Quelle: eKapija | Dienstag, 06.03.2018.| 15:58

Guter Arbeitgeber ist erneut in Mode - Employment branding wird immer wichtiger

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Hinter sieben Hügeln und sieben Meeren, sieben Bergen und sieben Tälern, sieben Flüssen und sieben Seen, sieben Dörfern und sieben Wäldern arbeitete ein guter Arbeitgeber. So gut, dass er immer genug zuverlässige und fleißige Mitarbeiter hatte, und er konnte sich Stück für Stück einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz sichern. Seine Mitbewerber haben als Motivationsstrategien Zuckerbrot und Peitsche verwandt, und die Peitsche häufiger als Zuckerbrot. Ihm war dies nicht genug, ihm ist auch gelungen, begabte Mitarbeiter seiner Konkurrenten Schritt für Schritt für sich zu gewinnen. Alles das hat sich sehr positiv auf sein Konto ausgewirkt, und er hat immer mehr verdient.

Etwas, was man früher als einen guten Arbeitgeber bezeichnet hat, wird heute - Arbeitgebermarke genannt. Die Arbeitgebermarke und die Firmenmarke sind nicht dasselbe, und das weiß jeder, der gut designte Produkte und Dienstleistungen eines Unternehmens bevorzugt, aber nie freiwillig für diesen Arbeitgeber arbeiten würde.

Ein Modetrend, wie manche sagen, oder die Notwendigkeit, wie andere denken. Employer Branding (dt. Arbeitgebermarkenbildung) wird immer mehr zu einer unausweichlichen unternehmensstrategischen Maßnahme und sie wurde nicht von HR-Managern erfunden. Es handelt sich um ein Konzept aus dem Marketing – insbesondere der Markenbildung – mit dem Ziel, ein Unternehmen insgesamt als attraktiven Arbeitgeber darzustellen und von anderen Wettbewerbern im Arbeitsmarkt positiv abzuheben, bzw. zu positionieren. In Hinsicht auf die immer besorgniserrengender Auswanderung von hochgebildeten und erfahrenen Fachkräften aus dem Land, auf neue Berufsprofile, die immer gefragter werden, und auf die niedrigen Geburtsraten in Serbien, wie auch auf die Tatsache, dass man auch immer weniger Fachkräfte für die "alten" Berufe finden kann, wird die Arbeitgebermarkenbildung) noch immer wichtiger. Haben wir nicht vor einigen Tagen gelesen, dass Serbien bald ohne Fahrer bleiben wird.

Interne und expterne Strategien, die Untenrehmen entwickeln, um sich als gute Arbeitgeber vorzustellen, werden allmählich zur Aufgabe aller HR-Abteilungen in Serbien. Die Arbeitgebermarkenbildung ist eine der stärksten Waffen bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter.

Es ist sehr wichtig, gute Mitarbeiter zu finden, die qualifziert, fleißig und motiviert sind, aber man muss sie auch behalten. Vor großer Bedeutung ist es aber, solche Arbeitnehmer zu finden, die ihrem Unternehmen einen Vorteil geben können - höchstbegabte Menschen in jedem Bereich, von Schweissern bis zu Ingenieuern und Chirurgen.

Begabte Menschen sind, wie HR-Experten unterstreichen, oft "eine besondere Sorte". Ihnen ist nicht nur wichtig gut, oder überdurchschnittlich zu verdienen. Sie erwarten auch, sich bei der Arbeit glücklich und erfüllt zu fühlen und sogar stolz darauf zu sein. Diese Tendenz ist besonders ausgeprägt bei begabten Menschen. Es ist wahrscheinlicher deshalb, dass sich jemand, der überdurchschnittliche Ergebnisse in seinem Beruf erzielt, einen neuen Job sucht, wenn er sich in der aktuellen Position nicht gut fühlt. Und das sogar, wenn die neue Stelle schlechter bezahlt ist.

Und was kann der Arbeitgeber tun, was soll er ihnen bieten, und was tun, wenn er ihnen einen entsprechenden Entgelt nicht bieten kann? Wie kann man eine Arbeitgebermarke bilden?


Guter Ruf

Sehr wichtige Veränderungen finden derzeit am Arbeitsmakrt in Serbien statt. Unternehmen müssen bereit sein, darauf zu reagieren, einigte man sich einem HRM-Kongress, der unlängst in Belgrad stattfand und mehr als 250 führende HR-Experten aus ganz Serbien zusammenbrachte.

Mechaniker und Elektriker sind die meistgefragten Fachkräfte in Serbien derzeit, während Arbeitgeber in Subotica, Sabac und Ruma am schwersten neue Mitarbeiter finden.

- Wir bieten derezit 200 freie Stellen. Im Laufe 2016 haben wir 24.000 freie Stellen ausgeschrieben, und 2017 sogar 31.000. Das ist ein enormer Anstieg in nur einem Jahr - sagt Milos Turinski, PR-Manager von Infostud, der größten Internetplattform für Jobsuche.

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Führende HR-Manager unterstreichen, dass Bedingungen immer mehr von Arbeitnehmern, und nicht von Arbeitgebern bestimmt werden. Die Arbeitslosenquoten wurden in einigen Städten so reduziert, dass es sehr schwer ist, einen entsprechendne Kandidaten u finden. Immer häufiger geschieht es, dass Mitarbeiter den Job im ersten Beschäftigungsjahr verlassen, insbesonder wenn es um junge Arbeitnehmer geht.

Eine der Folgen dieser Entwickungen wird sicher eine Gehaltserhöhung sein, aber Unternehmen müssen auch andere Möglichkeiten finden, um Kandidaten zusätzlich zu ermutigen. Die Arbeitgebermarkenbildung) könnte ihnen dabei helfen.

Unternehmern stehen zahlreiche Instrumetne zur Verfügung, um als Arbeitgeber in einen guten Ruf zu kommen, sagt Marija Tatarevic, HR-Managerin der Victoria Group - Zusammenarbeit mit Fakultäten, Verbänden, Möglichkeiten für die Weiter- und Fortbildung, verschiedene Motivationssysteme...

- Es ist sehr wichtig, dass die Arbeitgebermarke sowohl intern, als auch extern gebildet wird. Extern muss man darauf auchten, wie man mit potenziellen Kandidaten kommuniziert. Die Website soll übersichtlich sein. Sie sollten allen angemeldeten Bewerbern antowrten und bei der Selektion fair handeln. Sie müssen sich aber auch um ihre aktuellen Mitarbeiter kümmern, und innerhalb des Untenehmens klar kommunizieren.

Die Arbeitgebermarke ist nicht nur für die Selektion und Rekrutierung von Kandidaten wichtig, seine Bedeutung ist viel gröüer, sagt Ivana Jevtic, HR-Direktorin bei Tehnomanija.

- Wir wollen nicht nur unsere Kundenm, sondern auch unsere Mitarbeiter gewinnen und behalten - so Jevtic.

Ihre Meinung teilt auch Aleksandra Dutina, HR-Direktorin bei Carlsberg Srbija.

- Wir benötigen eine Synergie von Experten und jungen begabten Menschen - so Dutina. Es ist sehr wichtig, dass die Arbeitgebermarke innerhalb des Unternehmens gestärkt wird, weil sie sich dan auch extern widerspiegeln kann. Ihre Mitarbeiter, aktuelle, aber auch ehemalige, sollen zu ihren Botschaftern werden. Sie müssen sich um sie wie um ihre eigenen Familienmitgleidern kümmern:

- Ja, sogar wenn sie das Unternehmen verlassen. Es ist besser, wenn sie eine gute Meinung über ihren ehemaligen Arbeitgeber haben.

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Human to Human

Dragan Marceta, Vizepräsident der HR-Sparte für Osteuropa des Unternehmens TArkett, sagt, dass man noch früher die Arbeitgebermarkenbildung brauchte, aber dass wir es erst in letzter Zeit bewusst geworden sind.

- Die intensive Auswanderung von Fachkräften hat uns gezwungen, die Arbeitgebermarkenbildung gründlich zu überlegen.

Das Unternehmen Tarkett hat eine Reihe von Schritten in diesem Bereich unternommen. Eine der Maßnahmen ist die regelmässige Prüfung der Mitarbeiterzufriedenheit durch Umfragen (in llen Kategorien). Anhand der Ergebnisse werden später verschiedenen Aktionspläne erstellt und entsprechende Strategien entwickeln, mit dem Ziel, dass alle zufrieden sind.

- Der Mehrwert liegt darin, dass Mitarbeiter dadurch ermutigt werden, noch eine Meile zu laufen - sagte Marceta am Ende und fasste dadurch das ganze HR-Forum zusammen: "Gib mehr, um mehr zu bekommen".


M.M.

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