Quelle: eKapija | Freitag, 25.11.2016.| 14:56
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Tiziano Giovannetti, Exekutivdirektor von MK Fintel Wind - Wir planen neue Investitionen in Windparks in Serbien

Tiziano Giovannetti
Tiziano Giovannetti
MK Fintel Wind hat im Oktober dieses Jahres im Dorf Zagajica bei Vrsac den ersten Windpark im Südbanat in Betrieb genommen. Das Unternehmen will jetzt noch einen Windpark in Vrsac, sowie ein Kraftwerk in Veliko Gradiste bauen lassen. Über diese Projekte und andere Pläne sowie über die geschäftliche Umgebung und Investitionsbedingungen in Serbien im Bereich erneuerbare Energien haben wir mit dem Exekutivdirektor von Fintel Energia Spa und MK Fintel Wind Tizano Giovanetti gesprochen.

eKapija: Ihr Unternehmen hat unlängst den ersten Windpark im Südbanat eröffnet. Was bedeutet La Piccolina für Bewohner dieses Teils von Serbien und wie viel Haushalte kann dieses Kraftwerk mit Strom versorgen?

- Nachdem wir im Vorjahr den ersten Windpark in Serbien, in Kula eröffnet hatten, setzten wir unser Projekt im Bereich erneuerbare Energien fort. Anfang Oktober haben wir Windkraftanlagen auf dem Territorium des Dorfes Zagajica, unweit von Vrsac, offiziell in Betrieb genommen. Die installierten Kapazitäten ermöglichen die Erzeugung von rund zwanzig Gigawattstunden Strom jährlich, ausreichen für rund 5.000 Bewohner von Vrsac und von umleigenden Dörfern. Ein großer Nutzen davon wird auch das ganze Stromversorgungssystem Serbiens ziehen.

eKapija: Wie viel hat dieses Projekt gekostet und was ist die erwartete Gesamtjahresproduktion?

- MK Fintel Wind hat in den letzten Jahren große Finanzmittel in dieses Projekt investiert, in die Rekrutierung von Mitarbeitern, Erwerb von Parzellen, geologische Untersuchungen, in Genehmigungne, Erstellung von technischen Unterlagen und alle anderen Schritte, die notwendig waren. Der ganze Betrag wurde in die serbische Wirtschaft investiert. Der Bau des Windparks hat uns mehr als 10 Mio. EUR gekostet.

eKapija: Wie viel Mitarbeiter wurden für den Bau und Vorbereitungen, und wie viel nach der Inbetriebnahme des Kraftwerks engagiert?

- Die ersten Arbeiten in Zagajica wurden noch im Oktober 2015 aufgenommen und wir haben insgesamt 100 Fachkräfte engagiert. Für die Wartung, Überwachung der Produktion und Verwaltung des Windparks La Piccolina sind derzeit rund zwanzig Mitarbeiter benötigt.

eKapija: Wie war die Zusammenarbeit zwischen italienischen und serbischen Unternehmen und Arbeitern in diesem Projekt? Was können sie voneinander lernen?

- Ich möchte diese Gelegenheit nutzen und alle lokalen Unternehmen und Arbeitnehmern loben, die wir für die Realisierung dieses Projekts engagierten. Alle Erfahrungen und Kenntnisse, die sie beim Bau von La Piccolina erwarben, haben sie selbstlos untereinander geteilt, was nicht nur den Prozess beschleunigt und erleichtert, sondern auch die Qualität unserer Mitarbeiter erhöht hat. Wir haben dadurch ihre Kenntnisse und Kompetenzen in verschiednene Bereichen verbessert, und alles das mit dem Ziel, solche Projekte in der Zukunft selbstständig zu realisieren.

eKapija: Der erste Windparks Ihres Unternehmens in Serbien wurde in der Umgebung von Kula gebaut? Wie ist die jährliche Produktion und wie viele Haushalte werden mit Strom versorgt?

- Der Windpark in Kula ist in bester Ordnung. Er wurde für niedrigere Windgeschwindigkeiten entwickelt, die für dieses Gebiet typisch sind. Innerhalb von etwa mehr als sieben Monaten hat die Produktion das befriedigende Niveau erreicht. Es gab keine technischen Probleme und der Windpark arbeitet störungslos. Durch den Bau des Windparks in Kula haben wir zur Stabilität des heimischen Energiesektors und der Energiesicherheit beigetragen.

eKapija: Das Unternehmen MK Fintel Wind will nach La Piccolina noch einen Windpark mit sogar 20 Windkraftanlagen in der Umgebung von Vrsac bauen lassen.

- Wir bereiten derzeit mit Volldampf den Baubeginn für den Windpark Kosava vor. Es handelt sich um die nächste seriöse Herausforderung für uns. Die Organisation, der Bau und die Montage eines so großen Windparks stellt eine sehr anspruchsvolle Unternehmung.

eKapija: Sie haben ähnliche Projekte auch für Veliko Gradiste angekündigt. Wann sollte diese Investition realisiert werden, wann können wir den Baubeginn erwarten?

- Außer für Projekte in der Vojvodina wurden uns Baugenehmigungen für einen Windpark mit einer Leistung von 9,225 MW in Veliko Gradiste, in Zentralserbien erteilt. Es handelt sich um den Windpark Ram, der grüne Energie für rund 7.000 Haushalte generieren sollte. Dieser Windpark sollte vom abhängigen Unternehmen "Vetropark RAM" betrieben werden, an dem sich die Fintel Energie Group SpA mit 54% beteiligt. Die MK Holding beteiligt sich mit restlichen 46%.

eKapija: Planen Sie noch einige Windparks in unserem Land und in welchen Teilen des Landes? Eignet sich Serbien im Prinzip für solche Projekte und was sind Bedingungen dafür?

- Serbien hat großes Potenzial, wenn es um die erneuerbaren Energien geht, insbesondere wenn es um die Wind- und Wasserenergie geht. Der Unterschied zwischen Potenzialen und der Nutzung erneuerbarer Energiequellen in unserem Land ist aber groß. Außer der Erweiterung der Kapazitäten im Banat, der Vojovdina und im Donau-Gebiet wollen wir in der Zukunft weitere Windparks bauen lassen, um eigene Kapazitäten zu stärken, und zur effizienteren Nutzung von erneuerbaren Quellen beizutragen.

eKapija: Es ist vorgesehen, dass 27% des Energieverbrauchs in Serbien bis 2020 aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt wird. Gibt es Kapazitäten, ihrer Meinung nach, dafür, dass unser Land dieses Ziel realisiert.

- Durch den Bau von zwei Windparks in Serbien sind wir der Realisierung des festgesetzten Ziels für das Jahr 2020 einen Schritt näher gekommen. Wenn wir in die EU wollen, müssen wir uns auf die Diversifizierung von Energiequellen konentrieren. Die Erweiterung von Produktionskapazitäten, die Strom aus erneuerbaren Energiequellen erzeugen, wird zweifellos die wirtschaftliche Stabiltität und Unabhängigkeit stärken.

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