Quelle: eKapija | Mittwoch, 06.08.2014.| 14:34
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Grüne Insel in der Stadt der Liebe - Öko-Siedlung im Zentrum von Paris ohne Container, mit Elektroautos und Gärten

Das Großstadtleben und die ländliche Idylle im Herzen einer der Weltmetropolen, mit Ruhe und Düfte von Sommerhäusern in der Provinz. Das erwartet künftige Bewohner des Viertels "Les Docks de Saint Ouen" auf dem Ufer der Seine, unweit vom Zentrum der französischen Hauptstadt. Eine Stadt in der Stadt. Das Öko-Viertel auf einer Fläche von 100 Hektar ist bezugsfrei.

Während Belgrad noch immer auf den Bau der ersten Öko-Siedlungen wartet, ist dieses Konzept bereits gut bekannt in Frankreich. Solche Viertel kennzeichnen sich durch energieeffiziente Gebäude, desingt im Einklang mit der natürlichen Umgebung, große Grünflächen, besondere Methoden der Abfallentsorgung, Fernheizung mit erneuerbaren Energien. Parkplätze in solchen Siedlungen sind so gestaltet, um möglichst wenig Platz zu besetzen. Absoluten Vorrang haben hier alternative Verkehrsarten, um die Nutzung von Personenkraftwagen auf das Minimum zu reduzieren.

"eKapija" hatte vor kurzen die Gelegenheit, das Pariser Öko-Viertel "Les Docks de Saint Ouen" zu besuchen und sich vor Ort ansehen, wie das "umweltfreundliche Leben" unter den Zweigen, mit dem Summen der Bienen, Gartengeräten und Fahrrädern als Hauptverkehrsmittel aussehen wird, und das alles zu sehr günstigen Preisen (für die modernsten Wohneinheiten), gute Verkehrsverbindungen (U-Bahn) und in der Nähe des Stadtzentrums.

Dieser große Stadtteil auf dem Ufer der Saine ist momentan mit Kränen und Baumaschinen besetzt. Parallel zur Errichtung von öffentlichen Objekten werden sieben Wohn- und Geschäfts-Blöcke gebaut. Alles das unter der Leitung des Unternehmens "Sequano Amenagement", das mit dem Management des Projekts "Les Docks de Saint Ouen" durch öffentlich-private Partnerschaft beauftragt wurde. Die Verbesserung der Lebensqualität in der städtischen Umgebung und Einhaltung der Umweltschutznormen - das sind Prinzipien, auf denen dieses Öko-Viertel beruht.

Öffentliches Gewächshaus und Baustellen in der Umgebung

Es scheint, dass man mit dem Bau erst begonnen hat, aber ein Teil des Komplexes ist bereits vollendet, so dass wir die ersten Objekte in der Siedlung besichtigen konnten.

"Die grünen Lungen" der künftigen Stadt in der Stadt - "Grand Park" wurde Ende 2013 eröffnet. Auf einer Fläche von 12 Hektar, mit riesengroßen Rasen und Blumenbeeten, Alleen, Geh- und Radwegen, Promenaden, Kinderspielplätzen, einem Skatepark, Freilichtbühnen, Versuchsgärten, einem öffentlichen Gewächshaus, in dem man verschiedene Fachtreffen und Ausbildungsprogramme veranstalten kann, einem kleinen Fluss ... Das komplette Gegenteil von der grauen Stadt, mit kleinen Parks zwischen Gebäuden.

Im Vorjahr wurde das erste öffentliche Gebäude vollendet - die PEF-Schule, konzipiert als Schule der "Energie Zero". Dank einem Solarkraftwerk auf dem Dach deckt das Gebäude den ganzen Stromverbrauch durch eigene Produktion. Überschüssiger Strom wird in das Stromnetz eingespeist und der Gemeinschaft (Kommune Ville de Saint OuenI) kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Anfang dieses Jahres wurden die ersten Wohneinheiten vollendet. Bis 2017 sollten hier, Plänen zufolge, insgesamt 2.000 Wohnungen gebaut werden. Das gleiche Prinzip wird man auch künftig anwenden - parallel zum Bau von Wohn- und Geschäftsgebäuden wird man öffentliche Objekte und die Infrastruktur des Öko-Viertels bauen.

Wie wird eine Stadt in der Stadt gebaut

Der Komplex "Les Docks de Saint Ouen" nimmt fast ein Viertel der Fläche der Kommune Ville de Saint Ouen.

Alles begann 2007, als die kommunale Verwaltung die Revitalisierung der Gegend beschlossen hat. Es handelte sich um ein wahres Ödland auf fast 100 Hektar (ehemaliger Hafen, dann Industriegegend und endlich ein vernachlässigtes Gelände). Man wollte Bewohnern der Kommune Immobilien unter günstigeren Bedingungen (mit niedrigeren Lebenskosten) bieten, aber auch neue Bewohner sowie Unternehmen anziehen. Und alles dass durch maximale Einhaltung von Umweltschutznormen und Einergieeinsparung.

Romain Faure hat uns "Grand park", öffentliches Gewächshaus u.a. gezeigt

Die kommunale Verwaltung ging 2007 in eine Partnerschaft (eine Art Konzesion) mit dem Unternehmen "Sequano Amenagement" eingegangen, das langjährige Erfahrungen mit der Entwicklung von Stadtvierteln in ganz Frankreich hat. Die Gemeinde sichert (neben dem Baugrund) die administrative und politische Unterstützung, und "Sequano" ist für alle Operationen - Organisation des Projekts zuständig. Das Unternehmen hat die Arbeit der Architekten und Stadtpläner koordiniert und jetzt leitet die Zusammenarbeit mit Unternehmen, die Woh- und Geschäftsgebäude in diesem Öko-Viertel bauen.

Das Projekt "Les Docks de Saint Ouen" wurde vom Staat durch Programm zur Entwicklung von Öko-Vierteln im Bereich Ile-de-France unterstützt. Aus dem Budget wird der Bau aller öffentlichen Objekte finanziert.

Die ersten Vorbereitungen für den Bau wurden 2020 und 2011 getroffen. Durch Umsetzung des Projekts "Les Docks de Saint Ouen" wird man fast eine Mio. Quadratmeter bauen - fast 4.000 Wohneinheiten, 310.000 m2 Gewerberaum (fast 10.000 neue Arbeitsplätze), Geschäfte, öffentliche Gebäude (Schulen, Kindertagesstätten, Gymnasien...). Das Öko-Viertel soltle bis 2025 vollendet werden. Die Investitionen könnten bis dann den Wert von 657 Mio. EUR erreichen.

Romain Faure aus dem Unternehmen "Sequano" führte uns durch das Viertel "Les Docks de Saint Ouen" und zeigte uns Details, dank dnene das Viertel die Bezeichung "Öko" verdient: eine Fernwärmenetz, die bis zo 70% erneuerbare Energien nutzt, Organisation des Verkehrs und Parkens, Sammlung, Verwertung und Auswertung von Abfällen, Regenwasersammlung und -nutzung sowie die Bewässerungssystem für Grünflächen.

Milica Stevuljević

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