Quelle: eKapija | Dienstag, 01.09.2015.| 17:20
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Marinos Vathis, Vorsitzender des Exekutivrats der "Vojvođanska banka" - Wirtschaftliche Entwicklung als einzige Lösung für notleidende Kredite

Marinos Vathis
Marinos Vathis


Die Regierung Serbiens hat vor kurzem eine Strategie für die Lösung des Problems mit notleidenden Krediten (non-performing loan, NPL) beschlossen, welche, unter anderem, die Stärkung der Kapazitäten der Banken und Institutionen für die Bekämpfung dieses Problems vorsieht.

In einem Interview für das Portal "eKapija" begrüßte Marinos Vathis, Vorsitzende des Exekutivrats der Bank "Vojvođanska banka" die erwähnte Strategie als ein detailliertes Dokument, das alle Aspekte dieses Problems umfasst außer der Möglichkeit, die Forderungen der Privatkunden an Drittpersonen zu verkaufen.


In der Strategie sind alle Probleme der Banken mit solchen Kredite angeführt und mehrere Lösungen dafür vorgeschlagen, sagte Vathis. Besonders wichtig ist die Tatsache, dass der Staat die Notwendigkeit der Verbesserung der gerichtlichen und außergerichtlichen Umstrukturierung und Insolvenz, der Vollstreckung erkannt hat, ferner die Frage der Bewertung von Sicherheiten, die Kapazitäten und die Kompetenzen der Gericht sowie die Beseitigung von Steuerhindernissen.

In Hinsicht auf die Komplexität des Problems sind die Zusammenarbeit und die Übereinstimmung zwischen dem öffentlichen und privaten Sektor notwendig, unterstreicht er. Die Banken haben sollten eine Auswahl bei der Lösung des Problems der notleidenden Kredite haben: Schuldenerlass, Verkauf oder etwas anderes.

eKapija: Parallel zur Strategie hat die Regierung auch einen Aktionsplan für ihre Realisierung beschlossen. Sind die dort festgesetzten Fristen, Ihrer Meinung nach, realistisch und erreichbar, insbesondere jene, die den Banksektor betreffen?

- Auf den ersten Blick scheint es mir, dass der von der Regierung beschlossene Aktionsplan vor allem Ministerien und die notwendige Änderung des Gesetzes betrifft. Als Vertreter des Privatsektors kann ich diese Maßnahmen nicht kommentieren. Ich kann nur sagen, dass die Zentralbank ihrerseits einen umfassenden Aktionsplan beschlossen hat, mit realistischen Zielen innerhalb von erreichbaren Fristen.

eKapija: Wie zufrieden sind Sie mit den bisherigen Reaktionen des Staates und der Zentralbank, wenn es um das Problem der notleidenden Kredite geht?

- Es handelt sich um ein langjähriges Problem, das mit der Zeit gewachsen ist und jetzt die Kreditaktivitäten und sogar das Wirtschaftswachstum des ganzes Landes gefährdet. Der Rückgang der Kaufkraft und der Gesamtnachfrage, ein hohes Niveau der uneinbringlichen Forderungen und die bedrohte Liquidität - das sind die größten Herausforderungen für uns.
Die einzige Lösung für die Überwindugn dieser Problem ist ein attraktives und sicheres Geschäftsumfeld, welchse der Staat durch Verabschiedung entsprechende Systemgesetze und demnächst durch ihre effizient und kompromisslose Anwendung sowie durch eine glaubwürdige Wirtschaftspolitik schaffen muss. Allumfassende Strukturreformen parallel zur Realisierung der beschlossenen Strategie sind ein sicherer Weg für die Lösung des Problems der notleidenden Kredite und für die Anziehung der serösen direkten Investitionen aus dem Ausland. Ohne dass ist die wirtschaftliche Erholung nicht möglich.

Der hohe Anteil der notleidenden Kredite wirkt sich sehr negativ auf die Bereitschaft der Banken, Risiken einzugehen, sowie auf das Kreditwachstum aus. Wir sind zufrieden mit den Aktivitäten des Staates, bzw. damit dass die Regierung das Problem erkannt und bestimmte Gesetze verabschiedet hat, aber wir sind auch der Meinung, dass zuständige Behörden ausreichend Raum für mehr Effizienz bei der Anwendung der Gesetze haben. In erster Linie Gerichte, Katastralämter, Massevewalter... Diese Strategie stellt jedenfalls einen großen Schritt weiter.

eKapija: Wir groß ist der Anteil der notleidenden Kredite in Ihrer Bank im Vergleich zum Gesamtwert der Kredite?

- Wir haben am Beispiel der "Vojvođanska banka" bewiesen, dass die gute Politik der Risikobewertung entscheidend für die erfolgreiche Ausübung der Geschäftstätigkeit und für unsere Kunden ist. Wir haben die Gesamtplatzierungen erfolgreich erhöht und der Anteil der notleidenden Kredit ist noch immer unter dem Marktdurchschnitt. Es ist wichtig für Banken, starke Platzierungen an Unternehmen zu haben, ohne negative Auswirkungen auf das Gesamtwachstum des Geschäfts.

eKapija: Wir groß ist der Anteil der notleidenden Darlehen bei Unternehmen und bei Privatkunden?

- Wenn es um den ganzen Banksektor in Serbien geht, erreichten die notleidenden Kredite im April dieses Jahrs den Wert von 3,7 Mrd. EUR. 52% davon entfallen auf Unternehmen und 16% auf Privatkunden. Ein ähnliches Verhältnis haben wir in der "Vojvođanska banka".

eKapija: Wie sieht die Struktur der Schuldner aus? In welchen Sektoren gibt es am meisten Schuldner?

- Ich habe gelesen, dass jedes zweite Bauunternehmen Probleme mit den notleidenden Krediten hat, jedes vierte Handelsunternehmen und Unternehmen in der Fertigungsindustrie. Es handelt sich vor allem um das Problem der Realwirtschaft. Bei unseren Kunden mit notleidenden Krediten dominieren Groß- und Einzelhandelsunternehmen.

eKapija: Wie groß ist der Anteil der insolventen Unternehmen?

- Viel geringer als der Marktdurchschnitt, der bei 20,2% liegt.

eKapija: Wie ist die Struktur der NPLs in Bezug auf Laufzeit und Verzögerung?

- Kurzfristige Kredite dominieren sowie Kredite mit Verspätung über 5 Jahre.

eKapija: Banken wurde bisher nicht erlaubt, die Forderungen gegenüber Privatkunden an Drittpersonen zu verkaufen. Sind Sie der Meinung ,dass diese Lösung im Rahmen der Strategie für NPL überlegt werden sollte?

- Die Kunden befürchten die Möglichkeit, dass die Bank ihre Schulden an Inkassobüros verkaufen. Diese Angst ist unbegründet. Inkassogesellschaften in entwickelten Ländern sind Profis, die sich mit solchen Problemen mit mehr Aufmerksamkeit, mehr Wissen und Erfahrung beschäftigen und Kunden besser strukturierte und günstigere Lösungen als Banken bieten können.

Ich will hier wiederholen, dass die Banken eine Auswahl für die Lösung des Problems mit notleidenden Krediten haben sollten, einschließlich der Möglichkeit, die Forderungen an Drittpersonen zu verkaufen. Solche Inkassobüros sollten zugleich streng überwacht und geregelt werden, um den Missbrauch zu verhindern.

eKapija: Wie hat Ihre Bank bisher das Problem der notleidenden Kredite bekämpft?
- Das Problem der notleidenden Kredite ist mit einem allgemein schlechten Zustand der Wirtschaft eng verbundne und lässt sich langfristig nur durch die Stabilisierung der Wirtschaft und das Wirtschaftswachstum lösen. Die Banken müssen ihre Bilanzen von faulen Platzierungen reinigen, um das frische Kapital zu sichern und um mehr Liquidität für ihr Kerngeschäft: gesunde Platzierungen zu haben. Es gibt immer mehr Länder, in denen Zentarlbanken an der Lösung dieses Problems gemeinsam mit den privaten Banken arbeiten. So etwas erwartet uns unausweichlich.
Ich sehe, dass die Strategie die Lösungen wie die Stärkung der Kapazitäten der Banken für die Bekämpfung notleidender Kredite enthält, und ich begrüße das. Bei uns in der "Vojvođanska banka" gibt es eine Abteilung, die sich ausschließlich mit den riskanten Platzierungen beschäftigt.
Dank einem konservativen Konzept der Kreditierung und einer strikten Politik der Risikobewertung gelang es uns, das Niveau der riskanten Platzierungen unter dem Marktdurchschnitt zu halten. Wir hatten kein Problem mit den größten Verlustunternehmen. Wir versuchen immer, eine Lösung in unserem Interesse und im Interesse unserer Kunden zu finden, wie z. B. Gnadnefristen, niedrigere Zinsen, Umschuldung usw.
eKapija: Wie groß ist das Interesse der Unternehmen an neuen Krediten?
- Die Nachfrage ist immer stark, aber es gibt immer mehr kreditwürdige Unternehmen und das ist entscheidend.
eKapija: Warum leihen Unternehmen das Geld?
- Die Erhaltung der Liquidität ist in den letzten Jahren leider zum Hauptziel der meisten Unternehmen in Serbien geworden. Die Kreditnachfrage konzentriert sich hauptsächlich auf Kredite für die Erhaltung der Liquidität und die Finanzierung des Umlaufvermögens.
FOKUS AUF DIE UNTERSTÜTZUNG VON KLEIN- UND MITTELSTANDSUNTERNEHMEN
- Wir bieten eine breite Palette von Produkten und Dienstleistungen und pflegen enge Beziehungen zu unseren Kunden, in Form der Beratung und Ausbildung einerseits. Wir verushcen andererseits, unsere Produkte und Dienstleistungen an ihre Bedürfnisse anzupassen. Wir sind auf die Unterstützung von Klein- und Mittelstandsunternehmen sowie auf die finanzielle Beratung und Unterstützung durch unsere vier Regionalzentren in Belgrad, Novi Sad, Subotica und Kragujevac fokusiert.
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