Quelle: eKapija | Dienstag, 02.07.2013.| 17:00
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Belgrad als Hollywood - Serbient verdient 50 Mio. Euro in 4 Jahren durch ausländische Dreharbeiten - Potenziale viel größer

Eine Szene aus dem Film "Ironclad" gedreht auf der Belgrader Festung "Kalemegdan"

Bis vor kurzem war es fast unglaublich, dass euere Hollywood-Filme in Serbien gedreht weren. Heute staunt fast niemand, wenn er auf internationale Filmstars in Belgrader Klubs, Restaurants oder in Konzertsälen stößt. Bewohner von Belgrad konnten in den letzten Tagen Pierce Brosnan begegnen, der in der serbischen Hauptstadt den Aktionsfilm "Three Days To Kill" dreht. Vor einigen Jahren konnte man in Belgrad auch Ralf Fiennes, Gerard Butler, Vanessa Redgrave, Brian Cox und Jessica Chastain während der Dreharbeiten für "Corilanus" sehen. "Raven" mit John Cusac, "Lockout" mit Guy Pearce, die Fortsetzung von "Ironclad", Serien "Titanik: Blood and Steel" mit Neve Campbell , Derek Jacobi and Chris Noth - das sind nur einige Projekte der internationalen Filmindustrie, die Serbien für den Drehort gewählt haben.

Angaben der Serbischen Filmassoziation (SFA) zufolge erwirtschaftete Serbien von 2007 bis 2011 durchschnittlich 7,1 Mio. Euro jährlich durch Vermietung von Drehorten für ausländische Filmproduktien - am wenigstens 2007 (ca. 2,2 Mio. Euro) und am meisten 2010 (sogar 15,5 Mio. Euro). Das entspricht der doppelten Menge Geld, das der Staat in die einheimische Filmproduktion investiert. In den vergangenen Jahren waren 4 Mio. Euro im Haushaltsplan für die Förderugn des Films in Serbien vorgesehen, in diesjährigem Haushalt nichts.

Serbien ist gelungen, 50 Mio. Euro durch ausländische Dreharbeiten in den letzten vier Jahren zu erwirtschafte, Ungarn und Tschechien verdienen die gleich Summe jährlich.

Die Vielfalt der Landschaften, zahlreiche Naturschönheiten und eine interessante Architektur stellen ein großes Potenzial dar, mit dem Serbien noch mehr ausländische Filmproduzenten anziehen könnte. Die Desorganisation der einheimischen Filmindustrie, der Mangel an professionellen Vermittlern und ein unstabiles Geschäftsumfeld - alles das macht Serbien ziemlich unattraktiv für die seriösen Filmproduzenten. Serbien verfügt auch nicht über entsprechende Instrumente, um ausländische Produktionen anzulocken, behauptet Hristina Mikic, Exekutivdirektorin der Gruppe für kreative Wirtschaft.

Diese Möglichkeit, ausländische Investitionen anzuziehen, "wird hier nicht seriös in Betracht gezogen", behauptet sie. Man ist hier vor allem auf Investitionen in die Produktion, Industrieanlagen und Tourismus fokusiert, weshalb es keien Erleichterungen für die Filmindustrie gibt.

- Wir sind wirklich wettbewerbsfähig in diesem Bereich, vor allem wenn es um die Kosten für Arbeitskräfte und andere Dienstleistungen geht. Die Drehearbeiten in unserem Land sind bei uns um 35% niedriger als in Los Angeles und um 20% im Vergleich zu Ungarn und Tschechien, unseren größten Konkurrenten. Aber wir sind noch immer sehr konservativ, wenn es um die Filmindustrie geht - behauptet Mikic.

Guy Pearce im Film "Lockout" am Bahnhof "Vukov spomenik"

Die Professionalisierung von Drehortmanager und Implementierung des Konzepts der "One-Stop-Shop"-Büros, die effiziente, schnelle und preiswerte Produktionsdienstleistungen in jeder Gemeinde bieten können, wären die wichtigsten Voraussetzungen für die Anziehung ausländischen Filmproduzenten, glaubt sie.

- Die Serbische Filmassoziation versucht das auf bestimmten Drehorten einzuführen. Wir müssen auch eine Preislist für die zur Verfügung stehenden Drehorte sowie Preisliste für alle Nebenkosten bei der Nutzung eines Standorts für Dreharbeiten erstellen. Außer einer Datenbank mit potenziellen Drehorten sollten wir auch Zugang zu Informationen über örtlichen Lieferanten, Fachkräften auf in der Nähe eines Standortes. Eine mittlere Filmproduktion (ca. 2,5 Mio. Euro) benötigt, Einschätzungn zufolge, bis 150 Lieferanten und eine große (mehr als 2,5 Mio. Euro) etwa mehr als 320. 30-45% werden örtlich verbraucht - erklärt Mikic.

Irina Milošević

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