Quelle: eKapija | Montag, 29.12.2014.| 00:12
Lesen Sie einen Artikel aus Drucken Sie die Nachricht

Jovica Božić, Inhaber des Unternehmens "Božić i sinovi" - Wir investieren 10 Mio. EUR in neue Recyclinganlagen

Jovica Božić

Das Unternehmen "Božić i sinovi" will in der folgenden Zeit 10 Mio. EUR in neue Recyclinganlage in der Umgebung von Pančevo investieren. Über diese Neuigkeiten, die Lage der Recyclingunternehmen und die Verbesserung des Umweltschutzes haben wir mit Jovica Božić, Inhaber des Unternehmens "Božić i sinovi" gesprochen.

eKapija: Der Umweltschutz ist seit der Bildung der neuen Regierung nicht mehr im Zuständigkeitsbereich des Energie-, sondern des Landwirtschaftsministeriums. Welche Eindrücke haben Sie bisher gewonnen?

- Auch nach der Bildung der neuen Regierung in diesem Jahr hat der Umweltschutz den Status des "Untermieters" behalten, diesmal im Landwirtschaftsministerium. Der Umweltschutz ist Sektor, der eine kontinuierliche Überwachung und Übereinstimmung mit der Umgebung verlangt, vor allem mit den Richtlinie der EU. Durch Übergang aus einem in das andere Ministerium, in Struktur und Komplexität sehr ähnlich, aber sehr verschieden, haben wir viel verloren. Jede Veränderung in der Verwaltung, die diesen Wechsel begleitet hat, hat zu einem großen zetiverlust geführt. Es gibt zahlreiche Probleme im Umweltschutz in Serbien - das System ist zerstört, die Finanzierung abgeschafft. Es ist klar, dass wir ein nachhaltiges System benötigen, aber auch dass die grüne Industrie enorme Kapazitäten hat.

eKapija: Sie setzen sich für die Bildung eines separaten Umweltschutzministeriums ein?

- Solches Ministerium könnte sich vollständig Problemen des Umweltschutzes in Serbien widmen und dieses System verbessern. Insbesondere im Moment, wenn sich Serbien zur Erfüllung zahlreicher europäischen Normen verpflichtet und das Kapitel 27 eröffnet hat. Im Rahmen dieses Kapitels werden die horizontale Gesetzgebung, die Luftqualität, der Lärmschutz, das Abfallmanagement, der Naturschutz, Chemikalien, die Kontrolel der industrieleln Verschmutzung, das Risikomanagement und der Klimawandel erörtert.

Ein besonderes Ministerium wurde uns von der Europäischen Kommission empfohlen. Dieses Thema ist auf der Tagesordnugn seit der Rekonstruktion der Regierung des ehemaligen Premiers Ivica Dačić bis heute. An einem Treffen während des Besuchs der deutschen Delegation in Serbien Mitte November dieses Jahres in Belgrad hat man unserem Staat die Gründug eines Umweltschutzministeriums empfohlen oder wenigstens die Intensivierung der Arbeit des Landwirtschaftsministeriums in diesem Bereich, die Schließung von illegalen Deponien und Unternehmen, die im Bereich der Abfallwirtschaft illegal arbeiten.

eKapija: Wurden Ihrem Unternehmen die unterzeichneten Verträge über Abfalleverarbetiung für 2013 ausgezahlt?

- Wir haben im November den ganzen Betrag für 2013 erhalten. Die Verspätung hat zur Verlangsamung in der Sammlung von Rohstoffen geführt, die wir recyceln. Manchen Unternehmen wurden die Firmenkonten gesperrt. Man konnte sagen, dass wir das Geld im letzten Moment erhalten haben. Wir haben alle unsere Kapazitäten in Betrieb genommen. Ich erwarte um 20% bessere Ergebnisse in diesem Jahr im Vergleich zu 2013. Ohne finanzielle Probleme, bzw. wenn der Staat seine finanziellen Verpflichtungen rechtzeitig erfüllt hätte, wären unsere Ergebnisse in diesem Jahr um 60-90% besser.

eKapija: Der Staat hat den Wettbewerb um Fördermittel für Recyclingunternehmen für 2014 ausgeschrieben. Er ist bis Ende Januar 2015 eröffnet. Was erwarten sie davon?

- Der Umweltschutzfonds war früher gesetzlich zur Ausschreibugn dieses Wettbewerbs verpflichtet. Die Betreiber konnten sich um Fördermittel vierteljährlich bewerben. Der Fonds hat der verarbeitete und übereinstimmte Forderungen der Recycler innerhalb von 45 Tagen nach der Bewerbung ausgezahlt. Nach der Verabschiedung des Gesetzes über die Abschaffung des Umweltschutzfonds wurde das ganze System kompliziert und viele Probleme sind erschienen. Die Gebühren für das Recycling von elektrischen und elektronischen Abfälle werden in den Staatshaushalt eingezahlt und als öffentliche Einnahmen betrachtet und verwaltet. Es gibt Probleme mit der Zuständigkeit, Zahlungsfähigkeit, Übereinstimmung mit dem haushaltsplan. Recycler können mit den Fördermitteln nicht vierteljährlich rechnen, sondern hängen vom Haushaltsplan und eventuellen Haushaltsausgleichen ab.

(FotoNicoElNino/shutterstock.com)
Nach der Ausschreibung des aktuellen Wettbewerbs wurden wir in den ersten drei Quartalen kontrolliert. Diese Kontrollen wurden aber nicht durch entsprechenden Finanzinstrumetnen - Verträge unterstützt. Es handelt sich um ein neues Systemproblem. Wir haben dadurch weder eine Bestätigung für unsere frühere Arbeit, noch die finanzielle Berechnung erhalten. Die vierte vierteljährliche Kontrolle wird im Januar 2015 erwartet. Wir hoffen, Anfang des nächsten Jahres Verträge für die ausgeführten Arbeiten im Laufe 2014 mit dem Ministerium - dem Staat zu unterzeichnen. Durch Unterzeichnung des Vertrags wird der Staat unser Partner und verpflichtet sich zur Auszahlung von Fördermitteln für recycelte Abfälle.

eKapija: Man hat die Bildung eines Haushaltsfonds für den Umweltschutz angekündigt, und es wird auch die Gründung eines Nationalen Grünen Fonds überlegt. Wie gewiss ist die Bildung solcher Fonds? Was würde das für Recycler bedeuten?

- Man ist auf die Identifizierung eines neuen Finanzierugnssystems für den Umweltschutz fokusiert. Die EU-Kommission hat uns die möglichst schnelle Entwicklung eines Finanzierugnssystems und die Erweiterung von Verwaltungskapazitäten empfohlen. Die Finanzierung direkt aus dem Staatshaushalt wie bisher ist unhalbar, sehr riskant und unsicher. Die Finanzierung im Bereich des Umweltschutzes muss sichere und transparente Quellen haben. Ich rede von einer staatlichen, außerbudgetären und unabhängigen Institution, unabhängig davon, wie sie heißt. Solche Institution ist für die Finanzierung von Projekten notwendig, die im Rahmen des Instruments für Heranführungshilfe der EU zu finanzieren sind. Je schneller wir eine besondere finanzielle Institution bzw. Fonds bilden, desto schneller werden wir Investitionen in neue Anlagen und Technologien anziehen.

Ich bin fest überzeugt davon, dass die Abfallwirtschaft und Recyclingindustrie zu seltenen Wirtschaftszweigen mit einem kontinuierlichen Wachstum gehört. Nach der Gründung des Fonds wären wir bald der Sektor mit dem höchsten Wirtschaftswachstum in Serbien.

eKapija: Was sollte der Staat tun, um das Geschäftsumfeld für Recycler zu verbessern?

- Die größte Herausforderung für die Entscheidungsträger in Serbien ist es, eine entsprechende udn nachhaltige Finanzierugnsquelle für den Umweltschutz zu sichern. Und es gibt nur wenige in unserem Land. Ohne klare Entwicklungsstrategien, in Hinsicht auf den unentwickelten Markt und die Vernachlässigung der grundlegenden Postulate der nachhaltigen Entwicklung lässt sich das Prinzip "der Verschmutzer zahlt" und der "erweiterten Verantwortung" in Serbin nicht anwenden. Die effiziente Anwendung von wirtschaftlichen Instrumetnen muss gesetzlich definiert und marktorientiert sein. Die wirtschaftlichen Instrumente sollten sichere Finanzierungsquellen für den Umweltschutz sichern, bzw. das Umweltschutzniveau verbessern.

Wir müssen die Realisierung des Prinzips der "erweiterten Verantwortung" der Hersteller sichern. Eine der Möglichkeiten ist das Engagement der Handelsketten und Vertreiber, wie in anderen Ländern in Europa oder weltweit sein Handelsketten sind in der Schweiz der wichtigste Kanal für die Entsorgung von elektrischen und elektronischen Abfällen . Einzelhandelsgeschäfte sind als Zugangspunkte für zurückgekehrte Ausstattung definiert. Man muss auch nicht das Prinzip der territorialen Zugehörigkeit vergessen, um die Transportkosten zu senken und den Transport noch sicherer zu machen.

Der Handel mit gefährlichen Abfällen als Förderung ist völlig undenkbar und wird nur in Serbien angewandt. Gefährliche Abfälle müssen sicher entsorgt werden, man sollte nicht das Geld als Fördermittel nutzen. In Hinsicht auf viel höhere Kosten für die Sammlung, den Transport, die Lagerung, Behandlung und Entsorgung im Vergleich zum Gewinn, den man durch Verkauf von sekundären Rohstoffen nach dem Recyceln erzielt, ist es notwendig, das finanzielle Ungleichgewicht auszugleichen.

eKapija: Planen Sie den Bau einer Recyclinganlage für elektrische und elektronische Abfälle? Worum handelt es sich?

- Um den Schritt mit den Besten zu halten und uns noch besser sowohl in Serbien als auch in Europa zu positionieren, möchten wir einen Teil des Gewinns in den Erwerb einer neuen Recyclinganlage für elektrische und elektronische Abfälle investieren. Wir möchten möglichst viel Rohsteoffe wie Kupfer, Aluminium, Eisen, Kunststoff usw. aus Abfällen gewinnen.

Die zweite Entwicklugnsphase ist das urbane Bergbau. Wir arbeiten am Vorentwurf einer Anlage zur Verarbeitung von Kfz- und anderen Katalysatoren, zur Gewinnung von Edelmetallen aus verschiedenen Formen und Arten von Abfällen. Durch moderne technische Verfahren möchten wir Platin, Paladium, Zink, Gold, Blei usw. gewinnen.

Für die Realisierung von neuen technischen Lösungen für die Abfallverwertung brauchen wir mehr Kohärenz in Vorschriften aus verschiendnene Gesetzen. Nach 2020 wird es sehr schwieriger als derzeit sein, gefährliche Abfälle in die EU-Länder auszuführen. Der Staat will Anlagen zur Behandlugn solcher Abfälle eröffnen. Unsere Strategie ist es, die gleichen Anlagen zu eröffnen, aber es gibt viele Hindernisse.E s gibt eine große Diskrepanz zwischen dem Gesetz über die Abfallwirtschaft und Stadtplanungsunterlagen. Raumpläne sehen nur selten Standorte für die Entwicklung der Abfallwirtschaft vor. Wenn es so etwas gibt, handelt es sich nur um Siedlungs- und keinesfalls um gefährliche Abfälle. Erwähnte Hindernisse müssen beseitigt werden, damit wir eine Lösung finden können.

eKapija: Wann können Sie das realisieren? Wie groß ist diese Investition?

- Ich hoffe, dass wir die erste Phase der Investition im ersten Quartal 2015 realiseiren, unter der Bedingung, dasss der Staat alle gesetzlichen Verpflichtungen erfüllt, den notwendigen Wettbewerb ausschreibt sowie, dass wir einen Vertrag über Fördermittel aufgrund der verwerteten Menge der EE-Abfälle 2014 unterzeichnen.

Die zweite Phase hängt von der Erstellung des Regulierungsplans für die Siedlung Omoljica bzw. für eine Gewerbezone darin ab, wo wie investieren möchten. Es ist wichtig, dass Pläne den Bau auf diesem Standort erlauben. Ohne dass, ist es unmöglich, die euesten Technologien zu implementieren.

Vertreter des Staates reden täglich über die Bedeutung der wirtschaftlichen Entwicklung und Eröffnung neuer Arbeitsplätze einerseits, und schaffen andererseits keine klaren und sauberen gesetzlichen Möglichkeiten für die Realisierung. Das muss möglichst schnell verändert werden, weil wir uns sonst nicht entwickeln können. Es ist Wahnsinn, dass wir IT-Komponenten in die EU ausführen und dass andere, daraus wertvolle sekundäre Rohstoffe und Edelmetalle gewinnen. Es gibt nicht viele ausländische Investoren in der Abfallwirtschaft in Serbien. Ich glaube, dass es sich nur um einen Grund geht: undefinierte gesetzliche Bedingungen und das Fehlen an Unterlagen. Wir planen Investitionen im Wert über 10 Mio. EUR, die mindestens hundert Arbeitsplätze unmittelbar und mehr als tausend indirekt schaffen werden.

S.O.

Kommentare können ausschließlich angemeldete Nutzer eingeben.