Quelle: eKapija | Mittwoch, 09.05.2018.| 07:46
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Bald weitere 10 neue Ladestationen für Elektroautos in Serbien - Schnell-Ladestationen für Aufladen in 15 Minuten benötigt

(FotoSmile Fight/shutterstock.com)
Stellen Sie sich vor, ein Auto zu fahren, das während der Fahrt über die Straße geladen wird. Ja, Sie haben das richtig gelesen. In Serbien kann man davon noch immer nur träumen, aber in Stockholm könnten wir das in Wirklichkeit ausprobieren - wenn wir ein Elektroauto fahren. Schweden hat die erste elektrische Straße der Welt gebaut, mit der es möglich ist, die Batterien von E-Autos und E-Trucks während der Fahrt aufzuladen. Die zwei Kilometer lange Strecke ist in der Nähe von Stockholm zu finden.

Diese Straße ist Teil des sogenannten eRoadArlanda-Projekts und ist zurzeit erst zwei Kilometer lang. Es ist eine Verbindung vom Flughafen Arlanda zu einem nahe gelegenen Logistikstandort. Die Fahrbahn ist mit einer Schiene ausgerüstet, die über einen flexiblen Arm mit dem Fahrzeug verbunden ist und unter der in etwa sechs Zentimeter Tiefe Elektrizität läuft. Da der bewegliche Elektroarm an der Unterseite des Fahrzeugs befestigt wird, bedarf es dafür eine spezielle Vorrichtung. Dieser erkennt automatisch, wann er mit dem Laden beginnen muss und kann sich auch selbständig wieder von dem Fahrzeug lösen. Auf der Strecke ist nun eine LKW-Flotte unterwegs, die Waren von A nach B transportieren.

Ähnliche elektrische Straßen wurden bereits in Deutschland und an anderen Standorten in Schweden installiert, aber alle sind im privaten Besitz. Das von eRoadArlanda entwickelte System ist für öffentliche Straßen vorgesehen. In der nächsten Zukunft könnten viele Hauptstraßen in Europa solche Systeme bekommen, in Hinsicht darauf, dass die führende Automobilhersteller Elektroautos für den breiten Gebrauch entwickeln.

Und während europäische Straßen auf Systeme für das automatische Aufladen von Autos warten, wird in Serbien erst die Infrastruktur von Ladestationen entwickelt.

Im Rahmen der Modernisierung der Straßen in Serbien installierte das öffentliche Unternehmen Putevi Srbije in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Bau, Verkehr und Infrastruktur im Rahmen eines Pilotprojekts 2017 fünf Ladestationen für Elektroautos an den Mautstellen Presevo, Sid, Dimitrovgrad, Subotica jug und Belgrad bei Bubanj Potok. Es gibt auch noch einige Ladestationen in Belgrad und Novi Sad.

Installierte Ladestationen gehören zu den modernsten Geräten dieser Art und können Elektroautos aller Hersteller in der Welt aufladen. Die Geräte haben drei Anschlüsse, oder zwei für schnelles DC-Laden und eins für AC-Laden, erfährt eKapija in Putevi Srbije.

- Elektroautos werden in max. 30 Minuten aufgeladen und diese Dienstleistung ist derzeit kostenlos für alle.

In Hinsicht darauf, dass sich das Projekt zur Installation von Ladestationen als gerechtfertigt erwiesen hat, bzw. die Ladestationen werden von vielen Fahrern im Transit genuttz, kündigt Putevi Srbije eine neue Beschaffung und die Installation von weiteren 10 Ladestationen an 10 attraktiven Standorten an Hauptstraßen an. Diese Information wurde uns im Ressortministerium bestätigt.

Es ist noch immer nicht bekannt, welche Standorte dafür gewählt sind.

In Transit


Präzise Informationen darüber, wie viele Elektroautos in Serbien bisher zugelassen wurden, haben wir vom Innenministerium noch immer nicht erhalten. Nach Angaben aus dem Juli 2017 gibt es insgesamt 128 solche Autos, sogar 90 davon in Belgrad.


(FotoMatej Kastelic/shutterstock.com)
In Hinsicht auf die geringe Anzahl "einheimischer" Elektroautos kann man auf serbischen Autobahnen und Straßen meistens Elektroautos auf der Durchreise sehen. Das macht die Installation von Ladestationen entlang der Autobahnen gerechtfertigt.

Die aktuelle Anzahl der Ladestationen und ihre Geschwindigkeit sind nicht im Einklang mit den Normen für diese Autos, glaubt Zeljko Despotovic vom Institut Mihajlo Pupin.

- Elektroautos fahren in Serbien derzeit meistens über die Autobahnen, weshalb wir zwischen Belgrad und Nis mindestens fünfzehn Ladestationen benötigen. Die Anzahl der Ladestationen sollte tatsächlich der Anzahl der Tankstellen entsprechen. Das hängt natürlich davon ab, wie viele es Elektroautos im Verkehr gibt. Die Reichweite der Batterie liegt derzeit bei 150-200 km, sodass man bei der Auswahl von Standorten für neue Ladestationen diese Angabe berücksichtigen muss - so Despotovic.

In Hinsicht darauf, dass sich Serbien der EU nährt, wo diese Fahrzeuge, die im Durchschnitt rund 30.000 EUR kosten, immer populärer werden, muss man mit ihrer Verbreitung bei uns rechnen. Weitere Investitionen in die Infrastruktur sind notwendig, und dies nicht nur entlang der Hauptstraßen.

In der Europäischen Union sind mehr als 100.000 Ladestationen entlang der Straßen installiert, und 2011 gabes nur 3.800.

Es gibt keine Informationen darüber, wie oft Autos an jeder Ladestation in Serbien aufgeladen werden, vor allem, weil ihre Nutzung noch immer kostenlos ist. Ihre Standorte, Typen und Belegung können in Serbien mit Hilfe der Anwendungen Plug Surfing und Plug Share geprüft werden.

Fokus auf Schnell-Ladestationen

Serbien soll nicht nur die Anzahl der Ladestationen erhöhen, sondern auch Schnell-Ladestationen installieren, glaubt Professor Despotovic, der dieses Thema nicht nur am Institut sondern auch mit seinen Studenten an der Hochschule für Robotik und Informatik und der Fakultät für Elektrotechnik in Belgrad bearbeitet.

- Schnell-Ladestationen sind zum Standard geworden - unterstreicht unser Interviewpartner.

- Es ist nicht gut, dass man eine Stunde warten muss, damit das Auto aufgeladen wird. Das würde zur Bildung von langen Warteschlangen vor Ladestationen führen. Die Batterien sollen innerhalb von 15-20 Minuten aufgeladen werden. Dafür benötigen wir Ladestationen mit der höheren Leistung - 300 kV für das Aufladen in fünfzehn Minuten. Die Umspannwerke der bestehenden Ladestationen haben nicht diese Leistung, weshalb wir neue bauen müssen, und dies nicht nur an Mautstellen, sondern auch entlang der Straßen - erklärt er.

Eine Antwort auf die Frage, wie viel Geld für den Bau von Ladestationen in der Zukunft vorgesehen ist und ob man diese Mittel bereits bereitgestellt hat, haben wir nicht im Ministerium erhalten. Laut Worten von Zeljko Despotovic kosten Schnell-Ladestationen zwischen 150.000 und 200.000 EUR. Die Stationen mit einer Leistung von 100 kV, die in Serbien bereits installiert sind und Elektroautos innerhalb von 30-45 Minuten aufladen, kosten zwischen 35.000 und 40.000 EUR.


(FotoMike Flippo/shutterstock.com)
Er unterstreicht noch einmal, dass jede Ladestation Umspannwerk mit einer hohen Leistung ist.

- Um das Netzwerk weiter zu entwickeln, müssen zunächst Umspannwerke gebaut und an das Hochspannungsnetz angeschlossen werden, und erst dann an Ladestationen. Es handelt sich um zwei Investitionen - in Umspannwerke und in Ladestationen - erklärt er.

Subventionen


Während EU-Länder den Kauf von Elektroautos mit verschiedenen Erleichterungen unterstützen, gibt es in Serbien keine Subventionen und das Verfahren für die Einfuhr und Zulassung ist sehr kompliziert. Die Länder in der Region haben auch Subventionspgoramme. Der kroatische Fonds für Umweltschutz und Energieeffizienz bot unlängs Anreize für den Erwerb von Elektroautos. Der Wettbewerb wurde nur ein Tag nach der Ausschreibung geschlossen, weil eine ausreichende Anzahl von Anmeldungen innerhalb des verfügbaren Betrags von 1,62 Mio. EUR (12 Mio. Kuna) eingegangen ist. Subventionen für Bürger reichen von 670 EUR (5000 Kuna) bis 10.700 EUR (80.000 Kuna).

Parallel zur Erhöhung der Anzahl der elektrischen Fahrzeuge auf kroatischen Straßen wird an der Entwicklung der entsprechenden Infrastruktur gearbeitet. Die kroatische Telekom und das rumänische Unternehmen Renovation realisieren gemeinsam Projekt zur Installation von 69 Ladestationen in beiden Ländern, davon 23 Schnell-Ladestationen in Rumänien, im Laufe 2018.

Die Regierung Serbiens hat Ende 2017 die Bildung einer Arbeitsgruppe angekündigt, die sich mit den Anreizen für Elektroautos beschäftigen soll. Eine Studie, die eine optimale Lösung vorschlagen soll, soll bis 2019 fertig sein.


Die Einführung von Subventionen ist eine von 13 Maßnahmen, die im Programm zur Anwendung der Entwicklungsstrategie für Energiewirtschaft der Republik Serbien bis 2025 mit Projektionen bis 2030 definiert ist, um geplane Ziele im Bereich der erneuerbaren Energien zu erreichen.

Neben dem Mangel an Subventionen ist das Verfahren für die Einfuhr von Elektroautos in Serbien sehr kompliziert. Um ein Elektroauto in Serbien zu importieren muss man vom Hersteller Homologationsdokumentation bekommen, und dan von der Agentur für Verkehrssicherheit die notwendige Bestätigung dafür beantragen.


In Hinsicht auf die Umstände, den Mangel an Subventionen und Infrastruktur sowie auf den Lebensstanderd ist Professr Despotovic der Meinung, dass Hybridautos die Realität in Serbien darstellen. Diese Fahrzeuge beziehen die Energie aus einer Speichereinrichtung für elektrische Energie und aus einem Betriebskraftstofftank. Sehr vorteilhaft bei ihnen ist, dass sie bei dem mechanischen Antrieb Batterien aufladen können.


Katarina Stevanović

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