Quelle: Politika/Novosti | Dienstag, 06.03.2018.| 12:31

Welcher deutsche Autoriese soll nach Serbien kommen?

Abbildung (FotoPaul Laragy/shutterstock.com)
Die Ankündigung, dass ein deutscher Automobilhersteller nach Serbien kommen könnte, hat in der Region für Aufsehen gesorgt. Die Beamten wollen die Ankündigungen nicht kommentieren, nicht einmal die Andeutungen des serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic, dass eine wichtige deutsche Firma nach Serbien kommen wird. Dennoch, wie die Belgrader Tageszeitung Novosti inoffiziell erfährt, ist MD Elektronik aus Waldkraiburg der wahrscheinlichste Kandidat, der unter anderem Datenübertragungskabel und elektronische Bauteile herstellt.

An diesem Donnerstag, 1. März 2018, wandte sich Novosti an den kroatischen Innovator Mate Rimac, weil er als Erster die Öffentlichkeit über die angeblich vereinbarte Investition benachrichtigte. Er sagte zunächst, er könne nichts Neues dazu sagen. Und wenn MD Elektronik erwähnt wurde, entschuldigte er sich und wollte die Information von Novosti weder bestätigen noch leugnen.

Während die Öffentlichkeit über den Namen des Unternehmens spekuliert, ist auch unklar, wo diese Fabrik gebaut werden könnte. Die Städte, in denen früher Flugzeuge hergestellt wurden, werden als mögliche Standorte genannt, nämlich Belgrad, Pancevo und Kraljevo.

- Abgesehen von der Information, dass ein deutsches Unternehmen nach Serbien kommen soll, weiß ich nichts, nicht einmal, ob der fragliche Standort der aktuelle Standort des Utva-Werks sein könnte - sagte Tomislav Bjelogrlic, Direktor von Utva Pancevo.

Das Portfolio von MD Elektronik besagt, dass das Unternehmen 1974 gegründet wurde und verschiedene Lösungen für die Datenübertragung in Fahrzeugen herstellt, also Kabel, Computerlösungen und ähnliche Produkte. Neben dem Hauptsitz in Waldkraiburg, Bayern, haben sie Sitze in Tschechien, Peking, New York und Mexiko. Das Unternehmen beschäftigt weltweit mehr als 4.600 Mitarbeiter.

MD Elektronik entwickelt und produziert Datenübertragungskabel und elektronische Komponenten. Sie produzieren Kabel für automatische Hochfrequenzen für Antennen, GPS, Navigation... Sie erzeugen auch Geschwindigkeits- und Beschleunigungssensoren, Bremsen und Druckventile für die Stoßdämpferregelung und elektronische Parkbremssteuerung.

Im Jahr 2000 eröffnete das Unternehmen ein Testlabor in Mexiko. Seit 2011 konzentriert sich die MD Group ausschließlich auf die Automobilsparte. Im Zuge dessen wurde der Sitz des Unternehmens neu strukturiert und das Produktionsnetzwerk in der Tschechischen Republik um das Logistikzentrum in der Nähe von Pilsen erweitert. Im Jahr 2015 bauten sie eine neue Fabrik in Mexiko, die ein Jahr später in Betrieb ging, berichtet Novosti.

Volkswagen und BMW potenzielle Kandidaten?

Eine andere Quelle von Novosti behauptet, es sei nicht MD Elektronik, die nach Serbien kommen soll, sondern ein Teil von Volkswagen. Dies wurde jedoch nicht offiziell bestätigt.

In der Zwischenzeit wandte sich die Belgrader Tageszeitung Politika an die BMW-Sprecherin, Sandra Schillmöller. Sie erzählte ihnen, dass das Unternehmen regelmäßig verschiedene Länder als mögliche Zielorte für zukünftige Produktionsstandorte ansehe, aber dass die endgültige Entscheidung über den Standort für den Bau einer neuen Fabrik nicht getroffen worden sei.

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