Quelle: Politika | Mittwoch, 16.01.2019.| 11:45

Putin holt Investoren für russisches Gegenstück zum Projekt Belgrad Waterfront - Investmentfonds Marera Properties will ein Geschćftszentrum im Block 18 bauen

Der russische Investmentfonds Marera Properties sei am Bau eines Geschäftszentrums im Block 18 in Novi Beograd am linken Ufer der Save interessiert, schreibt die Belgrader Tageszeitung Politika. Diese Investition soll während des Besuchs des russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin in Belgrad besprochen werden.

Der Block 18, der dem zukünftigen Komplex "Belgrad Waterfront" gegenüber am linken Save-Ufer, könnte nach der russischen Investition alle Ministerien der serbischen Regierung und die ganze Stadtverwaltung von Belgrad mit Sekretariaten beherbergen. Die Stadt und die Republik würden auf diese Weise die modernsten und funktionellen Büroräume erhalten, ohne dafür Mittel aus dem Haushalts auszugeben.

- Wir besitzen einen halben Hektar in diesem Block in Novi Beograd und sind sehr daran interessiert, dieses Gebiet zu entwickeln. Dies soll zu einem neuen Geschäftszentrum in der serbischen Hauptstadt mit über 350.000 Quadratmetern werden, in dem man Geschäfte von Bedeutung für ganz Südosteuropa abwickeln würde - erklärten Vertreter von Marera Properties gegenüber Politika.

Der Block 18 sollte ihre erste Grennfield-Investition in Serbien sein. Es ist noch immer unbekannt, ob sie die Grundstücke kaufen oder mieten werden und zu welchem Preis.

Es ist auch ungewiss, wie viel von rund 50 Hektar im Block 18 durch die russische Investition verwandelt werden soll. Immobilienexperten finden die Idee, alle staatlichen und städtischen Verwaltungsstellen an einem Ort zu beherbergen, sehr sinnvoll, und fügen hinzu, dass die Stadt dadurch sogar profitieren würde, indem sie bestehenden Immobilien an den attraktivsten Standorten verkaufen würde, behauptet die Quelle von Politika. Es bleibt aber zu sehen, ob und wie diese Idee zu verwirklichen ist.


Wenn die Verhandlungen zwischen der Spitze des serbischen Staates und Russland über die weitere Entwicklung des Blocks 18 erfolgreich abgeschlossen werden, könnte Marera vielleicht schon im nächsten Jahr mit dem Bau beginnen, unter der Bedingung, dass der Fonds die Ideen der Architekten akzeptiert, die bei einem städtebaulichen Wettbewerb 2016 für die Sanierung und Entwicklung des Rausm am linken Save-Ufer gewonnen haben. Ihre Lösung war die Grundlange für die Erstellung eines detaillierten Bebauungsplans, der bereit ist, zur öffentlichen Einsicht aufgelegt zu werden, sagt man im Stadtplanungs- und Städtebauamt.

Marera würde ansonsten mehr Zeit für den Baubeginn benötigen, weil man dann die Veränderung des Bebauungsplans beantragen muss. Der Fonds wäre aber nicht dazu verpflichtet, einen neuen Wettbewerb für 46,8 Hektar zwischen zwei Brücken und den Straßen Zemunska, Vladimira Popovica und dem Arsenija-Carnojevica-Boulevard auszuschreiben.

Dieser Raum am linken Save-Ufer wurde in allen Projekten in den letzten Jahrzehnten als untrennbarer Teil des Save-Amphitheaters betrachtet, wo derzeit der Komplex "Belgrade Waterfront" gebaut wird.

Nach der Änderung der städtebaulichen Regeln für das Projekt "Belgrade Waterfront" und trotz der heftigen Proteste der Fachöffentlichkeit wurde kein internationaler Wettbewerb ausgeschrieben, um die bestmöglichen Lösungen für 116 Hektar am rechten Save-Ufer zwischen den Brücken "Gazela" und "Brankov most" zu finden. "Belgrade Waterfront" wurde als eine separate Einheit designt, ohne Rücksicht auf seine unmittelbare Nachbarschaft - das linke Save-Ufer. Die Ausschreibungs eines Wettbewerbs für den Block 18 wurde deshalb von vielen als Versuch bezeichnet, das Projekt am linken Ufer zu "legalisieren".

Im neuen Viertel in Novi Beograd, das derzeit von Kiesgruben, Waschanlagen und Baubetrieben dominiert wird, sollen rund 4.200 Wohnungen, Hotels, Gaststätten, zahlreiche Ladenlokale und andere Gewerbeimmobilien, Gesundheitszentrum, Kindertagesstätte und Grundschule gebaut werden. Der bestehende Park zwischen der Brodarska-Straße und der Save soll weiterhin als öffentliche Grünfläche dienen.

Im Wohnblock 18 ist der Bau von rund 750.000 m2 geplant, zweimal weniger als im Komplex "Belgrade Waterfront". Rund 12.000 neue Bewohner könnten in diesem Stadtteil angesiedelt werden.

Das Zentrum von Belgrad ist im Fokus von Marera properties, das seit zehn Jahren in Serbien tätig ist, die alten Gebäude kauft, wiederaufbaut und vermietet. Das Unternehmen besitzt rund 60.000 m2 Gewerbeimmobilien, darunter das ehemalige Geschäftsgebäude von Jugohemija in der Resavska Straße Nr. 31 und von Trudbenik am Kralja-Aleksandra-Boulevard Nr. 79 sowie ein Gebäude am Kralja-Aleksandra-Boulevard Nr. 28.

Sie haben im Vorjahr von den niederländischen Unternehmen Pinnacle den ehemaligen Industriekomplex von Beko am Vojvode-Bojovica-Boulevard gekauft und wollen ihn bis Ende des Jahres in einen Geschäftskomplex der A-Klasse verwandeln. Seine Fassade soll, als Teil des Komplexes der Belgrader Festung aufbewahrt werden. Der Wiederaufbau ist noch nicht fertiggestellt und 70% der Gewerbeflächen wurden bereits vermietet.


Promenade, Türme und Shuttle


Das Projekt von Vanja Panic, Marko Veskovic und Aleksnadar Knezevic, Architekten, die 2016 den ersten Preis beim Wettbewerb für den Block 18 gewonnen haben, sieht den Bau einer Promenade zwischen den Brücken "Gazela" und "Brankov most" vor. In ihrem Hintergrund, näher zu "Gazela" soll ein großer Platz mit der Oper gebaut werden, während man am anderen Ende der Promenade, neben Staro sajmiste einen kleineren Platz mit der Nationalgalerie bauen wird.

Eine neue Fußgängerbrücke soll die linke Save-Ufer, vom Zorana-Djindjica-Boulevard mit der rechten Ufer, bis zum künftigen Turm Beograd (168 m) verbinden.

Vier Türme, nicht höher als 100 m, sollen neben der Brücke "Gazela", dem Hotel "Hajat", und in der Mitte des künftigen Geschäftszentrums im Block 18 gebaut werden.

Eine Attraktion soll die lokale Straßenbahnlinie - Shuttle darstellen, die über zwei Brücken den Platz "Savski trg" und den ehemaligen Hauptbahnhof mit dem Zentrum des Blocks 18 verbinden sollte.

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