Quelle: eKapija | Mittwoch, 27.11.2019.| 19:00
Lesen Sie einen Artikel aus Drucken Sie die Nachricht

Roland Raith, Exekutivdirektor von Gebrüder Weiss Serbien - Unsere Mission ist es, unseren Kunden in Serbien erstklassige Dienstleistungen zu bieten

Roland Raith
"Gebrüder Weiss hat sein Geschäft in Serbien im Jahr 2004 aufgenommen und seitdem sind wir stetig gewachsen. Das Unternehmen hat insgesamt 16 Millionen Euro in Logistik, Terminals, Ausrüstung, Bürogebäude, Parkplätze und andere Vermögenswerte investiert. Gebruder Weiss erzielte 2018 einen Gewinn von 28 Millionen Euro. Wir beschäftigen derzeit 250 Mitarbeiter in Serbien und haben eine Logistikfläche von 20.000 m2", sagte Roland Raith, neuer Geschäftsführer von Gebrüder Weiss in Serbien, in einem Interview mit eKapija

eKapija: Sie haben kürzlich die Geschäftsführung von Gebrüder Weiss in Serbien übernommen. Wie beurteilen Sie die Situation auf dem Transport- und Logistikmarkt?

- Ich habe meine Karriere 1997 bei Gebruder Weiss in Graz begonnen und hatte immer enge Kontakte zu den westlichen Balkanländern. Von 2007 bis 2010 war ich in verschiedenen Positionen tätig, unter anderem als General Manager in einer Repräsentanz des Unternehmens in Slowenien. Ich bin 2010 zum ersten Mal nach Serbien gekommen und arbeite seitdem mit meinen Kollegen an der Verbesserung der Geschäftstätigkeit des Unternehmens. Gebrüder Weiss ist heute das größte internationale Logistikunternehmen in Serbien und bietet seinen Kunden ein breites Spektrum an Logistikdienstleistungen in der gesamten Lieferkette.
eKapija: Was sehen Sie als Serbiens Vorteil in diesem Bereich und wo sehen Sie Möglichkeiten für weitere Verbesserungen?

- In den Bereichen Transport und Logistik ist die gut ausgebildete und qualifizierte Belegschaft mit Sicherheit einer der größten Vorteile Serbiens. Außerdem wurden in den letzten Jahren eine Reihe bedeutender Investitionen getätigt, und die Ankunft großer europäischer Unternehmen ist immer ein gutes Signal für andere Investoren.

Bei den Problemen bleibt die größte Herausforderung, dass Serbien kein Mitglied der Europäischen Union ist, was die Logistikunternehmen und ihre Kunden stark einschränkt. Ein Beispiel ist das Warten an den Grenzübergängen zu Kroatien und Ungarn, das manchmal jeweils 24 Stunden dauert.

Es gibt auch einige örtliche Einschränkungen, wie zum Beispiel Lkw-Ortungsgeräte, die den innerstaatlichen Transport und die Lieferung weiter erschweren.

eKapija: Wie können all diese Probleme gelöst werden?

- Wir stehen in ständigem Kontakt mit den Behörden, um die von mir genannten Probleme zu lösen. Da Probleme nicht nur in Serbien, sondern auch an der kroatischen und ungarischen Grenze auftreten, kommunizieren kompetente Institutionen aus allen drei Ländern ständig, um die richtige Lösung für alle drei Parteien zu finden.

eKapija: Glauben Sie, dass sich die angekündigten Investitionen positiv auf den Transport- und Logistiksektor auswirken werden, aber auch auf die Attraktivität von Investitionen im Allgemeinen?

- Auf jeden Fall. Gut gewartete Autobahnen, eine gute Anbindung und eine gut ausgebaute Infrastruktur sind von entscheidender Bedeutung. Diese Dinge sind eine wichtige Voraussetzung, um unsere Arbeit zu erledigen und neue große Investitionen anzuziehen.

eKapija: Sie haben bereits einige Vorteile des serbischen Marktes erwähnt, und gibt es etwas, das Serbien besonders in Bezug auf Transport und Logistik auszeichnet?

- Serbien hat eine hervorragende geostrategische Position, und ein weiterer wichtiger Vorteil ist, dass es Teil der neu geplanten "Seidenstraße" zwischen Asien und Mitteleuropa sein wird. Dies ist sehr wichtig für alle Unternehmen, die auf dem Transport- und Logistikmarkt tätig sind.

eKapija: Gebrüder bietet seinen Kunden ein breites Leistungsspektrum. Was würden Sie als wichtigstes herausgreifen?

- Ich würde keinen bestimmten Dienst herausgreifen. Gebrüder Weiss hat im Laufe der Jahre eine Vielzahl von Lösungen und Dienstleistungen entwickelt. Wir bieten unseren Kunden Straßentransporte, Luft- und Seefracht, Zollabfertigung, Lagerlogistik und kürzlich die Lieferung nach Hause an. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, stets auf die Bedürfnisse unserer Kunden zu hören und ihnen auf dieser Basis die bestmöglichen und nachhaltigen Lösungen anzubieten. Jeder Kunde hat unterschiedliche Bedürfnisse und Anforderungen, daher investieren wir ständig in neue Produkte und Dienstleistungen.

eKapija: Wie Sie bereits erwähnten, haben Sie auch Home Delivery gestartet. Was sind deine Erfahrungen?

- Wir haben vor einigen Jahren einen Hauslieferdienst eingeführt, der für uns sehr wichtig ist. Insbesondere im Jahr 2018 lieferte Gebrüder Weiss 340.000 Sendungen, von denen 80.000 nach Hause geliefert wurden, d.h. Waren, die direkt an eine Heimatadresse an Kunden in ganz Serbien geliefert wurden. Das Wachstum in diesem Segment ist eine Folge der beschleunigten Entwicklung des Internetgeschäfts mit der höchsten Nachfrage nach Spezialtransportdienstleistungen für Geräte wie Waschmaschinen, Kühlschränke und Möbel. Neben Serbien wurde auch ein Lieferservice nach Hause in Österreich und anderen osteuropäischen Ländern entwickelt.

eKapija: Ihr Unternehmen ist einer der Pioniere bei der Umsetzung der dualen Ausbildung. Welche Erfahrungen haben Sie in Serbien gemacht?

- Vor einigen Wochen hatten wir eine große Veranstaltung in Zusammenarbeit mit den Wirtschaftskammern Serbiens und Österreichs. Es war wirklich toll, die unterschiedlichen Erfahrungen und guten Ergebnisse zu hören, die in diesem Bereich erzielt werden. Die duale Ausbildung ist in Österreich sehr wichtig, und ich kann mich rühmen, dass ich meine Karriere 1997 so begonnen habe. Dies ist ein sehr wichtiger Teil des Erfolgs österreichischer Unternehmen, weil sie wirklich gut ausgebildete und qualifizierte Arbeitskräfte haben.

Gebrüder Weiss startete vor über 80 Jahren das duale Ausbildungsprojekt und viele unserer Mitarbeiter begannen ihre Karriere auf diese Weise. Danach blieben sie im Unternehmen.Hier in Serbien arbeiten wir eng mit der Verkehrsfachschule in Zemun zusammen. Wir haben derzeit elf Studenten und erwarten sechs weitere im nächsten Jahr. Wir sind sehr zufrieden mit dem Projekt und arbeiten sehr gut mit Professoren der Schule zusammen. Alle Teilnehmer werden sorgfältig ausgewählt und sind wirklich motiviert, alles über die Transport- und Logistikprozesse bei Gebrüder Weiss zu erfahren. Es ist wichtig, dass sie während der Arbeit alle Branchen durchlaufen und so alles über das gesamte Unternehmen erfahren. In der Tat ist der große Vorteil, wenn die Mitarbeiter alle Prozesse und die Funktionsweise eines Unternehmens verstehen.

eKapija: Das Ende des Jahres kommt. Wie zufrieden sind Sie mit den Ergebnissen von Gebrüder Weiss im Jahr 2019?

- 2019 war für Gebrüder Weiss ein sehr erfolgreiches Jahr. Wir sind mit den Erfolgen in Serbien zufrieden und werden auch in Zukunft im gleichen Tempo arbeiten. Der Fokus wird weiterhin auf den Bedürfnissen unserer Kunden liegen. Wir werden ihre Anforderungen sorgfältig überwachen und Lösungen entwickeln, die ihr Geschäft noch effizienter machen. Wir werden auch weiterhin in unsere Mitarbeiter investieren, da sie unser größtes Kapital sind.

eKapija: Was plant Gebrüder Weiss für die kommende Zeit?

- Gebrüder Weiss wird sein Geschäft in der kommenden Zeit weiter verbessern und sich bemühen, seine Position auf dem serbischen Markt zu stärken. Wir werden unseren Kunden globale Lösungen anbieten, damit sie ihr Geschäft bestmöglich ausbauen können. Die langfristige Philosophie des Unternehmens ist eine gute Zusammenarbeit mit Partnern und Subunternehmern, daher werden wir weiterhin gute Beziehungen zu ihnen aufbauen. Wie ich bereits sagte, sind die Mitarbeiter unser größtes Kapital, und unsere Aufgabe ist es, ihnen einen hervorragenden Arbeitsplatz zu bieten, damit sie sich ständig persönlich und beruflich weiterentwickeln können. Unsere Mission ist es, von Anfang an das beste Logistikunternehmen in Serbien zu sein.

Kommentare können ausschließlich angemeldete Nutzer eingeben.