Quelle: eKapija | Donnerstag, 05.01.2017.| 01:23
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Aleksandra Djurdjevic, Generaldirektorin der Delta Auto Group - Von Philosophie zu Automobilindustrie

Aleksandra Djurdjevic
Aleksandra Djurdjevic
Sie studierte Philosophie mit dem Wunsch, die Welt zu verändern. Nach dem Abschluss blieb sie an der Fakultät, überzeugt davon, dass sie sich mit der wissenschaftlichen Forschung beschäftigen wird. Der Wunsch nach mehr Dynamik, schnellen Änderungen und Unabhängigkeit führte sie schon nach einem Jahr zur Marketingagentur McCann Erickson, und demnächst zur Automobilindustrie und der Welt der Immobilien. Aleksandra Djurdjevic ist derzeit an der Spitze der Delta Auto Group und behauptet, dass sie sich nach einem Jahrzehnt nicht mehr als "Frau in der männlichen Welt der Autos" erlebt, weil sie sich hier gut auskenne.


- Ich hatte immer Bedürfnis, Systeme in Ordnung zu bringen, wagemutige Projekte zu organisieren und hoch gesteckte Ziele zu erreichen. Ich bin, auf der anderen Seite, froh, die Zeit mit intelligenten, kreativen und fleißigen Menschen zu verbringen und mit ihnen zusammenzuarbeiten. Manche Rollen in unserem Leben wählen wir selbst, und in manchen müssen wir uns einfach finden. Und wir erkennen uns selbst unterwegs - so startet Aleksandra ihre Lebensgeschichte.


Sie habe, laut ihren Worten, einige Chancen verpasst, das Leben in anderen Ländern zu erfahren. Sie frage sich deshalb manchmal, wie es gewesen wäre, wenn sie eine andere Entscheidung getroffen hätte. Ihr sei trotzdem klar, dass die Bindung an Familie, Freunde und ihre Heimat schließlich immer überwiegen würde.

Schnelle Veränderungen


Aleksandra Djurdjevic habe, laut ihren Worten, eine ziemlich schöne und glückliche Kindheit gehabt, trotz der Umstände, unter denen ihre Generation aufgewachsen sei. Während der Schulzeit und insbesondere während des Studiums habe sie sehr viel gereist und dabei an zahlreichen Projekten der Nichtregierungsorganisationen teilgenommen.


- Mein erster Job bei McCann Erickson war sehr anspruchsvoll, aber diese Jahre haben meine Vorstellung von Business konstruktiv beeinflusst. Ich habe demnächst zu Delta Automoto (Honda, Fiat, Alfa, Lancia) gewechselt, wo ich die Marketingabteilung geleitet habe. Mein nächstes Engagement war bei Honda, wo ich drei Jahre das Amt der Direktorin ausgeübt habe. Das ermöglichte mir, eine Menge ERfahrung mit Management komplexer Organisationen und verschiedener Sektoren zu sammeln - unterstreicht Djurdjevic.


Nach der Beschäftigung mit Autos, war sie ein Jahr lang in einer ganz anderen Branche tätig - Immobiliensektor, im Unternehmen Delta Real Estate als Entwicklungsdirektorin, wo sie sich mit anderen Dimensionen des Geschäfts bekannt gemacht hat, die mit ihren früheren Erfahrungen fast nichts gemeinsam hatten.


- Es scheint mir, dass ich in dieser Rolle, in erster Linie, meine eigenen Grenzen erkannt habe. Ich kehrte demnächst in die Autobranche zurück, als Generaldirektorin der Delta Auto Gruppe, wo ich neben Honda auch für Marken BMW und MINI verantwortlich bin. Ich habe von ihnen in diesen neun Monaten sehr viel gelernt.


Plötzliche und abrupte Veränderungen verlangen oft "übermenschliche" Bemühungen der gesamten Organisation - vom dramatischen Rückgang der ganzen Automobilindustrie 2008 bis zu Naturkatastrophen (in Japan) und Kurswechsel, die das ganze Geschäft in nur einem Tag völlig umdrehen, unterstreicht Aleksandra. In ihrem Fall muss man nicht den Wechel (von der Automobilindustrie zum Immobiliensektor) vergessen, weil das sehr viel Lernen und Selbstvertrauen verlangte.



- Ich bin fast zehn Jahre in der Automobilindustrie tätig und erlebe mich nicht mehr als Frau in der "mänlichen Welt", bzw. als etwas Ungewöhnliches, weil ich mich in dieser Branche sehr gut auskenne. Das Unternehmen, wo ich arbeite, fördert die Gleichstellung der Geschlechter in der Praxis, weshalb Frauen in Führungspositionen keineswegs selten sind. Unabhängig davon, ob es um Kollegen oder Kolleginnen, Anfänger oder erfahrene Mitarbeiter geht, kommunzieren wir und arbeiten auf gleicher Basis, etwas anderes wäre hier unakzeptabel.


Sie sagt, sie habe in diesem Job sehr viel über Autos gelernt, sowie darüber, wie schnell sich diese Indsutrie verändert. Sech Monate nach der Premiere wird das Auto nicht mehr als ein neues Modell berücksichtigt. Und wie drastisch sich dieses Segment in relativ naher Zukunft verändern wird, können wir uns nicht einmal vorstellen.


- Noch mehr habe ich über Wünsche und Forderungen der Käufer gelernt, und wie man diese komplexe Aufgabe erledigen kann. Autohersteller tun ihr Bestes, um auf immer komplexere Forderungen und Bedürfnisse ihrer Kunden einzugehen, und das könnte der richtige Weg in die Zukunft sein - möglichst viel echte Innovationen in kurzer Zeit einzuführen.



Anspruchsvoll gegenüber sich selbst und anderen


Aleksandra unterstreicht, sie sei sehr operativ und bevorzuge, mit Kollegen, wenn immer möglich, in direkter Kommunikation zu sein. Sie beschreibt sich als sehr anspruchsvoll, gegenüber ihrem Team und sich selbst. Sie versuche immer, maximal fair und konsequent zu sein, weil dies die einzig richtige Art und Weise für die Zusammenarbeit mit dem Team und Kunden sei.

- Ich habe viele Dinge früher sehr dramatisch erlebt, und bin mir jetzt bewusst, dass ich daran auch viel Spaß haben kann. Das Engagement ist entscheidend, habe ich gelern sowie dass man zwei Dinge nicht übersehen kann - es ist immer deutlich, wie viel jemand arbeitet, und wie viel nicht. Alles wird schließlich klar. Es ist auch gut, sich um Ansichten und Ideen zu kämpfen, ohne das, kann man keinen Erfolg erwarten. Man muss wagemutig und kühn sein, wenn es um Innovatioenn geht, und der beste in seinem Bereich sein.


Unsere Gästin sagt, dass sie "ein Talent für die Menschen und Beziehungen" habe. Sie könne andere hören und sie gut beraten, aber "nicht immer sich selbst". Das Vertrauen zu Menschen und zu enormen Potenzialen seien ihre große Tugend. Sie habe auch große Erwartungen. Sie respektiert Kollegen, die fleißig sind, und sich ständig fortbilden wollen. Sie schätzt das Know-how und das Engagement, und manchmal auch die gelegentliche Hartnäckigkeit im Geschäft.



- Das Unternehmen, wo ich fast ein Jahrzehnt arbeite, investiert in das Personal und besteht auf der Modernisierung der Verfahren, der Ausbildung und Motivation der Mitarbeiter.



Der Geschäftsplan von Delta Automoto für das nächste Jahr ist mehr als wagemutig und anspruchsvoll. Man will neue Programme im Bereich der Hybrid- und Elektrofahrzeuge einführen.


- Es handelt sich um eine große Herausforderung in Hinsicht darauf, dass die Infrastruktur und der Rechtsrahmen in unserem Land entweder sehr unentwickelt, oder überhaupt nicht vorhanden sind. Als einer der weltweit führenden Anbieter in diesem Bereich wird uns BMW mit Vorschlägen und Lösungen, fast genauso wie in alen anderen Ländern in der Region, helfen. Wir glauben, mit diesem Segment, uns als Land einen Schritt näher an europäische Normen zu komen. 2017 findet in Belgrad die Internationale Automobilausstellung statt, an der neue Modelle von BMW, MINI und Honda vorzustellen sind. Das sind die wichtigsten Eregnisse jedes Jahr, von denen man immer sehr viel erwartet - so Aleksandra.



Reisen als die größte Leidenschaft



Die Gästin von eKapija mag Tiere und die Natur, und die Reisen sind ihre größte Leidenschaft.


- Ich reise gern an ferne Orte, um die Welt in völlig anderen und merkwürdigen Formen wahrzunehmen. Ich mag Fernost und Afrika. Auf solchen Reisen erlebe die richtige Dosis an Realität, Größe und Erhabenheit der Welt, in der wir leben.


Ihre seltene und wertvolle Freizeit verbringt sie am liebsten mit Freunden. Am wichtigsten dabei ist, dass sie hochwertig, dynamisch und kreativ ist. Die letzten Monate waren sehr intensiv für sie, weshalb sie versucht, jeden freien Moment mit ihrere Familie zu verbringen.


"Das Niveau des Selbstbewußtseins und die wichtigsten Werte, die sich mit der Zeit weder verändert, noch verzerrt haben", bezeichnet sie als ihr größter Lebenserfolg. Jeder muss sich selbst bewusst sein, unabhängig von seiner Position. Man muss nicht erlauben, dass dieser Umstand ihn drastisch verländert. Führende Ergebnisse bei verschiedenen Gelegenheiten und die Positon "Best Practice", die sie von ausländischen Partnern für BMW und Honda erhielt, gehören zu ihren größten geschäftlichen Erfolgen.


- Priortiäten ändern sich im Laufe der Zeit. Die Mutterschaft und Familie sind an erster Stelle für mich, aber meine Freunde und Karriere sind auch etwas, worum sich meine Welt derzeit dreht.


Sie schätzt Empathie, Gerechtigkeit und Güte hoch, und behauptet auch, sie könnte ohne niemands Erfolg bewundern, wenn diese Werte nicht vorhanden wären. Sie versucht immer, sich mit positiven, intelligenten und edlen Menschen zu umgeben, und auch selbst positiv zu bleiben.



- Wie alle Eltern in der Welt möchte ich mein Kind zu einem guten Menschen, mit richtigen Werten erziehen, umgeben von einer glücklichen Familie. Ich neige dazu, Probleme zu lösen, und die Dinge so zu organisieren, dass sie gut funktionieren. Ich mag meinen Job und genieße die Zusammenarbeit mit meinem Team, aber ich die meiste Zeit in Spannung und Eile verbringe. Zu diesem Zeitpunkt in meinem Leben will ich in erster Linie ein Gleichgewicht in wichtigen Dingen im Leben finden - sagt Aleksandra Djurdjevic am Ende des Gesprächs mit eKapija.


Marko Andrejić

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