Quelle: Tanjug | Mittwoch, 29.05.2019.| 14:32
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Serbien verliert jedes Jahr 1,2 Milliarden Euro durch Abwanderung von Fachkräften - Mehr als 650.000 Menschen sind seit 2000 ausgewandert

(FotoColorMaker/shutterstock.com )
Die Abwanderung von jungen und gebildeten Menschen kostet Serbien 1,2 Milliarden Euro pro Jahr, was dem Wert der Exporte der IT-Branche des Landes entspricht, sagte man bei einer von der Serbischen Managerassoziation (SAM) veranstaltete Podiumdiskussion zum Thema "Wie lassen sich junge Menschen von der Abwanderung abhalten".

Auf dem Forum wurden OECD-Daten vorgestellt, die zeigen, dass mehr als 650.000 Menschen Serbien seit dem Jahr 2000 verlassen haben, die meisten von ihnen junge Menschen, und nach einer Umfrage, die im vergangenen Jahr durch das Ministerium für Bildungswesen durchgeführt wurde, will jeder vierte Student seine Ausbildung im Ausland fortsetzen und zwei Drittel wollen dort bleiben.

Dragan Loncar, Professor und Prodekan für die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften in Belgrad, schätzt, dass in den kommenden Jahren bis zu 25% der gebildeten, jungen Bevölkerung Serbien verlassen konnten.

- Was unsere IT-Branche ausführt, wird durch die Kosten der Abwanderung unserer Mitbürger ins Ausland kompensiert - sagte Loncar und fügte hinzu, dass die Abwanderung schwer zu stoppen sei, aber dass wir mit ihnen in Kontakt bleiben und sie sogar zur Ruckkehr ermutigen.

Bojana Simeunovic, Beraterin für Kreativwirtschaft und Wissenschaft der serbischen Premierministerin, wies darauf hin, dass ein Gremium für zirkuläre Migrationen gebildet worden sei.

- Mit Kreismigrationen bezeichnen wir die Möglichkeit, dass sie das Land verlassen und später zurückkommen. Das Gremium soll als eine Art der Station funktionieren, wo Menschen, die wieder kommen wollen, alle Informationen, die sie benötigen, finden können - sagte sie und fügte hinzu, dass konkrete Initiativen bis Ende des Jahres vorzustellen seien.

Die Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit und Beschäftigung, Bojana Stanic, betonte, dass eine Koordinierungsstelle innerhalb der Regierung Serbien gebildet wurde, die sich mit dem Problem der Abwanderung von jungen Menschen befassen soll.

- Die Aufgabe ist, Die Abwanderung von jungen Menschen zu verlangsamen, diejenigen, die schon ausgewwandert sind, zur Rückkehr zu ermutigen und ausländische Experten zu gewinnen. Ohne Unternehmen spielen aber dese Koordinierungsstelle und alle anderen Maßnahmen keine Rolle, und wir sollten diese Leute irgendwo beschäftigen können - sagte sie.
Ihr zufolge ist das Problem komplex, da festgestellt werden muss, warum die Menschen gehen und welche entscheidenden Faktoren für ihre Rückkehr entscheidend sind.

Die Gewinnung und Förderung junger Talente ist eines der wichtigsten Themen für Unternehmen in Serbien, wie Vertreter von Atlantic Grupa, Schneider Electric, Microelectronics und VIP Mobile bestätigen.

Die Maßnahmen, die sie umsetzen, reichen von Kindergärten in Unternehmen über flexible Arbeitszeiten und Arbeitsplätze, transparente Karriereentwicklung bis hin zu ständiger beruflicher Weiterentwicklung und bezahlten Urlaubsmonaten.

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