Quelle: Tanjug | Mittwoch, 06.05.2020.| 15:25
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EU prognostiziert einen BIP-Rückgang von 4% in diesem Jahr in Serbien und einen Anstieg von 6% im nächsten Jahr

(FotoBirute Vijeikiene/shutterstock.com)
Nach zwei Jahren starken BIP-Wachstums wird die serbische Wirtschaft im Jahr 2020 voraussichtlich stark um rund 4% schrumpfen, gefolgt von einer starken Erholung von 6% im Jahr 2021, teilte die Europäische Kommission mit.

Im serbischen Teil der Europäischen Wirtschaftsprognose für das Frühjahr 2020 geht die EG davon aus, dass der private Verbrauch und die privaten Investitionen aufgrund von Sperrbeschränkungen, Vertrauenseffekten und Unsicherheiten im Jahr 2020 voraussichtlich sinken werden, bevor sie sich 2021 stark erholten. Das gesamtstaatliche Defizit wird voraussichtlich 2020 stark ansteigen, gefolgt von einem starken Rückgang im Jahr 2021. Die Schuldenquote soll 2020 vorübergehend um rund 10 Prozentpunkte steigen, so die EG.

In der Frühjahrsprognose weden für die Eurozone ein Rekordrückgang von 7,75% und für 2021 ein Wachstum von 6,25% erwartet. Für die Wirtschaft der gesamten EU werden ein Rückgang von 7,5% im Jahr 2020 und ein Wachstum von rund 6% im Jahr 2021 erwartet.

Wie die EG mitteilt, sind die Wachstumsprognosen für die EU und die Eurozone im neuen Bericht im Vergleich zur Herbstprognose 2019 um rund 9 Prozentpunkte gesunken.

Für die Kandidatenländer aus der Region wird in Albanien im Jahr 2020 ein Rückgang von 4,8% erwartet, gefolgt von einem Wachstum von 4,2% im Jahr 2021, Montenegro dürfte in diesem Jahr einen Rückgang von 5,9% und im nächsten Jahr ein Wachstum von 4,4% verzeichnen. Nordmazedonien wird 2020 einen Rückgang von 3,9% und 2021 ein Wachstum von 4% verzeichnen.

Im serbischen Teil des Berichts heißt es, dass kurzfristige Indikatoren darauf hindeuten, dass das Wachstum im ersten Quartal 2020 robust blieb, die positiven Aussichten jedoch aufgrund des Ausbruchs der COVID-19-Pandemie plötzlich zum Stillstand kamen. Die Regierung erklärte am 15. März den Ausnahmezustand und verhängte eine Reihe von Eindämmungsmaßnahmen, darunter eine tägliche Ausgangssperre von 12 Stunden, die Schließung aller nicht wesentlichen Geschäfte, Restaurants und Cafés sowie Transportstillstände. Eine erste schrittweise Lockerung der Sperrmaßnahmen war ab Ende April geplant.

Die Arbeitslosigkeit wird voraussichtlich vorübergehend steigen. Zwar wird erwartet, dass staatliche Maßnahmen den durch Lockdown verursachten Verlust von Arbeitsplätzen abmildern, doch wird erwartet, dass der wirtschaftliche Rückgang den kontinuierlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit in den letzten fünf Jahren vorübergehend unterbricht.

Die Inflation dürfte sich kurzfristig weiter abschwächen, was auf niedrigere Ölpreise und eine gedämpfte Inlandsnachfrage zurückzuführen ist, während sie sich 2021 aufgrund der Erholung erholt.

Die EU sagt, dass die Wachstumsaussichten einer hohen Unsicherheit unterliegen und die Risiken nach unten tendieren.
Wie gesagt, während eine potenziell schnellere Aufhebung der Hauptbeschränkungen eine frühere und stärkere Erholung ermöglichen könnte, können eventuelle länger andauernde Beschränkungen in einigen Sektoren das Verbrauchervertrauen und die Konsummuster anhaltender beeinflussen und dadurch die wirtschaftliche Erholung dämpfen.

In diesem Zusammenhang wird auch die Wirksamkeit von Maßnahmen zum Schutz des verfügbaren Haushaltseinkommens und der Unternehmensliquidität von wesentlicher Bedeutung sein, heißt es in dem Bericht.

Auf der externen Seite würde ein potenziell stärkerer Rückgang der wichtigsten Handelspartner die serbischen Exporte und Investitionen belasten.

Die COVID-19-Krise dürfte das Defizit im Jahr 2020 stark auf 7,5% des BIP verschlechtern, das Defizit dürfte jedoch bis 2021 stark auf 2% des BIP sinken, so die EG.
Die Schuldenquote wird 2020 voraussichtlich über 60% steigen, was sowohl auf die Entwicklung des hohen Defizits als auch des niedrigen BIP zurückzuführen ist, bevor sie im Einklang mit der wirtschaftlichen Erholung und der Entwicklung des niedrigeren Defizits im Jahr 2021 wieder allmählich abnimmt.
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