Quelle: eKapija | Montag, 08.07.2019.| 10:48
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Erneuerung der Infrastruktur von entscheidender Bedeutung, um ausländische Bergsteiger anzuziehen - Bergsteigerheime in Serbien auf dem Niveau der Mitte des letzten Jahrhunderts

(FotoKitja Kitja/shutterstock.com)
In Serbien gibt es etwa 16.000 Mitglieder von Wander- und Bergsteigervereinen, und es scheint dass Wandern und Bergsteigen in den letzten Jahren immer beliebter wird. Präsidenten der Wander- und Bergsteigervereine "Pobeda" und "Zeleznicar" können nicht sagen, welches Reiseziel unter den einheimischen Wanderern udn Bergsteigern am beliebtesten ist.

- Ihre Aktivitäten hängen in erster Linie von den Kosten ab. Die Reiseziele in der Nähe von Belgrad sind deshalb die meistbesuchte und wahrscheinlich die beliebtsten. Das Banater Gebirge, der südliche Teil der Westrumänischen Karpaten, und insbesondere Nera- und Beusnitaschluchten sind auch nicht weit entfernt und deshalb sehr gefragt. Sehr populär in Serbien sind Wandertouren in Gebirgen wie Rtanj, Povlen, Maljen, Fruska gora, Ostserbien, Eisernes Tor, Miroc-Hochebene - sagt Radmilo Maric, Präsident des Wander- und Bergsteigervereins "Zeleznicar".

Boris Micic, Präsident des "Pobeda"-Vereins weist auch auf interessante Wandertouren hin.

- Serbische Bergsteiger sind nicht nur Mitglieder des Europäischen Bergsport-Dachverbands EUMA, sondern auch der Europäischen Wandervereinigung (European Ramblers Association - ERA). Wir bieten Wandertouren durch die Banater Sandwüste (Deliblat-Dünen), in Tiefebenen oder Bergen, in denen keine technischen Hilfsmittel (außer Wanderstöcken) erforderlich sind. Besonders herausfordernd für erfahrene Bergsteiger sind Touren im Hochgebirge (über 2.500 m), die wir in den Nachbarländern und in den Alpen veranstalten - so Micic.

Wenn es um ausländische Bergsteiger in Serbien geht, sind sie einig darüber, dass es nicht viele gibt, vor allem wegen der ungenügend entwickelten Infrastruktur. Wenn sie kommen, besuchen sie meistens Kopaonik und Stara planina, sowie Rtanj und Suva planina.

- Es gibt, leider, nur wenige ausländische Bergsteiger. Neben Bergsteigern aus den Nachbarländern gibt es immer mehr Wanderer aus Evropa, die an sogenannten Europäischen Fernwanderwegen interessiert sind. Es gibt 12 europäische Fernwanderwege, von denen zwei: E-4 und E-7 durch Serbien führen. Die Infrastruktur ist auch hier ein Problem. Diese Wanderwege sind nicht gut markiert, es gibt nicht genügend hochwertige Unterkünfte, es gibt keine begleitenden Karten. Die Unterkünfte in Europa müssen viel höhere Normen als bei uns erfüllen, und unsere Bergsteigerheime und Herberge sind noch auf dem Ausstattungsniveau der Mitte des letzten Jahrhunderts. Es gibt immer mehr private Pensionen und auf den Ethnotourismus orientierte Unterkünfte, aber nicht genug, und sie werden nicht immer von der lokalen Selbstverwaltung unterstützt - unterstreicht Micic und fügt hinzu, dass der Nationalpark Djerdap und das Molitva-Gebirge mit dem Fluss Uvac besonderes Interesse wecken.

Ausländische Touristen fahren nach Serbien zum Rafting oder in Schluchten, und weniger in die Berge.

- Es gibt ausländische Gäste, die meistens von spezialisierten Reiseveranstaltern und zu höheren Preisen gebracht werden - so Maric.

Er wies auch auf immer weniger persönlichen Kontakt unter Bergsteigern und erinnerte daran, dass Bergsteigervereine ihren Mitgliedern immer ermöglicht haben, neue Menschen kennen zu lernen und Freundschafte zu schließen.

- Unsere Treffen waren immer ein idealer Ort, um alte Freunde zu treffen und neue kennen zu lernen. Wir konnten früher bis zu 220 Mitglieder bei einem Treffen zusammenbringen. Die Massenkommunikationsmittel und das Internet haben alles abgeschaltet. Die Zahlungen werden nur selten persönlich, im Verein, sondern immer mehr über Internet gemacht. Wenn dies in 20 Jahren so weitergeht, wird es einige Räume in der Stadt geben, in denen man auf einem steilen Gehweg laufen würde, während um ihn der künstliche Wind bläst und es auf einem 3D-Leinwand schneit. Sie könnten also auf diese Weise versuchen, den Everest zu besteigen - sagt er am Ende.


I. Milovanović

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