer Sitz der Banca Intesa in Belgrad

Am Runden Tisch in Belgrad nahm auch Jean-Luc Saporito, Spezialgast aus dem Ausland, Vertreter des Unternehmens "Prologis", die Immobilien im Gesamtwert über 44 Mio. US-Dollar managt. Er hat ein Logistikzentrum in der Nähe von Turin in Italien präsentiert, der bereits das LEED-Gold-Zertifikat erhalten hat. Es handelt sich um das erste zertifizierte grüne Gebäude in Italien.

- Das Gebäude musste alle Bedingungen für das LEED-Zertifikat erfüllen, weshalb wir Auftragnehmern bereits während des Vergabeverfahrens mit einer Geldbusse von zwei Mio. Euro für jeden Verstoß gegen der verlangten Bauqualität gedroht haben, die zur Verlierung der erwarteten Punkte bei der Zertifizierung führen könnten. Die Realisierung des Projekts hat uns ansonsten fünf Mio. Euro gekostet.

- Die Zertifizierung nach grünen Normen fällt uns nicht so schwer, weil "Prologis" alle seine Gebäude nach diesen Normen zertifizieren lässt, weshalb wir Erfahrungen mit Kollegen aus der ganzen Welt tauschen können. Man darf aber nie die Schwirigkeiten unterschätzen, auf welche man bei der Umsetzung solcher Projekte stoßen kann - von der Ausbildung und Kommunikation mit Projektleitern, über die Suche nach entsprechenden Materialien und Vorbereitung der Zuständigen in Bauunternehmen - sagte Saporito.

"Grüner Bau"

Durch "grünen Bau" lässt sich der Wert jedes Gebäudes um 7,5% erhöhen und die operativen Kosten um 8% senken. Die CO2-Emmission wird um 30% verringert, der Wasserverbrauch um 40% und der Stromverbrauch um sogar 50%. Die Abfallmenge ist um 70% kleiner. Bewohner der grünen Gebäude sind nicht nur gesunder und glücklicher, sondern auch reicher, weill sie von den größten Teil der direkten (Energie, Wasser) und der indirekten Kosten (höhere Produktivität, bessere Gesundheit) befreit sind.

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