Quelle: eKapija | Montag, 03.12.2018.| 01:32
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Äpfel, Käse, Strümpfe aus Serbien in Regalen der größten russischen Einzelhandelsketten

(Fotoshutterstock.com/Gts)
Was alles Serbien in die Russische Föderation exportiert, welche serbische Produkte Russen bevorzugen, und wie unsere Erzeugnisse ihren Weg zu Regallen der größten Einzelhandelsketten in Russland finden, war eines der Themen beim FMCG-Gipfeltreffen in der vergangenen Wochen in Belgrad.

Die Behauptung, dass serbische Produkte hochwertig, hochgeschätzt und sehr gefragt in Russland sind, bestätigen die Analysen der serbischen Expore in dieses Land, die in den letzten Jahren konstant zunehmen. Beim Treffen in Belgrad könnte man auch von Möglicheiten hören, die unserem Land offen stehen, und werden kaum genutzt.

Nach Angaben der Wirtschaftskammer Serbien wurden in den ersten drei Quartalen 2018 Produkte im Gesamtwert von 787,6 Mio. EUR nach Russland ausgeführt, was eine Verbesserung um 5% im Vergleich zu Ergebnissen 2017 darstellt. Ein Drittel der Exporte entfällt dabei auf Lebenmsmittel: Äpfel, Erdbeeren, Pfirsiche (wo Serbien den Platz zwei, gleich hinter der Türkei, belegt), gefrorenes Obst (hinter China), Käse (Platz zwei hinter Weißrussland), Fleischkonserven (der dritte Platz), Setzlinge, Mais...

Dejan Delic, Geschäftsführer der Vertretung der Wirtschaftskammer Serbien in der Russischen Föderatin sagt gegenüber eKapija, dass unter Lebensmitteln, die nach Russland ausgeführt werden, frisches und verarbeitetes Obst und Gemüse, Käse, Fleischwaren meistgefragt sind. Diese Exporte erreichen den Wert von 250-300 Mio. USD jährlich.

Neben Lebensmiteln führt Serbien auch Reifen, Fußbodenbeläge, Waschmaschinen, Kreiselpumpen, Kupferrohre und Strumpfhosen aus.

Serbische Exporte nach Russland sollen bis Ende des Jahres den Wert von 1 Mrd. USD übersteigen.

Weniger geräuchert, weniger gepökelt

Das Schlacht- und Fleischunternehmen Zlatiborac hat eine umfangreiche Analyse des Marktes in der Russischen Föderation noch 2010 gestartet, um mit dem Export erst in zwei Jahren zu beginnen. Um den Warenverkehr zu erleichtern wurde das Unternehmen Zlatibor Trade Moskau gegründet, eine Tochtergesellschaft, die seit 2016 auf dem russischen Markt tätig ist.
In diesem Moment arbeitet Zlatiborac nicht nur mit Zlatiborac Trade, als seinem offiziellen Vertreter, sondern auch mit weitereb 19 Zulieferern.

In Hinsicht darauf, dass die Russische Föderation ein riesengroßer Martk ist, insbesondere wenn man ihre Geographie betrachtet, muss man die Distribution sehr effizient organisieren. Es ist schwer zu glauben, dass einer Vertreiber alles allein schaffen kann, unterstreicht Dijana Savic, Managerin für Kommunikation bei Zlatiborac.

Auf die Frage, welche Lebensmittel Russen bevorzugen und wie sich ihre Essgewohnheiten von unseren unterscheiden, erklärt Savic, dass es Unterschiede gibt, insbesondere bezüglich Gewürze - wie Pfeffer, Salz sowie Knoblauch.

- Russen bevorzugen leichtere Versionen der Lebensmittel. Produkte die weniger Salz und Gewürze wie Knoblauch oder Pfeffer enthalten. Sie bevorzugen, weniger geräuchert mit einem milderen Geschmack im Vergleich zu dem, was wir hier lieben und was wir unter gutem, geräuchertem und gepökelem Fleisch verstehen.

- Sehr interessant war die Frage, wie wir die Namen unserer Produkte anpassen könnten. Das was wir in Serbien "Teewurst" nennen, ist nicht annähernd wie das Produkt, das in Russland unter diesem Namen verkauft. Das Produkt mit einer geringeren Qualität, das in der Zeit der Krise gegessen wurde. Wir haben dieses Problem gelöst, indem wir die Nomenklatur geändert haben, und man muss solche Maßnahmen treffen, um sich an die Esskultur eer Menschen anzupassen - so Savic.


Eine der wichtigen Fragen beim Einstieg in den russischen Markt ist sicher, in welchen Regalen kann man seine Produkte verkaufen und an welche Zielgruppe muss er seine Produkte richten. Eine Lösung, die von den meisten Unternehmern wegen der an unterschiedliche Kundenprofile angepasstten Angebotsvielfalt als ideal gewählt wird, sind Hypermärkte.


Tino Andjic, Exekutivdirektor für strategische Marketing einer der größten Supermarkt- und Hypermarktketten in Russland, O’key, sagt, dass Hypermarkte eine sehr wichtige Kategorie in Russland ist, vor allem wegen der Klimabedingungen. Hypermärkte machen 20% des russischen Markte, und ihre Non-Food-Teile sollen kategorisiert werden, erfährt eKapija. "Daran wird derzeit gearbeitet".

- Wenn man einen Katalog der frischen Produkte erstellt, werden 25 Modifikationen vorbereitet. Das führt dazu, dass wir in unseren Super- und Hypermärte 83 Arten von Milch bieten. Die Lebensmittelabteilung in Hypermärkten ist so, dass man sich nicht auf nur ein Produkt fokussieren oder nur einen Produkttyp bieten. Wenn ein Discountergeschäft sechs oder acht Arten von Schokolade bietet, muss man 150 im Angebot haben, um auf Wünsche und Forderungen der Kunden in Moskau, St. Petersburg einzugehen - erklärt Andjic.

Neues Freihandelsabkommen


Die Republik Serbien verhandelt derzeit mit der Gemeinschaft unabhängiger Staaten, um ein neues, einheitliches Freihandelsabkommen mit der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft, einem Markt mit mehr als 182 Einwohnern auszuhandeln.

Anfang Oktober fand die zweite Runde der Verhandlungen statt, un die nächste wird Anfang 2019 geplant - wenn man die Listen der Produkte präsentieren soll, die vom Freihandelsabkommen ausgenommen sind.


S.P.

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