Quelle: Radnik.rs | Donnerstag, 18.04.2019.| 14:44
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Duale Ausbildung möglich auch an den Fakultäten, Studenten werden ein halbes Gehalt verdienen

(FotoLucky Business/shutterstock.com)
Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und technologische Entwicklung hat den Entwurf eines Gesetzes über die duale Ausbildung an den Hochschulen vorgelegt, wonach die Studierenden mindestens 450 Stunden (etwa 60 Stunden) beim Arbeitgeber arbeiten und dafür mindestens 50% des Gehalts eines Mitarbeiters erhalten sollten, der dieselbe oder eine ähnliche Arbeit leistet.

Die Arbeit von Hochschulstudenten wird genauso definiert wie die Arbeit von Gymnasiasten im Gesetz über die duale Ausbildung - als "Lernen durch Arbeit". Da die Arbeit der Studenten dabei nicht als Arbeit definiert wird, sondern als Lernen, haben sie kein Recht auf Leistungen wie Beiträge zur Renten- und Invalidenversicherung oder die Möglichkeit einer Gewerkschaftsmitgliedschaft.

Das Bildungsministerium erklärt, dass das duale Bildungsmodell an Hochschulen "aufgrund der positiven Erfahrungen der europäischen Länder" umgesetzt wird.

- Studierende, die ihr Studium im Rahmen des dualen Modells abschließen, steigern ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt angesichts ihrer beträchtlichen und relevanten praktischen Erfahrungen erheblich und haben bessere Chancen, von dem Arbeitgeber eingestellt zu werden, mit dem sie ihre duale Ausbildung absolviert haben, sowie von anderen Arbeitgebern in derselben Branche - teilte das Ministerium mit.

Dem Gesetz zufolge sollte die Arbeit des Studenten eine bestimmte Anzahl von ECTS-Punkten einbringen. Ein Student unterschreibt einen Vertrag über das Lernen durch die Arbeit mit dem Arbeitgeber.

Der Arbeitgeber verpflichtet sich, Studenten die Mittel und die Ausrüstung für die Arbeit zur Verfügung zu stellen, Lebensmittel- und Reisekosten zu ersetzen sowie eine Versicherung gegen Verletzungen bei der Arbeit zu leisten.

Der Gesetzentwurf besagt, dass Studenten, die durch Arbeit lernen, Anspruch auf eine Entschädigung von mindestens 50% des Gehalts eines Arbeitnehmers haben, der dieselbe oder eine ähnliche Tätigkeit ausübt, und wenn der Arbeitgeber die Studienkosten des Studenten deckt, kann das Arbeitsentgelt entsprechend reduziert werden.

Der Gesetzesentwurf schließt die Umsetzung des Arbeitsgesetzes aus, da er die Praxis als "Lernen durch Arbeit" definiert und den "Schutz der Rechte der Studenten im Einklang mit dem Gesetz, das die Hochschulbildung regelt" verwirklicht. Arbeitsaufsicht ist für die Kontrolle der Arbeitsbedingungen und der Arbeitssicherheit im Einklang mit dem Arbeitsschutzgesetz zuständig.

Die Bedingung für die Arbeitgeber ist auch, dass Mentor oder eine andere verantwortliche Person beim Arbeitgeber nicht aufgrund eines rechtskräftigen Urteils wegen einer Straftat im Bereich der Arbeitsbeziehungen verurteilt wurde. Der Arbeitgeber darf auch nicht wegen eines Strafttats verurteilt sein, die durch das Gesetz zur Verhütung von Misshandlungen am Arbeitsplatz vorgeschrieben sind.

Das Gesetz verbietet nicht, dass Arbeitgeber, die wegen einer Straftat im Bereich der Arbeitsbeziehungen verurteilt wurden, das Lernen durch Arbeit organisieren können.

Dies bedeutet, dass ein Arbeitgeber, der wegen einer Straftat im Bereich der Arbeitsbeziehungen wie zum Beispiel wegen der Beschäftigung von Schwarzarbeitern verurteilt wurde, die Praxis "Lernen durch Arbeit" organisieren darf.

Für das Register der Verträge über das duale Modell (Verträge, die Arbeitgeber mit den Hochschulen abschließen) ist die Wirtschaftskammer Serbien zuständig.

Die duale Ausbildung wurde zum ersten Mal 2017 in das Bildungswesen Serbien durch Verabschiedung des Gesetzes über duale Ausbildung eingeführt. Das Gesetz ermöglicht, dass die Ausbildung an zwei Lernorten, in Betrieben und in Berufsschulen erfolgt.

Wie das Portal Radnik.rs hinweist, erlaubt das Gesetz über duale Ausbildung, dass Sekundärschüler bis zu 30 Arbeitsstunden wöchentlich bei einem Arbeitgeber gegen einen symbolischen Entgelt arbeiten. Sie weisen aber auch darauf hin, dass in ihrem Fall das Arbeitsgesetz nicht anwendbar ist.

Im Unterschied zu ihnen sind ihre Kollegen in Deutschland und Österreich, die sich im dualen Bildungssystem befinden, bei ihren Arbeitgebern beschäftigt, Arbeitgeber zahlen ihnen Sozialversicherungsbeiträge und sie haben Recht auf die Gewerkschaftsmitgliedschaft.

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