Quelle: Radio Slobodna Evropa | Donnerstag, 13.06.2019.| 14:49
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Wachstum der ausländischen Direktinvestitionen auf dem Westbalkan - Nordmazedonien an der ersten Stelle mit einem Plus von 260%, in Serbien 44%

Illustration (Foto isak55/shutterstock.com)

Die Region des westlichen Balkans verzeichnete im vergangenen Jahr einen Anstieg der ausländischen Direktinvestitionen trotz eines negativen internationalen Trends, zeigt ein Bericht der Vereinten Nationen.

Während die ausländischen Direktinvestitionen 2018 weltweit um 13% auf 1,3 Mrd. USD zurückgegangen sind, wurde in der Region des westlichen Balkans, der im Bericht als Südosteuropa bezeichnet wurde, ein Anstieg um 33% bzw. auf 7,4 Mrd. EUR verzeichnet.

Wie die Uno-Handels- und Entwicklungsorganisation Unctad am Mittwoch in Genf berichtete, verzeichnete Nordmazedonien die besten Ergebnisse im Westbalkan. Das Land hat einen Anstieg ausländischer Direktinvestitionen um 260% verzeichnet, von 205 Mio. USD 2017 auf 737 Mio. USD im Vorjahr.

Serbien ist noch immer das Land mit dem größten Zufluss ausländischer Direktinvestitionen, mit einem Anstieg um 44% auf 4,1 Mrd. USD. Montenegro ist das einzige Land in der Region, in dem ein Rückgang verzeichnet wurde, -12% auf 490 Mio.USD, währen in Bonsien-Herzegowina das Wachstum um 4% auf 468 Mio. USD und in Albanken um 13% auf 1,3 Mrd. USD registriert wurde.

Wenn es um die EU-Länder in der Region geht, wurde das größte Wachstum im Bereich ausländische Direktinvestitionen in Slowenien verzeichnet - 81% auf 1,4 Mrd. USD. In Kroatien sind sie um 43% auf 1,2 Mrd. USD zurückgegangen, in Bulgaruen um 21% auf 2 Mrd. USD. Griechenland hat das Wachstum um 9% auf 4,3 Mrd. USD und Rumänien um 9% auf 5,9 Mrd. USD registriert.

Serbien war 2018 der größte Empfänger ausländischer Direktinvestitionen unter Transformationsländern, was die ehemaligen Sowjetrepubliken einschließt, mit dem Wachstum des Grundkapitals, heißt es im Unctad-Bericht.

Die serbische Wirtschaft ist die größte in der Subregion und relativ diversifiziert. Ihre strategische Position erleichtert die Logistikinfrastruktur, während Mineralien, insbesondere Kupfer, Unternehmen anziehen, die Naturressourcen erkunden. Als ausländische Direktinvestitionen wurden im Bericht die Übernahme der Mehrheitsbeteiligung am Belgrader Nikola-Tesla-Flughafen seitens Vanci Airports und an der Kupferholding RTB Bor seitens Zijin genannt.

Der Bericht der die Uno-Handels- und Entwicklungsorganisation weist auch auf Investitionen in den serbischen Automotivecluster mit Projekten des britischen Unternehmens Essex Europe und japanischen Yazaki, sowie auf das Forschungszentrum des deutschen Reifenherstellers Continental in Novi Sad hin.

Der Zufluss ausländischer Direktinvestitionen in Nordmazeodnien ist mehr als dreimal höher, mit einem Rekord von 737 Millionen US-Dollar. Die meisten davon gingen laut UNCTAD-Bericht an einen exportorientierten Investitionscluster, hauptsächlich in der Automobilindustrie in technologisch-industriellen Entwicklungszonen. Eine der Freizonen um Skopje zog den US-amerikanischen Autoteilehersteller Dura Automotive Systems an.

Rückgang in Russland

Ausländische Direktinvestitionen in Transformationsländern gingen 2018 erneut zurück, meistens wegen des Rückgangs in Russland, Aserbaidschan und Kasachstan. Der Zufluss ausländischer Direktinvestitionen in Russland hat sich dem Bericht zufolge auf 13 Mrd. USD halbiert, da die Anleger auch aufgrund geopolitischer Bedenken und eines geringen BIP-Wachstums weiterhin vorsichtig sind.


(FotoNataliya Hora/shutterstock.com)
Die ausländischen Direktinvestitionen gingen 2018 weltweit um 13% zurück. was das niedrigste Niveau seit der globalen Finanzkrise darstellt. Der dritte jährliche Rückgang hintereinander ist vor allem auf die massiven Steuernachlässe zurückzuziehen, mit denen Trump Firmen ins Inland zurück lockt.

"Der Rückgang geht weitgehend darauf zurück, dass multinationale US-Firmen ihre Gewinne aus dem Ausland zurücktransferierten, um die genau dafür vorgesehenen Steuerreformen von 2017 zu nutzen", heißt es im Unctad-Bericht.

Betroffen waren vor allem die Industrieländer. Sie zogen noch 557 Mrd. USD aus dem Ausland an, ein Viertel weniger als im Jahr davor, und so wenig wie seit 2004 nicht mehr. In Europa halbierte sich der Umfang ausländischer Direktinvestitionen gegenüber dem Vorjahr auf 172 Mrd. USD. Im ersten Halbjahr 2018 hatte der Einbruch sogar 93 Prozent betragen. In Entwicklungsländer seien aber 2% mehr Gelder geflossen, schreibt die Unctad.

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