Quelle: eKapija | Donnerstag, 04.07.2013.| 16:09
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Fahrrad-Verleihservice absoluter Hit in Paris - Rückkehr des Zweiräders als Verkehrsmittel in Belgrad fraglich

Während Fahrräder im großen Stil auf Straßen der europäischen Metropolen zurückkehren, werden in Belgrad die ersten Schritte gemacht. Fahrrad als städtische Verkehrsmittel stellt noch immer eine Idee dar, vor alle, weil es in der serbischen Hauptstadt weder genug Radwege, noch die entsprechende Infrastruktur gibt. Es ist fast unmöglich für Radfahrer durch das Stadtzentrum wegen des starken Verkehrs zu fahren. Der Fahrrad-Verleihservice ist in Belgrad ungenügend entwickelt, die Bürgern in der ganzen Stadt zur Verfügung stehen würden.

Die Verleihservices gibt es nur auf dem Insel Ada Ciganlija, sowie auf dem Save- und Donau-Kai in Zemun, wo sie vor allem für die Rekreation dienen.

Ein neuer Verleihservice wurde im Vorjahr vom öffentlichen Unternehmen für Parkraumbewirtschaftung "Parking servis" gestartet. Die Aktion "Parken und Rad fahren" ermöglicht jedem Fahrer, der die Dienstleistungen dieses Unternehmens nutzt, eine Karte zu bekommen, die ihm die Verleihung eines elektrischen Fahrrads zum regelmäßigen Preis ermöglicht. Diese Fahrräder können aber nicht von allen Bürgern geliehen werden.

- Das Hauptziel der Aktion war die Entlastung des Verkehrs, vor allem im Stadtzentrum, durch Ersetzung der Autos durch Fahrrad. Wir haben die größte Anzahl der Nutzer im Herbst 2012 verzeichnet und erwarten gleiche Ergebnisse auch 2013. Im Juni 2012 konnten wir Bürgern 32 Fahrräder und heute sogar 96 bieten. Es handelt sich um elektrische Fahrräder bzw. um klassische Fahrräder, die mit einem Elektromotor versehen sind, um Fahrern das Fahren auf Steigungen zu erleichtern - erzählte Branko Arsenijevic aus "Parking servis" für das Wirtschaftsportal "eKapija".

Der Service stand im Vorjahr nur auf dem Parkplatz beim Kongresszentrum "Sava" in Neu Belgrad zur Verfügung und ab dem 1. April 2013 auf noch zwei Standorten - Parkplatz "Ada Ciganlija" und beim Frei- und Hallenbad "Milan Gale Muskatirovic".

Arsenijevc gab bekannt, dass man nach noch einem Standort für den Fahrrad-Verleihservice sucht. Abhängig vom Interesse der Bürger sollten Verleihservices auf mehreren Standorten in der Stadt montiert werden.

2.000 Bürger meldeten sich im Vorjahr für diesen Service in Belgrad an. 15.000 Stadtbewoher fahren, Einschätzungen zufolge, Rad in der Saison.

Fahrrad-Verleihservice absoluter Hit in Paris

In Paris wird jede Sekunde mehr als ein Fahrrad geliehen. Das Verleihsystem namens "Velib" ist seit 2007 in der französischen Hauptstadt präsent. Man wollte dadurch sowohl den Verkehr, als auch die Umwelt entlasten. Viele haben dieses Projekt des Pariser Bürgermeisters Bertrand Delanoë bezweifelt, aber "Velib" hat sich inzwischen als sehr attraktiv sowohl für Pariser, als auch für Touristen erwiesen.

Dass das Fahrrad ein populäres öffentliches Verkehrsmittel in Paris ist, konnte sich eine Gruppe von sechs Journalisten aus Serbien überzeugen, die Anfang Juni eine Studienreise durch Frankreich in der Organisation der französischen Botschaft in Belgrad machten. Sie haben, unter anderem, eine Firma besucht, die Fahrräder verleiht und sich mit dem "Velib"-System bekannt gemacht.

Das Unternehmen "JC Decaux" hat die ersten Fahrräder 2002 in Wien geboten und betreibt diesen Service heute in 66 Städten weltweit.

Albert Asseraf, Strategie- und Marketingdirektor bei "JC Decaux" erzählte uns, dass man die ersten 10.000 Fahrräder in Paris 2007 installiert hat. Die Investition kostete 90 Mio. Euro.

- Wir haben mit der Stadt Paris abgesprochen, das ganze Verleihsstem selbst zu finanzieren, aber dafür den Werberaum zu neutzen. Wir bieten momentan mehr als 20.000 Fahrräder in Paris, auf jede 300 Meter, auf 1.400 Verleihsellen. Fahrzeuge können 24 Stunden am Tag, 7 Tage der Woche genutzt werden. Sie lassen sich per Geld- oder Abonnentenkarte leihen. Wir sind das einzige Unternehmen in der Welt, die Fahrräder per Geldkarte verleihen, weshalb wir ein besonderes Schutzsystem entwickelt haben - so Asseraf.

Man will, dass immer mehr Stadtbewoher Fahrräder für die kurzen Strekcen nutzen, was man durch kostenlose erste Verleihstunde fördern will. Man muss aber Abonnement zahlen: 1 Euro für einen Tag, 5 Euro für eine Woche oder 29 Euro für das ganze Jahr.

Die Nachfrage nimmt kontinuierlich zu. Momentan git es 250.000 Abonnenten für das ganze Jahre. Weitere 250.000 sind Touristen und jene, die diesen Service vorübergehend nutzen. Jeden Tag werden 100.000-150.000 Fahrten registriert. Das Interesse scwächt sogar im Winter nicht ab. Am Anfang hatten wir Probleme mit Vandalismus, aber die Situation hat sich erheblich verbessert.

Albert Asseraf sagt, dass sein Unternehmen jährlich 15-20 Mio. Euro durch Verleihung von Fahrrädern erwirtschaftet. Das Geld gehört der Stadt Paris, aber er wollte nicht enthüllen, wie viel sein Unternehmen durch Verkauf von Werberaum verdient. Er sagte nur:

- Unsser Unternehmen ist dank Fahrrädern sehr sichtbar. Die Marke "Velib" gehört der Stadt Paris. "Velib" ist Slogan, gebildet aus zwei Wördern: "Ve" für "Velo" (Fahrrad) und "Lib" für "Liberte" (Freiheit).

Wer erfuhren auch, dass "JC Decaux" sein Geschäft auf Städte in Osteuropa plant. Sie sind in unserem Land durch Schweizer Partner "Affichage Holding" präsent, die das Unternehmen "Alma Quattro" übernommen hat.

Suzana Obradović

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