Quelle: eKapija | Mittwoch, 18.12.2019.| 11:52
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Portal eKapija präsentiert eine vollständige Karte der bestehenden und zukünftigen Autobahnen in Serbien und der Region

Das Wirtschaftsportal eKapija hat eine Info-Autobahnkarte erstellt, die alle bestehenden Autobahnen und Schnellstraßen in den westbalkansichen Staaten darstellt, sowie diejenigen, die derzeit gebaut werden oder in der Zukunft zu bauen sind, oder dessen Bau vor kurzem erwähnt oder angekündigt wurde.

Unser Schwerpunkt liegt, natürlich, auf Serbien. Wenn es ein gutes Argument dafür gibt, dass ein Staat ein modernes Verkehrsnetz braucht, dann ist dies unserer Meinung nach eine gute Karte. Sie hilft uns, unser Land und seine Bedürfnisse angemessen zu betrachten und zu begreifen, dass es in Serbien keine Bürger, Dörfer und Städte der ersten, zweiten oder einer anderen Klasse geben sollte. Vor der Fertigstellung einer Verkehrsverbindung zwischen der Stadt Cacak und der Autobahn Belgrad-Nis könnte man sagen, dass Westserbien in Bezug auf die Infrastruktur vernachlässigt ist, etwas, wass man leider noch immer für das Herz des Sumadija-Gebiet sagen kann. Es handelt sich um das Territorium ohne einen Kilometer einer modernen Straße mit vier Fahrspuren und einem Zaun in der Mitte sowie ohne einen Meter einer modernen Eisenbahn. So nah, und zugleich so weit entfernt. Oder die Gebiete Timok un Negotin. Fast wie eine halbisolierte kontinentaleInsel. Soviel wird uns klarer - wenn wir auf die Karte schauen. Die Autobahnen Milos Veliki, Morava-Korridor, Belgrad-Sarajevo über Sremska Raca, Ruma-Sabac mit der Fortsetzung in Form einer Schnellstraße nach loznica, ferner zwei Schluchten nach Nis... In letzter Zeit standen sehr viele von uns in Serbien vor dem Dilemma, auf welcher Straße sie fahren sollten.

Als Investitions- und Wirtschaftsportal unterstützt eKapija die Beschleunigung von geschäftlichen und allen anderen Verbindungen sowie den Bau. Ob jede gebaute Autobahn wirtschaftlich vertretbar ist, lässt sich nicht leicht beurteilen. Experten erklären seit Jahrzehnten, dass der Bau einer Autobahn erst dann sinnvol ist, wenn die Verkehrsfreuenz den durchschnittlichen Wert von 10.000 Autos pro Tag (oder 12.000 nach anderne Quellen) erreicht, aber für Familien, deren Mitglieder bei Unfällen auf der Ibarska-Magistrale ums Leben gekomen oder schwerz verletzt wurde, sind solche Argumente sicher sinnlos.

Ist nur eine Vollautobahn eine sichere Straße? Experten widersprechen dies und unterstreichen, dass es auch andere Kategorien von Straßen gibt, mit denen sich die Anzahl der Unfälle verringern lässt, und dass unsere tief verwurzelte Logik "Wenn es sich um ein Haus handelt, sei es auf drei Etagen" im Allgemeinen nicht rational ist. Es sollte jedoch nicht vergessen werden, dass dies keine Zeit ist, in der der Staat den Wirtschaftsströmen, insbesondere den Entwicklungsprojekten, aktiv entgeht. Die ganze Region unterstützt finanziell die Fluggesellschaften, sowohl nationale, als auch auslänidische, um sie besser mit der Welt zu verbinden. Sie behaupten, dass es sich schließlich lohnt. Im nächsten Jahr soll der Bau der ersten U-Bahn-Linie in Belgrad im Wert von ungefähr 2,5 Mrd. EUR aktuallsiert werden. Solche Investitionen können sich nur in Städten mit zwanzig Millionen Einwohnern in Asien lohnen. U-Bahn-Linien werden aber überall gebaut. Das gleiche gilt für Autobahnen. Niemand will für immer gequält werden und vernachlässigt sein. Wir werden als Gesellschaft diese Kosten tragen müssen. Nur in welchem Umfang? Die Verkehrspolitik ist ein weiteres Thema von allgemeinem Interesse, über das es praktisch keinen öffentlichen Dialog gibt.

Wer wird alles bezahlen? Wer wird die Kredite zurückzahlen? Wir alle, aber wenn dank der Auswirkungen neuer Wege der soziale Wohlstand zunimmt, wird die Verschuldung dementsprechend proportional geringer sein. Wer wird aber "den Rahm abschöpfen"? Dies ist, eigentlich, das echte Dilemma, denn seit Jahrzehnten waren wir es gewohnt, dass alle Arten von Einrichtungen ausschließlich von einheimischen Bauarbeitern gebaut werden. Jezt müssen wir uns daran gewöhnen, auf Ingenieure aus Shanghai und Handwerker vom indischen Subkontinent zu verlassen. Es geht also schneller, aber in Serbien bleibt zu wenig Geld übrig.

Die alten Römer bauten zuerst Festungen, dann Straßen; so eroberten sie Gebiete. Abgesehen von den Kriegsplänen leben viele Menschen in Serbien kein Leben, das dem 21. Jahrhundert würdig ist. Deshalb suchen sie das Glück in der bereits überfüllten Hauptstadt oder im Ausland. Asphalt ist nicht ausreichend - eine der wirtschaftliche erfolgreichsten und gesundesten Länder der Welt, Dänemark, verfügt nicht über mehr Autobahnen als Serbien, aber man kann nicht mehr ohne asphaltierten Straßen leben. Seriöse Investoren werden keine Fabriken ohne entsprechende Straßeninfrastruktur und oft auch ohne entsprechende Eisenbahninfrastruktur bauen lassen. Wenn wir die Reise von Belgrad, wo eine Hälfte des Burtoinlandsprodukt des Landes entsteht, nach Heilbädern, historischen Sehenswürdigkeiten und Bergen um einige Stunden verkürzen, werden wir sie für hunderttausende potenzielle Gäste zugänglich machen. Und die Hauptstadt wird dann in der Lage sein, einent Teil der "Schuld" gegenüber der Provinz zurückzuzahlen.


Wird sich das alles wirklich auszahlen? Werden Politiker in Serbien und den Nachbarländern in der Lage sein, stillzustehen und nicht jeder örtlichen Gemeinde eine Autobahn zu versprechen? Wir haben keinen Glaskugel, aber zumindest haben wir eine Autobahnkarte, sodass wir verfolgen können, was sie tun.


M. Radonjić


Die Info-Autobahnkarte von Serbien und der Region können Sie sich HIER ansehen.
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