Quelle: eKapija | Mittwoch, 26.06.2013.| 16:17
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Geschäftsleute und Bankiers besser vorbereitet als Staat - Gibt es billigere Kredite für uns, wenn wir Datum für EU-Beitrittsgespräche erhalten?

Katarina Jovanovic Obradovic
Katarina Jovanovic Obradovic (Fotob)

Das Datum für den Beginn der EU-Beitrittsgespräche ist von großer Bedeutung für ganz Serbien, aber es scheint, dass Klein- und Mittelstandsunternehmen einen besonderen Grund zur Freude im Falle einer positiven Entscheidung der EU haben würden. Ein "kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein großer für Serbien" könnte unseren Unternehmen Zugang zu neuen Finanzierungsquellen, niedrigere Zinssätze und dadurch ein viel günstigeres Geschäftsumfeld sichern.

Serbische Unternehmen sind besser vorbereitet für den EU-Beitritt als der Staat, einigten sich Experten, die am von der "Erste Bank" veranstalteten Treffen zum Thema "Was Beitrittsgespräche mit der EU für den KMU-Sektor in Serbien bedeuten" teilnahmen.

Die Fortschritte unseres Landes auf dem Weg in die EU sind nicht nur wegen des zu erwartenden intensiveren Kapitalzufluss, sondern vor allem wegen der Implementierung der europäischen Normen und Harmonisierung von Vorschriften wichtig, unterstrich man am Treffen.

Die Leiterin der Abteilung für Klein- und Mittelstandsunternehmen im serbischen Finanz- und Wirtschaftsministerium, Katarina Jovanovic Obradovic, glaubt, dass das Datum Serbien die Möglichkeiten für die Nutzung zusätzlicher Fördermittel für die Entwicklung des Privatsektors eröffne.

Viel wichtiger als Geld sei, ihrer Meinung nach, die weitere Verwandlung des Landes in eine stabile und geregelte Gesellschaft.



Katarina Jovanovic Obradovic
Katarina Jovanovic Obradovic (Fotob)

Freek Janmaat, Leiter der Abteilung für europäische Integrationen und wirtschaftliche Fragen der EU-Delegation in Serbien, gab bekannt, dass Serbien große Fortschritte gemacht habe, weshalb es nicht so wichtig sei, wann die Verhandlungen beginnen werden, ein Monat früher oder später.

EU-Mitglieder und Beitrittskandidate müssen gleiche Qualitätsnormen implementieren und einhalten, unterstrich Janmaat. Man sollte die Einführung der EU-Normen nicht befürchten, vor allem weil bisherige Erfahrungen zeigen, dass die Wirtschaft durch Annäherung eines Landes an die EU nur profitieren kann.

Dass der EU-Beitritt auch zusätzliches Geld bringt, illustriert am besten das Beispiel von Krunoslav Striga, aus dem Unternehmen "Vrtovi voca" aus Zagreb. Er behauptet, heute fast eine Hälfte der Investitionen aus der europäischen Kasse zurückzubekommen.

Und jetzt gibt es auch Geld?

Das Datum für den Beginn der EU-Beitrittsgespräche sollte uns den Zugang zum günstigeren Kapital erleichtern und vereinfachen, glaubt Slavko Caric, Präsident des Exekutivausschusses der Erste Bank. So etwas wirkt ermutigend auf Investoren, aber nichts wird über Nacht geschehen.

Jeder Schritt weiter in Richtung der EU bedeutet weniger Risiko für Kapitalanleger aus dem Ausland. Bisherige Trends in diesem Bereich und der Rückgang der Geldpreise seit 2011 zeigen, dass sich nichts über Nacht verändern lässt, aber dass man mit einem allmählichen Rückgang der Zinsen rechnen könnte, wenn die Gespräche erfolgreich verlaufen.

Das Gleiche gilt auch für Kapitalquellen. Die Erste Bank bietet bereits sehr günstige Investitions-Kreditlinien gemeinsam mit den Beratungsleistungen. Zum Beispiel: Kredite aus einer Kreditlinie der Europäischen Investitionsbank (EIB) werden zu einem um mindestens 0,5% niedrigeren Zinssatz im Vergleich zum Standardangebot gewhrt werden. Die Laufzeiten beläufen sich - abhängig vom Projekt selbst - auf 12 Jahre.

Slavko Caric
Slavko Caric

Vojislav Lazarevic, Mitglied des Exekutivausschusses der "Vojvodjanska banka", sagt für "eKapija", dass wir nach der eventuellen Zuteilung des konkreten Datum einige Zeit auf billigere Darlehen warten müssen.

- Das konkrete Datum für den Beginn der EU-Beitrittsverhndlungen wird das politische Risiko in Serbien verringern. Wir glauben deshalb, dass das zur Verringerung der Verschuldung der Banken in Mutterländern führen wird. So etwas ist aber nicht sofort nach dem Bestimmung des Datums zu erwarten. Wir werden sicher einige Zeit auf günstigere Finanzierungsbedingungen für KMU und Bürger warten.

Ein starker Preisrückgang sei sicher nicht am ersten Tag nach der Zuteilung des Datums zu erwarten, aber Klein- und Mittelstandsunternehmen können nach einer bestimmten Transitionszeit mit niedrigeren Zissätzen sowie mit verlängerten Laufzeiten rechnen, glaubt Lazarevic

- Ich bin überzeugt davon, dass man uns mehr Geld bieten wird. Das Datum für die Beitrittsgespräche ist ein positives Signal für Investoren, das zur Risikosenkung beitragen kann - erzählte Miroslav Rabic, Mitglied des Exekutivausschusses der "Societe Generale Bank" für "eKapija" und kündigte mehr Förderprogramme für Klein- und Mittelstandsunternehmen seitens verschiednere europäischer und internationaler Kreditinstitute an.

Die wichtigste Frage sei aber, der Meinung von Slavko Caric aus der Erste Bank nach, ob uns Geld oder attraktive Projekte fehlen. Er glaubt, dass die Banken schon jetzt genug Geld zur Verfügung stellen können, aber dass die "Qualität der Nachfrage" unentsprechend sei.

Uneinbringliche Forderungen und Wechselkursunterschiede - die größten Problem der Unternehmer

Katarina Jovanovic Obradovic
Katarina Jovanovic Obradovic (Fotob)
(Janoc Zemberi und Dragan Aleksic)

Unternehmer sind auch der Meinung, dass es Geld schon jetzt gebe, widersprechen aber die Behauptung von Caric, dass uns gute Projekte fehlen. Die gesetzliche Unsicherheit, problematische Eintreibung der Forderungen, Wechselkursrisiken sind, ihrer Meinung nach, die größten Probleme.

Dragan Aleksic, Inhaber des Unternehmens "Nutriko" sieht den größten Problem darin, dass das System in Serbien nicht ausreichend gesetzlich geregelt ist.

- Ich verschulde mich in einer Währung, verwende die andere bei Transaktionen, und bin nie sicher, was mich in einem Monat erwartet. Die Verschuldungsrisiko ist hier noch immer riesengroß - glaubt Aleksic. Sein Kollege aus dem Unternehmen "Sat trakt", Janos Zumberi, findet die Banken zu konservativ, was sich als großes Hindernis bei der Aufnahme der Gredite erweist.

- Man verlangt von uns Hypotheken als Sicherheit, aber wir haben nicht genug Geld, in Immobilien zu investieren und solche Bedingungen zu erfüllen. Wir brauchen keine Immobilien - so Zemberi.

- Die Annäherung and die EU wird sicher eine große psychologische Erleichterung bringen. Die Unternehmen müssen aber auch mit einigen Problemen rechnen - glaubt Aleksandar Helc, Inhaber des Unternehmens "Union drvo".

Jelena Đelić

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