Quelle: eKapija | Montag, 28.01.2019.| 14:32

Arbeitstreffen mit Vertretern der EU-Delegation in Serbien - Weg zu europäischen Standards teuer, wird sich aber lohnen

Vertreter der EU-Delegation in der Republik Serbien im Bereich der europäischen Integrationen und Zusammenarbeit

Der Umweltschutz ist eines der wichtigsten strategischen Ziele, an dem Serbien in der nächsten Zeit arbeiten muss, wurde bei einem Arbeitstreffen mit Vertretern der EU-Delegation in Serbien, das vom slowenischen Wirtschaftsklub, der Deutsch-Serbischen Wirtschaftskammer, der italienisch-serbischen Wirtschaftskammer und der Schweizerisch-serbischen Handelskammer im Hotel IN in Belgrad organisiert wurde.

Zu den Diskussionsthemen der Veranstaltung am Donnerstag, 24. Januar, gehörten die Fortschritte Serbiens auf seinem Weg in die EU sowie die Möglichkeiten der Finanzierung aus EU-Mitteln in der Republik Serbien, dh die EU-Unterstützung für die Verbesserung des Geschäfts- und Investitionsklimas.

Wie gesagt, Serbien muss im Integrationsprozess bestimmte Umweltstandards erfüllen, was erhebliche Investitionen in Wasseraufbereitungsanlagen, die Verbesserung der Luftqualität sowie erneuerbare Energieträger erfordert, betont der Leiter des Kooperationssektors der EU-Delegation nach Serbien, Yngve Engstrom.


Leiter des Sektors für Zusammenarbeit in der EU-Delegation in der Republik Serbien Yngve Engtroem


- Serbien muss allein für die Wasseraufbereitung 6 bis 10 Milliarden Euro bereitstellen, um die EU-Standards zu erfüllen. Das ist viel Geld, aber es ist eine Investition, die sich langfristig auszahlt. Bisher hat Serbien zusammen mit der EU rund 50 Millionen Euro investiert, und das können wir derzeit tun. Sicherlich hätte Serbien nach seinem EU-Beitritt weitaus größere Mittel zur Verfügung - sagte Engstrom gegenüber eKapija.

In Bezug auf die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Serbien und der EU, ist die Stellvertreterin von Engstrom, Mateja Norcic Stamca der Meinung, dass sie stark sind und der Handel ständig steigt.

Aus den dargestellten Zahlen geht hervor, dass Serbiens Exporte in die EU-Staaten 66% der gesamten Exporte ausmachen, das sind 9,9 Mrd. EUR, während der Import aus der EU 62%, das heißt 12,115 Mrd. EUR, nach den Daten von 2017 beträgt.


Stellvertretende Leiterin der EU-Delegation in der Republik Serbien Mateja Norčić Štamcar


- Das vergangene Jahr endete mit einem Haushaltsüberschuss, der theoretisch höhere Investitionen ermöglichen sollte, beispielsweise in Infrastruktur und Bildung, die unserer Meinung nach durchaus erforderlich sind und die sich im diesjährigen Haushalt nicht widerspiegeln. In der nächsten Periode rechnen wir mit einem Wirtschaftswachstum in Serbien von über 4% - erklärte Norcic Stamcar gegenüber eKapija.

Neben den Investitionen in den Umweltschutz und den erneuerbaren Energieträgern liegt der Schwerpunkt wie gesagt auf der Entwicklung des Verkehrs, der Grenzübergänge und der Rechtsstaatlichkeit. Norcic Stamcar wies darauf hin, dass das Ziel des Integrationsprozesses nicht nur der Beitritt zur EU ist, sondern auch der Prozess selbst und alles, was Serbien auf diesem Weg erreicht.

- Was das Geschäftsklima in Serbien gefährdet, sind Korruption, Justizverwaltung, organisierte Kriminalität und Medienfreiheit. Dies sind die Themen, mit denen Serbien in der kommenden Zeit zusammen mit der EU zusammenarbeiten muss, betonte Norcic Stamcar und fügte hinzu, dass der Balkan im Februar 2018 mit der sogenannten EU-Strategie für den westlichen Balkan, die eine Perspektive für die Region bietet, auf die EU-Agenda zurückgekehrt ist.

Bis 2025 hätte die EU vielleicht mehr als die derzeitigen 27 Mitglieder, aber das Tempo des Fortschritts hängt von den individuellen Verdiensten und den konkreten Ergebnissen jedes Landes ab, heißt es auf dem Treffen.


S. P.

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