Quelle: eKapija | Mittwoch, 22.08.2018.| 15:26
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Milos Milisavljevic, Generaldirektor von Strawberry Energy - Intelligente Bänke für London, weitere zwei europäische Metropolen bald

Milos Milisavljevic


Mit der Crowdfunding-Kampagne, die wir auf der Plattform Crowdcube initiiert haben, um 300.000 Pfund zu sammeln, wollten wir die Kapazitäten unseres Unternehmens erweiter, das große gesellschaftliche Potenzial unseres auf das Wohlergehen der lokalen Gemeinschaft fokussiere Projekts nutzen und alles zusammen in eine gute Marketingkampagne verwandlen. Jede Investition ist, natürlich, willkommen, aber wir waren diesmal auf das Marketing konzentriert. Dies aht sich als eine gute idee erwiesen, weil wir schon in den ersten fünfzehn Tagen der Kampagne das erwünschte Ziel erreicht und sogar übertroffen haben. In Hinsicht auf das enorme Interesse werden wir die ursprüngliche Frist (26.. August) sicher um zusätzliche sieben Tage verlängern, um alle gestarteten Verhandlungen erfolgreich zu beenden und möglichst viel Investoren die Teilnahme ermöglichen. Unser Aufruf gilt, freilich, für alle interessierten Menschen aus Serbien, und wir haten schon Investoren aus uneserer Heimat.

So erklärt Milos Milisavljevic, Gründer und CEO des Unternehmens Strawberry Energy, warum sich eines der erfolgreichsten Start-ups in Serbien, das seit 2011 tätig ist, entschieden hat, Mittel für die weitere Geschäftsentwicklung durch Crowdfunding zu sammeln.

In einem Gespräch mit dem Wirtschaftsportal eKapija erinnert er daran, dass das Hauptziel der intelligenten Bänke die Erhöhung der Lebensqualität von Stadtbewohnern ist, indem Bürger verschiedene nützliche Services - Laden von Mobiltelefonen und drahtloses Internet, wie auch die Messung der Luftqualität und der Lärmpegel am bestimmten Standort - geboten werden. Man kann jederzeit die Luftqualität und die Lärmbelästigung in einer Straße prüfen und erfahren, welcher Park am besten für das Jogging ist... Strawberry ist, außerdem, in den letzten Tagen in dne norwegischen Markt eingestiegen. In diesem Land haben sie die ersten zwei intelligenten Bänke installiert und haben bereits vor, weitere zwei europäische Großstädte zu erobern.

eKapija: Die Mission Ihres Unternehmens und Smart-Bench-Projekts ist auf Menschen ausgerichtet und hat in sich eine gewisse edle Komponente der Verbesserung der lokalen Umgebung. Es scheint als solches in der Gemeinschaft akzeptiert zu werden, in Hinsicht darauf, dass bisher mehr als 230 Investoren an der Kampagne auf Crowdcube teilgenommen haben.

- Sie haben recht. Wir wollten Menschen auf diese Weise ermöglichen, uns zu unterstützen und ein wenig Geld in die Infrastruktur zu investieren, die sie potenzielle nutzen werden. Die Gemeinschaft, zu deren Wohl wir beitragen wollen, beteiligt sich an unserem Projekt. Strawberry Energy bekommt dadurch nicht nur das Geld, sondern bildet zugleich ein Netwerk von Markenbotschaftern, bzw. Fans, die vielleicht bereit sind, um unser Projekt zu werben - indem sie darüber reden, die Bänke fotografieren, Informationen in sozialen Netzwerken teilen... Wir benötigten dies, damit möglichst viel Menschen in London von uns hören, damit sie erfahren können, wo sich diese Bänke gibt und wozu sie dienen, und schließlich wollten wir eine gewisse Unterstützungsbasis bilden, da die meisten Investoren aus London kommen.

Und jetzt, wenn wir mit Vertretern von anderen Stadtbezirken in London verhandeln, können wir dieses Argument vorbringen und beweisen, dass wir nicht nur, sondern auch mehrere hundert Bewohner von London an der Realisierung dieses Projekts interessiert sind, soviel, dass sie ihr eigenes Geld investierten, um solche Infrastruktur in ihren Straßen zu haben.

eKapija: Was erwarten Sie von der neuen Investition und was wird sie alles umfassen?

- Diese 300.000 Pfund und etwas darüber werden wir - abhängig vom gesammelten Betrag am Ende der Kampagne - in die Erweiterung des bestehenden Netwerks von intelligenten Bänken in London investieren. Wir haben, nämlich, in London neben dem klassischen Verkauf ein weiteres, besonderes Business-Modell entwickelt. Wir geben der Stadt bzw. Stadtbezirken unsere Bänke völlig kostenfrei und Bürger können sie kostenlos nutzen, aber wir behalten das Recht, sie kommerziell zu nutzen. Das bedeutet, dass wir nach der Aufstellung von Bänken über das Sponsoring und die Werbung verhandeln und mit Gebühren, die uns interessierte Unternehmen für die Veröffentlichung von Werbungen bezahlen, die Kosten für die Produktion, Installation und Wartung decken und sogar Gewinn erzielen. Wir haben dieses Modell "Smart City Infrastructure as a Service", also die intelligente Infrastruktur als Service, und nicht als Produkt genannt.

eKapija: Warum haben Sie sich für London als Standort für die Entwicklung und Implementierung dieses Business-Modells entschieden? Und wie hat sich ein serbisches Start-up für die Ausübung seiner Geschäftstätigkeit in der englischen Hauptstadt entschieden?

- Wenn es um unser Business-Modell geht, benötigte wir eine weltweit prestigeträchtige Stadt, die wir in der Zukunft als Referenz nutzen wollen. Alles, was man in London tut, wird früher oder sptäer von Dubai, New York, Tokio und andere nachgeahmt... Wir hatten auf der anderen Seite eine gute geschäftliche Basis, die durch die frühere Zusammenarbeit mit London entstand. Als wir diese beiden Dinge miteinander verbanden, erwies sich diese Stadt als eine gute Wahl.

Wenn es um den Einstieg in den englischen Markt geht, war die Ankunft von Strawberry Energy in London sehr spontan. Wir haben die Gelegenheit genutzt, als man uns eingeladen hat, am Smart City Accelerator teilzunehmen.Man hat uns ein dreimonatiges Programm geboen und wir haben während des Aufenthalts nach Kunden gesucht. Wir haben im Rahmen dieses Programms unseren ersten Kunden - Canary Wharf Estate, gefunden. Es handelt sich um eines der prestigeträchtigsten kommerziellen Vierteln im östlichen Teil von London. Uns ist gelungen, ihnen unsere ersten intelligenten Bänke in England zu verkaufen, und wir haben demnächst, dank dieser Referenz, auch andere große Unternehmen, vor allem Immobilienentwickler gewonnen. Wir wurden inzwischen bei verschiedenen Start-up-Wettbewerben in England ausgezeichnet und Fuß auf der Insel gefasst. Wir haben bereits ein gut aufgebautes Netzwerk lokaler Partner. Dies war weder leicht, noch einfach, aber es ist machbar!

eKapija: Wer sind Ihre Hauptpartner bzw. Kunden udn Käufer von intelligenten Bänken und Anzeigekunden in Ihrem Business-Modell in London?

- Wir haben derzeit eine sehr lange Liste der Kunden mit fast dreißig bekannten Marken darauf. Unser anderes Modell der "On-Going-Partnerschaft", die wir mit London haben, wollen wir nun auf andere Städte ausweiten. Unser Partner ist die Stadt London (drei Stadtbezirke). Wir möchten zehn zentrale Stadtbezirke von insgesamt 33 decken. Wenn es um unsere Anzeigekunden geht, war Cancer Research, die größte humanitäre Organiation in Britannien unser erster Kunde. Wir haben demnächst Ford und jetzt auch Crowdcube gewonnen.

Unsere Idee war, mit jeder Erweierung des Netzwerk unseren Partner zu wechseln. Der erste Vertrag wurde unterzeichnet, als wir die ersten zehn Bänke aufgestellt haben, der zweite wenn diese Anzahl auf 20 gestiegen ist... Unser Prinzip ist, immer einen Parnter für das ganze Netzwerk zu haben, und wir möchten bald eine langjährige Zusammenarbeit realisieren. In Hinsicht darauf, dass wir 100 Bänke im zentralen Teil von London Ende dieses oder Anfang des nächsten Jahres erreichen wollen, sind wir derzeit völlig auf die Expansion des Geschäfts sowohl in London, als auch in anderen Städten nach dem gleichen Prinzip konzentriert.

eKapija: Wollen Sie Ihr Netzwerk von intelligenten Bänken auch in Serbien erweitern?

- Im Prinzip ja, Wir haben noch nichts Konkreteres getan, sind aber bereit, dieses Vorhaben zu realisieren. Wir würden hier das gleiche Konzept wie in London anwenden. Dies bedeutet, dass wir eine Partnerschaft mit der Stadt eingehen würden. Wir sind daran immer interessirt und haben bereits Kontakt mit Vertretern von Belgrad geknüpft. Wir benötigen auch einen hochwertigen Geschäftspartner, der den Werberaum mieten würde, wie auch einen Partner für den Markenaufbau. Wir haben bestimmte Gespräche geführt, haben aber die Zusammenarbeit noch nicht vereinbart.

Wir werdein inzwischen die Herstellung und den Verkauf von Bänken fortsetzen. Wir führen sie derzeit in 17 Länder weltweit aus, und sie alle werden in serbien hergesteltl. Wir glauben, dass die neue Investition uns ermöglichen wird, das bestehende Strawberry-Team zu erweitern, das derzeit aus 15 Mitarbeitern besteht.

eKapija: Sie haben unlängst ein neues Modell der intellgenten Sitzbank - Smart Bench 2 entwickelt. Wodurch unterscheidet sie sich von der ersten Ausführung und welche Verbesserungen können wir erwarten?

- Smart Bench 2 ist unser neues Modell, das wir Mitte August auf den Markt gebracht haben. Sie hat ein völlig unterschiedliches Design im Vergleich zum ersten Modell. Das Design wurde aufgrund des Feedbacks unserer Benutzer in London verändert, weshalb die neue Bank weniger Platz braucht. Sie hat eine richtigere Form, sieht einfacher und schlichter aus. Sie wurde, außerdemm mit einem Sonnenkollektor oben wie auch mit zwei Sitzflächen, kleinerer und größerer versehen. Dieses Modell eignet sich mehr für die industrielle bzw. Serienproduktion, was bedeutet, dass wir viel schneller und leichter größere Mengen herstellen können. Die erste Bank war vielmehr künstlerisch und einzigartig, jede musste fast manuell gebaut werden.

Wir entwickeln derzeit eine Miniversion der Bank, die wir zu einem erschwinglicheren Preis einem breiteren Kreis der Kunden bieten können.

eKapija: Wie finden Sie bisherige geschäftliche Ergebnisse von Strawberry und was sind die Pläne des Unternehmens für die weitere Entwicklung?

- Wir sind mit den bisherigen Ergebnissen und der Entwicklung des Unternehmens zufriedne. Ich bin der Meinung, dass wir sehr viel geschafft haben, in Hinsicht darauf, dass wir am Anfang stehen. Unsere Pläne sind sehr wagemutig, und unser nächster Schritt ist die Erweiterung auf zwei weitere europäsiche Städte. Wir wollen diese Pläne möglischt schnell ralisieren. Wir arbeiten bereits daran und wollen mit mehreren Städten gleichzeitig verhandeln, um am Ende jene auszuwählen, mit denen wir am schnellsten eine Einigung erzielen können.

Wir wollen, dass sich Strawberry weiterhin entwickelt und expandiert und sich als Smart-Tech-Anbieter für Städte etabliert. Das schließt auch kleinere Städte, Siedlungen, Campus und kleinere gEbiete, die bessere Services im öffentlichen Raum sichern wollen - kündigt Milos Milisavljevic im Interview mit eKapija.

Marko Andrejić

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