Quelle: eKapija | Sonntag, 27.10.2019.| 21:09
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Serbien erschließt Markt mit 185 Mio. Einwohnern - Freihandelsabkommen mit EAWU unterzeichnet

Illustration (FotoLisa S./shutterstock.com)



Serbien hat ein Freihandelsabkommen mit der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) unterzeichnet, mit der erweiterten Liste der serbischen Erzeugnisse, die zollfrei in das EAWU-Gebiet ausgeführt werden können, und mit erhöhten Quoten für die Ausfuhr von Waren, die Beschränkungen unterliegen.


Das Abkommen wird die bestehenden bilateralen Abkommen mit Russland, Weißrussland und Kasachstan ersetzen und die Freihandelszone auf Armenien und Kirgisistan ausdehnen, die einen Markt von rund 185 Millionen Menschen abdecken, heißt es auf der Website der Regierung.

Die Ministerpräsidentin Ana Brnabic betonte auf einer Tagung des Eurasischen Regierungsrates, dass das Dokument für Serbien und seine Wirtschaft, sein dynamisches Wachstum, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und einen besseren Standard der Bürger von großer Bedeutung sei.

Brnabic erinnerte daran, dass Serbien bis dahin bilaterale Abkommen mit Russland, Weißrussland und Kasachstan geschlossen hatte und nun mit einem einheitlichen Abkommen mit der Union die Zusammenarbeit auf Armenien und Kirgisistan ausdehnt.


- Ich möchte allen dafür danken, dass sie offene Partner sind. Wir haben es geschafft, eine weitere Liberalisierung in den Abkommen mit drei Ländern auszuarbeiten - sagte die Premierministerin.

Brnabic zufolge wurde ferner vereinbart, 2.000 Tonnen Zigaretten, etwa 90.000 Liter Weinbrand, 400 Tonnen halbharten und harten Kuhkäse, unbegrenzte Mengen Ziegen- und Schafskäse sowie unbegrenzte Mengen Obstbrand in Länder der Union zu exportieren.

Die Ministerpräsidentin erinnerte daran, dass Serbien Mitglied der Eurasischen Infrastruktur- und Invesittionsbank geworden sei und am Vortag ein Treffen mit dem Gouverneur der Japanischen Bank für internationale Zusammenarbeit stattgefunden habe.

Der russische Premierminister Dmitri Medwedew sagte, dass die Mitgliedsstaaten der EAWU - Russland, Kasachstan, Weißrussland, Armenien und Kirgisistan - ein Bruttoinlandsprodukt von fast zwei Billionen Dollar hatten.


Der belarussische Premierminister Syarhey Mikalayevich Rumas sagte, dies sei ein gutes Beispiel dafür, dass die EAWU-Länder neue Beziehungen zu ihren langfristigen Partnern aufbauen.

Durch die Unterzeichnung des Abkommens wird Serbien kein Mitglied der Eurasischen Wirtschaftsunion, da die Mitgliedschaft seit 2016 kein Verhandlungsgegenstand mehr war, sondern in erster Linie Handelsquoten für Käse, Zigaretten und andere Produkte.


Der gesamte Warenhandel Serbiens mit den fünf EAWU-Staaten belief sich im Jahr 2018 auf 3,4 Mrd. USD, und fast 90% davon werden mit Russland abgewickelt.


Das Abkommen tritt in Kraft, sobald es von den Parlamenten Serbiens, Russlands, Kasachstans, Weißrusslands, Armeniens und Kirgisistans ratifiziert wurde.

Ljajic: Das Abkommen mit der EAWU ist für Serbien von großer Bedeutung


Das Freihandelszonenabkommen mit der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) ist für Serbien von großer Bedeutung, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Serbiens und Minister für Handel, Tourismus und Telekommunikation Rasim Ljajic am Freitag gegenüber TASS.

- Das Abkommen hat eine große wirtschaftliche Bedeutung, da es serbischen Unternehmen den Zugang zu einem Markt mit 180 Millionen Einwohnern ermöglicht. Dieses Abkommen deckt 99% der serbischen Waren ab, die von Zöllen befreit werden, was günstige Bedingungen für eine weitere erfolgreiche Zusammenarbeit in anderen Sektoren sowie im Handel schaffen wird - sagte er.

Ljajic sagte, dass Serbien neue Investitionen sowohl von den EAWU-Ländern als auch von den Ländern der Europäischen Union erwartet, die ebenfalls von diesem Abkommen profitieren können, wenn sie ihre Produkte in Serbien herstellen.


- Offensichtlich wird dieses Abkommen ein noch günstigeres Klima in den politischen Beziehungen und allen anderen Beziehungen zwischen Russland und Serbien schaffen, und diese Beziehungen werden die praktischen Bereiche, insbesondere die Wirtschaft, beeinflussen - betonte Ljajic.

Er sagte, er erwarte nach der Unterzeichnung dieses Abkommens eine Zunahme des Handels mit der EAWU.

- Ich möchte darauf hinweisen, dass bis heute 743 serbische Unternehmen ihre Waren auf den russischen Markt exportieren und mehr als 1.200 Arten von Waren anbieten - betonte er.


Die EAWU wurde am 1. Januar 2015 offiziell gegründet.
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