Quelle: eKapija | Donnerstag, 05.05.2016.| 15:56
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Martin Knapp, geschäftsführender Direktor der Deutsch-Serbischen Wirtschaftskammer - Wir werden Serbien als Partner helfen, wirtschaftliche Reformen vollständig umzusetzen

Martin Knapp

Mitte April dieses Jahres wurde in Belgrad die Deutsch-Serbische Wirtschaftskammer (AHK Serbien) gegründet und dadurch ein bedeutender Schritt im Rahmen der Deutsch-Serbischen wirtschaftlichen Zusammenarbeit gemacht. Die Gründung stellt zugleich eine wichtige Botschaft für deutsche Unternehmen dar, die Serbien künftig als zuverlässigen und guten Geschäftspartner erkennen werden.

Die Kammer arbeitet als Interessenvertreter der Mitgliedsfirmen des Netzwerks, die notwendige Informationen und Unterstützung in ihrer Geschäftstätigkeit bieten und setzt sich für deutsch-serbischen Handelsaustausch und Förderung der Zusammenarbeit in allen Wirtschaftsbereiche. Eine der Hauptaufgaben der Kammer ist auch die Verbesserung der dualen Ausbildung in Serbien, sowie die maximale Nutzung serbischer Industriekapazitäten für die deutsche Industrie, die ständig auf Suche nach zuverlässigen Zulieferern ist.

- Die Gründung der Deutsch-Serbischen Wirtschaftskammer ist Zeichen dafür, dass Serbien große wirtschaftliche Fortschritte gemacht hat - erfahren wir im Gespräch mit dem geschäftsführenden Direktor der AHK Serbien, Martin Knapp.

Die intensive Zusammenarbeit zwischen deutschen und serbischen Unternehmen dauert eineinhalb Jahrzehnte, erinnert er. Mit der Gründung der Kammer wurde die wirtschaftliche Zusammenarbeit institutionalisiert, die jahrelang durch Delegation der Deutschen Wirtschaft in Serbien (AHK), Service-Marke DEinternational und Deutsch-Serbische Wirtschaftsvereinigung (DSW) gepflegt wurde.

eKapija: Die Deutsch-Serbische Wirtschaftskammer ist die erste bilaterale Kammer, die nach dem neuen Gesetz für Handelskammern in Serbien, aufgrund der Vereinbarung der Regierungen beider Länder gegründet wurde. Was ist ihre zusätzliche Bedeutung im Vergleich zu den früheren Vereinigungen und was wird sie für die Beziehungen zwischen unseren zwei Ländern bedeuten?

- Bisherige Aktivitäten und Prioritäten im Rahmen der bestehenden Vereinigung und der Delegation bleiben unverändert, aber die neue Form und die unmittelbare Zusammenarbeit mit Institutionen in Serbien ermöglichen uns die effizientere Kommunikation und Interessenvertretung für Unternehmen in Serbien. Die Kammer wird bedeutende Projekte umsetzen, in Zusammenhang mit der Unternehmenspraxis, der dualen Ausbildung und Programmen, die serbischen Unternehmen ermöglichen, Zulieferer der deutschen Industrie zu werden.

eKapija: Deutschland ist der zweitgrößte Handelspartner Serbiens, wo derzeit 350 deutsche Unternehmen tätig sind. Was bedeutet die Gründung der bilateralen Wirtschaftskammer für deutsche Unternehmen? Bedeutet das, dass das Investitionsklima verbessert und die Investitionsrisiken in Serbien verringert wurden?

- Wir sollten nicht die Tatsache ignorieren, dass die Bundesrepublik Deutschland die Vertretung ihrer wirtschaftlichen Interessen zum größten Teil deutschen bilateralen Außenhandelskammern überlassen hat, und Serbien ist jetzt zum Mitglied dieses Netzwerks mit 130 Büros in 90 Ländern geworden. Deutsche Außenhandels- und Industriekammern unterscheiden sich dadurch von bilateralen Kammern anderer Länder. Eben das ist die Botschaft, die wir durch die offizielle Gründung der Deutsch-Serbischen Wirtschaftskammer deutschen Unternehmen geschickt haben: Serbien ist heute ein ganz zuverlässiger und vielversprechender Geschäftspartner, der große Wirtschaftsreformschritte gemacht hat.

eKapija: Wie beurteilen Sie den aktuellen Prozess der wirtschaftlichen Reformen? Sind Sie der gleichen Meinung wie einige EU-Vertreter, dass die Reformen mehr Investitionen nach Serbien holen werden?

- Serbien hat wichtige Reformen gestartet und muss sie unbedingt fortsetzen. Die Kammer wird als verlässlicher Ansprechpartner den serbischen Wirtschaftsinstitutionen auf dem Reformweg in die EU zur Verfügung stehen. Wenn es um die Wirtschaft in Serbien geht, ist Deutschland im Zentrum des Interesses. In Hinblick auf die Tatsache, dass in den vergangenen drei Jahren mehr als 5.000 Arbeitsplätze von den deutschen Unternehmen geschaffen wurden, können wir von beiderseitigem Interesse reden. Es gibt, glücklicherweise, immer mehr Unternehmen, die an Serbien als Standort der Produktion interessiert sind.

eKapija: Sie haben sich sehr stark für die Verabschiedung des neuen Gesetzes über Wirtschaftskammern in Serbien eingesetzt, das die Pflichtmitgliedschaft in der PKS ab dem Januar 2017 vorsieht. Was werden seine ersten Auswirkungen auf Unternehmen in Serbien sein?

- Die Reform des Kammersystems ist eine der wichtigsten REformen überhaupt. Die effiziente Selbstverwaltung der Wirtschaft kann das Wirtschaftsministerium in vielen Bereichen ersetzen und sie selbst regeln.

Ivana Bezarević

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