Quelle: eKapija | Montag, 18.08.2014.| 16:52
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Haben Dörfer in Serbien eine Zukunft - Junge Architekten aus dem In- und Ausland bieten Lösungen für nachhaltiges Leben in ländlichen Gegenden

PermaVillage

Obwohl Ackerpreise in der Vojvodina 20.000 EUR/ha erreichen, werden unsere Dörfer immer mehr leer. Bauernhöfe in ganz Serbien werden zu symbolischen Preisen, für nur einige tausend Euro verkauft. Was könnte junge Menschen zum Leben auf dem Land ermutigen? Eine Antwort auf diese Frage versuchten junge Architekturstudenten aus der ganzen Welt im Rahmen des Programms in Mokrin,einem Dorf im Nordbanat zu geben.

Das Programm "International Workshop of Architecture 2014" zog Architekturstudenten aus Serbien, Italien, China, Israel, Kolumbien, Venezuela, Hong Kong, Australien an. Man hat ihnen Dörfer in der Vojvodina gezeigt und ermöglicht, Projekte und Ideen für ihre Rehabilitierung und Wiederbelebung zu entwickeln. erklärt Staša Radmilović, Organisatorin des Workshops, in einem Interview für "eKapija".

Ihre Forschungen in Serbien und im Ausland zeigen, dass dieses Problem in allen entwickelten Ländern präsent ist, erfahren wir von Staša. Der einzige und größte Unterschied zu uns ist, dass man sich im Ausland mit diesem Problem beschäftigt und bei uns nicht.

- Meiner Kollegin Marijana Zorić und ich ist eingefallen, ein Workshop zum Thema "Verlassene Dörfer in Serbien" zu veranstalten. Wir wollten nicht nur junge Architekten zu diesem Thema ausbilden, sondern auch das Bewußtsein der Öffentlichkeit und Fachöffentlichkeit im Land für dieses Problem stärken.

Junge Architekten haben 5 Tage an sehr komplexen Projekten gearbietet. Ihre Ergebnisse zeigen, dass sich ländliche Gegenden am besten durch Gestaltung und Realisierung einer Reihe von Aktivitäten wiederbeleben lassen. Durch solche Programme sollte man Dörfer als Markte aufbauen.

- Wir haben uns deshalb auf den Aufbau von Marken und Erstellung dieser Programme konzentriert, die jedes Dorf in Serbien zu eine einheitliche Destination entwickeln sollten - erklärte Radmilović.

Wir möchten hier eine der Ideen für die Wiederbelebung der Siedlung Grgeteg, um das gleichnamige Kloster im Gebirge Fruska gora vorstellen.

"Food is my religion" - Autoren: Vladan Perić und Melanie Acosta

Dieses Projekt geht von der Geschichte des Dorfes aus. Es hat sich um das gleichnamige Kloster entwickelt, mit dem Ziel, Arbeitskräfte für Äcker und Weinberge im Besitz des Klosters zu sichern. Diese Verbindung wurde während des sozialistischen Regime unterbrochen. die Autoren wollten diese Verbindung wiederaufbauen, aber beide Seiten sollten diesmal völlig gleich sein.

Durch Analyse des Dorfes und seiner Naturpotenziale stellte dieses Team fest, dass hier angebaute Sorten eine "Goldmine" darstellen. Ihr Projekt beruht auf dem Leitmotiv "Null Kilometer" (man muss sein Auto im Ort kein Stück bewegen), um die Ausgaben maximal zu reduzieren, und Einnahmen möglichst viel zu erhöhen.

Die Verbindung zwischen dem Kloster und dem Dorf wurde durch das Essen gebildet. Gutes Essen wird zur Religion, und seine Vorbereitung zum Ritual.

Eine Kochschule wurde zum Schwerpunkt des Projekts, das vom Konzept zum komplexen Programm entwickelt wurde, Dieses Programm fčrdert einerseits die Produktion und Arbeit in der Landwirtschaft, und schafft andererseites eine Grundlage fšr die Entwicklung von Tourismus. Das Einzigartige bei dieser Kochschule sollte das Leitmotiv "Null Kilometer" sein.

Das bedeutet, dass alle Zutaten, die man während einer Kochstunde braucht in der unmittelbaren Nähe finden kann. Um bestehende Potenziale des Dorfes maximal zu nutzen, nicht nur materiale sondern auch menschliche, sollten Dorfbewohnerinnen und Nonnen aus dem Kloster als Lehrer engagiert werden. Sie kennen alte Rezepturen gut und sind ach in der Lage, aus einigen Zutaten ein köstliches Essen vorzubereiten, dank ihrere Lebensweise. Studenten, die hier unterrichtet werden, sollten die notwendigen Lebensmittel selbst anbauen.



Studenten besuchen das Dorf, bleiben dort einige Zeit, wegen des beschriebenen Programms. Wenn sie nach dem Programm das Dorf verlassen, bleit es nicht mehr leer, dann kommen neue Studenten bzw. neue Bewohner.

Der Unterschied zwischen dem Dorf und Kloster besteht nicht mehr.

Programme sind so gestaltete, dass Teilnehmer (Dorfbewohner, Nonnen, Studenten) durch das ganze Dorf wandern müssen, sich vermischen und gleiche Räume gemeinsam nutzen.

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