Quelle: eKapija | Montag, 20.08.2018.| 13:04
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Wird sich die Werft in Apatin erholen? - Kein einziger Interessent meldete sich in den letzten drei Jahren

(FotoXavier Fargas/shutterstock.com)
Die Werft in Apatin, einst die modernste in Serbien, beschäftigt derzeit keinen einzigen Mitarbeiter und wird erneut zum Verkauf geboten. Der ehemalige Riese hat einst sogar 800 Arbeitnehmer beschäftigt und Schiffe für Kunden in Norvegen gebaut. Heutzutage haben alle sieben Werften zusammen nicht so viele Mitarbeiter. Dies ist auf erfolglose Privatisierungen zurückzuführen.

Es gibt nicht viele Interessenten für Investitionen in diese Branche in Serbien - kein einziger hat sich beim ersten Verkaufsversuch für die Werft in Apatin gemeldet. Bulgarisches Unternehmen ABC TWO EAD mit Sitz in Sofia, Inhaber der Werft, stellte sie am 16. August erneut zum Startpreis von rund 2 Mio. EUR zum Verkauf.

Mladen Manojlovic, Geschäftsführer der Werft in Apatin, sagt gegenüber unserem Portal, dass es sich keine interessierten Käufer in den letzten drei Jahren wie auch beim letzten Verkaufsversuch gemeldet haben.

- Der letzte potenzielle Investor war ein Italiener, aber er hat sich vor einigen Jahren gemeldet - so Manojlovic.

Die Werft ist derzeit außer Betrieb und ohne eigene Mitarbeiter. Der Komplex ist von anderen Unternehmen - Beoline Beograd, Interbrod Bajmok und Astra Shipyard Novi Bečej - gemietet.

Aktuelle Mieter beschäftigen rund hundert Mitarbeiter. Ihre Operationen können durch den verkauf des Unternehmens nicht gefährdet werden, weil die Übernahme mindestens drei Monate benötigt, behauptet Manojlovic.

Unser Interviewpartner sagt auch, dass sie keinen Kontakt zum bulgarischen Unternehmen haben, sondern nur mit der National Bank of Greece kommunizieren.

Der niedrigere Startpreis im Vergleich zum letzten Verkaufsversuch beruht auf der neuen Schätzung des Vermögenswertes im Dezember 2017.

- Der Schiffbau in unserem Land hat eine Perspektive, während es qualifizierte Fachkräfte gibt. Niedrige Löhne treiben sie immer mehr nach Kroatien und andere Länder. Die Berufsschule in Apatin bietet die Ausbildung für den Schiffbau schon lange nicht mehr, weshalb es keine jungen Fachkräfte gibt - sagt unser Gast.

Die Werft in Apatin hat ihre Geschäftstätigkeit früher unter dem Namen "Boris Kidric" ausgeübt. Während der Privatisierung 2003 wurde sie an das Unternehmen Danubius Building Corp von Vojin Lazarevic für 300.000 DM verkauft. Der Kaufpreis wurde damals mit Anleihen für alte Devisenspareinlagen gezahlt. Der ehemalige Industrieriese hat 2010 den Konkurs angemeldet. Die Agentur für Insolvenzverfahren hat die Werft 2012 an die Vojvodjanska banka für 230 Mio. Dinar versteigert, an einer Auktion, an der MK Commerce 130 Mio. Dinar geboten hat. In Hinsicht darauf, dass die Vojvodjanska banka damals der größte Gläubiger der Werft war, wurde ihr der bezahlte Betrag sofort zurückgezahlt. Die Vojvodjanska banka hat das Unternehmen im Janua 2016 der bulgarischen Bank überlassen, die zur Gruppe der National Bank of Greece gehört.

Zur Erinerung: Serbische Schiffbauunternehmen gehörten einst zun den größten Exporteuren, mit jährlichen Deviseneinnahmen von bis zu 300 Mio. USD. Serbien war für seine Schiffbauer weltweit bekannt. Hunderte von Lastkähnen, die in serbischen Werften gebaut wurden, segelten auf dem Tigris und Euphrat, auf Flüssen in der ehemaligen Sowjetunion, sie eroberten auch Indonesien, Birma, Vietnam, Ägypten, Libyen, Äthiopien...

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