Quelle: eKapija | Montag, 14.08.2017.| 03:25
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Nenad Ivovic, Pianist - Amerkanischer Traum

Nenad Ivovic
Der junge Pianist Nenad Ivovic (24) fliegt Ende August in die Vereinigten Staaten von Amerika (USA), wo er sein Studium an der weltweit berühmten Universität von Yale fortsetzen sollte. Bei einer Aufnahmeprüfung Ende Februar dieses Jahres wurde er gemeinsam mit neun anderen Kollegen unter mehr als 500 Kandidaten aus der ganzen Welt gewählt.

Klavier spielt er seit seinem vierten Lebensjahr, als er gemeinsam mit dem älteren Bruder Hrvoje, heute auch Pianist, die Welt der klassischen Musik entdekct hat. Er sagt, er wollte immer sein Studium irgendwo außerhalb Serbiens fortsetzen, und dies zum zweiten Mal, weil er vor zwei Jahren seinen Masterabschluss in Israel gemacht hatte.

- Ich wurde an die Universität von Yale nach einer langen und sehr komplizierten Aufnahmeprüfung aufgenommen. Das Glück spielt dabei eine wichtige, aber keinesfalls entscheidende Rolle. Das Glück kommt erst nach großen Hingabe, Beharrlichkeit und Hngabe. Ich bin zufrieden, weil es sich um eine große Hochschulegeht, mit einem großen Budget, sodass ich schließlich auf guten Klavieren spielen wird. Das ist sehr wichtig, weil es überhaupt nicht leicht ist, eine Schule mit hochwertigek, in jedem Moment verfügbare Insrumenten zu finden - erklärt Nenad Ivovic am Anfang seines Interviews für eKapija.

Er sei sehr schön, unter den 10 besten an einer Universität wie diese zu sein, behauptet aber zugleich, das nicht zu viel über die Tatsache, unter nur 2% der gewähkten auf der Aufnahmeprüfung zu sein. Das Einzige, was für ihn wichtig ist, ist die Chance für die Weiterentwicklung und gute Arbeitsbedingungen. Sein Professor ist Boris Berman, Leiter der Abteilung und, laut Worten von Ivovic, einer der berühmtesten Professoren userer Zeit - "sehr streng, aber sehr guter Pädagoge".

Erste Schritte mit dem Bruder

Seine Eltern seien keine Profi-Musiker, seien aber musikalisch ausgebildet, sagt Nenad. Seine Mutter Merima hat die Musikschule besucht, und sein Vater Peter hat Harmonika - vorwiegend für sich selbst - gespielt. Sein fünf Jahre ältere Bruder Hrvoje hat die ersten Schritte in der Welt der klassischen Musik gemacht. Er ist auch Pianist.

- Dank ihm habe ich noch früh Interesse für die Musik gezeigt. Mit vier Jahren habe ich begonnen, Klavier zu spielen - erinnert sich unser Gast.

Ivovic hat alle Stufen der formalen musikalischen Ausbildung absolviert, die Musikschule "Mokranjac", Diplom-Abschluss an der Fakultät für Musikkunst in Belgrad, und später Master-Abschluss an der Buchmann-Mehta School of Music, wo er als der beste Student in seiner Generation aufgenommen wurde. Während seiner Schulzeit habe er glücklicherweise viele guten Menschen getroffen, die ihm geholfen hätten.

- Meine Lehrerin in der Musikschule Milica Vasiljevic hat mir eine gute Grundlage gegeben, sie hat ihr Wissen großzügig weitergegeben und mich nach vorne geschoben. Und meine Professorin Nevena Popovic an der Fakultät ermöglichte mir die Weiterentwicklung, was ich in Israel zur Perfekton führen konnte.

Inländische und internationale Auszeichnungen

Nenad hat noch als Schüller seine großen musikalischen Fähigkeiten gezeigt und eine Reihe von Preisen an einheimischen und internationalen Wettbewerben gewonnen. Als Student hat er mehrmals im Republik-Wettbewerb in Belgrad gesiegt, in Turin an der Europameisterschaft für Pianisten 2010, ferner an Wettbewerben Arianne Katcz in Tel Aviv und Jacob Filler in New Yor, Er hat an Konzerten anlässlich wichtiger Jubiläen - 200 Jahre seit der Geburt von Frederic Chopin und Robert Schumann in Belgrad sowie an verschiedenen Konzerten seiner Abteilung im großen Saal der Stiftung "Kolarac" teilgenommen.

Im Sommer 2012 und 2013 nahm er mit großem Erfolg auch an der Internatioanlen Pyanisten-Akademie Tel Hai in Israel, und wurde demnächst zum Studium an der nach Zubin Mehta genannte Hochschule in Tel Aviv eingeladen, an der Abteilung des bekannten Pyanisten und Pädagogen Emanuale Krasovski.

- Das war mein erster, längerer Aufenthalt im Ausland. Ich habe fast drei Jahre in Israel verbracht und das war eine wunderschöne Erfahrung und Zeit für micht. Der ganze Prozess war aber, icht begreife das erst jetzt, ein wahrer Schock für mich - ich war in einem Land, wo man eine andere, mir völlig unbekante Sprache spricht und eine andere Kultur hat - erzählt er.

Im Janaur 2013 nahm er in Ägypten an Klavirabenden in Kairo und Alexandria teil, und wurde aufgrund einer Videoaufnahme zur Teilnahme am sehr wichtigen internationalen Wettbewerb "Steps, towards mastery" in Sankt Petersburg im Juni 2013 eingeladen. Er hat dort den ersten Preis in der größten Drei-Stufen-Kategorie gewonnen. Er hat im Finale ein Konzert von Rachmaninoff mit dem Leningrader Philharmonischen Orchester gespielt.

- Es handelt sich um einen der größten Wettbewerbe für junge Pianisten im Alter unter 19 Jahren. Ich bin damals zum ersten Mal an einem so großen Wettbewerb ohne Begleitung teilgenommen, gewöhnlich sind meine Leherer oder Familienmitglieder da - sagt Nenad und erinnert sich an interessante Ereignisse in Russland:

- Eine halbe Stunde vor dem Auftritt in der dritten, Finalrunde habe ich meinen Pass, Geld, Dokumente verloren, oder genauer gesagt, hat man mich in der U-Bank bestohlen. Trotz dieser traumatischen Erfahrung habe ich im Konzert gespielt, und erst demnächst Organisatoren davon erzählt. Sie brachten mich zur Polizei, wo ich mein Problem erklären sollte und dabei zufällig verhaftet wurde. In der Haft erhielt ich die Informatione, dass ich den ersten Preis gewonnen habe, das Geld und alles andere.

Neben dem Hauptpreis hat er damals die Auszeichnung für die beste Aufführung des Werks eines russischen Komponisten sowie einen Preis der Organistion der internationalen Wettbewerbe EMCY gewonnen.

Im April 2013 wurde er als der begabteste Klavierstuden der Fakultät für Musikkunst in Belgrad von der Stiftung Olga Mihailovic belohnt. Am Wettbewerb "Jeunesse musicale" im März 2014 gelang er ins Halbfinale und auch dort als der erfolgreichste Kandidt aus unserem Land ausgezeichnet. Im April dieses Jahres wurde er von der Stiftung Emil Hajek als aussichtsreichster junger Pianist an der Belgrader Fakultät für Musikkunst ausgezeichnet.

Finanzielle Unterstützung

Ständige Reisen belasten sein Budget, sagt Nenad und fügt hinzu, dass er früher das Geld für Fahrkarten allein ersparen konne.

- Seit meinem 17. Lebensjahr bin ich als Lehrer in der Musikschule "Stankovic" engagiert, und es gab auch Geburtstagspartys, meine Verwandten haben geholfen... Ich hatte aber auch Glück, für die größten Kosten wie das Studium im Ausland seriöse Sponsoren zu finden. Es handelte sich nicht um große Unternehmen, sondern um gutmütige Menschen mit Geld, die anderen helfen wollen - erklärt Nenad.

Die bekannte Journalistin und Fernsehmoderatorin Mira Adanja-Polak hat ihm vor sechs Jahren, im Sommer 2011, durch ihre Kampagne ermöglicht, ein neues Klavier zu bekaommen. Nenad hat damals nur über ein altes schlechtes Instrument verfügt, das jahrzehntelang in der Familie war. Als der Bruder ihn angemeldet hat, wollte die Journalistin zunächst prüfen, ob er solches Geschenk verdient. Nach der positiven Antwort von der Fakultät, erhielt Nenad ein hochwertiges Instrument. Seitdem spielt er darauf.

Von Rachmaninov bis zu Monty Python

Vor der Rückkehr aus Israel begann er, ganz zufällig, sich mit Musicals zu beschäftigen. Nenads Bruder Hrvoje nahm am Projekt "Spamalot" teil, und die Dirigentin Vesna Souc hat ihn zum Theater "Pozoriste na Terazijama" eingeladen. Nenad nahm an diesem Broadway-Spektakel teil.

- Ich habe schließlich auch im Theater "Pozoriste na Terazijama" gelandet - sagt der Gast von eKapija lächelnd und fügt hinzu, das Musical sei das einzige Genre neben der klassischen Musik, das ihn interessiert, aber nur wenn er genug Zeit hat.

Musicals wie "Spamalot" seien, seiner Meinung nach, gut, weil sie das Publikum zum Lachen bringen. Und die Musik ist einfach und angenehm genug, dass man sich daran tagelang nach der Vorstellung erinnert. Es gibt aber sehr viele Details, die für das Publikum verborgen bleiben.

- Außer der klassischen höre ich jede hochwertige Musik. Das bedeutet, die Musik, die ehrliche Gefühle in mir hervorruft. Das können Volksmusik, Jazz, Musical, aber auch Rock und Heavy Metall sein...


Marko Andrejić

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