Quelle: eKapija/Tanjug | Dienstag, 27.02.2018.| 08:26

EBWE: Westbalkanstaaten haben ein starkes wirtschaftliches Potenzial, müssen aber ihre Leistung verbessern

Abbildung (FotoSaklakova/shutterstock.com)
Die sechs Westbalkanstaaten haben ein starkes wirtschaftliches Potenzial für Aufholwachstum und Annäherung an die Europäische Union, aber sie müssen mehr tun, um ihre wirtschaftliche Leistung zu verbessern, so die EBWE in einem Bericht anlässlich ihrer dritten Westbalkan-Investitionsgipfel in London.
Die Förderung der regionalen Zusammenarbeit in den letzten zwei Jahrzehnten hilft den sechs Ländern - Albanien, Bosnien und Herzegowina, EJR Mazedonien, Kosovo, Montenegro und Serbien - Fortschritte in Richtung einer eventuellen EU-Mitgliedschaft zu erzielen, heißt es in der diagnostischen EBWE-Studie namens "Der westliche Balkan im Wandel: Einschränkungen auf dem Weg zu einer nachhaltigen Marktwirtschaft identifizieren".
Westbalkanstaaten sind aber mit großen Herausforderungen auf dem Weg in die EU konfrontiert, so die Studie. Laut der EBRD-Analyse wird es selbst unter optimistischen Szenarien Jahrzehnte dauern, bis die Region den durchschnittlichen EU-Lebensstandard erreicht.
- Für eine vollständige EU-Annäherung müssen die Westbalkanstaaten eine entschlossene und umfassende Reformagenda zur Förderung von Produktivität und Investitionen umsetzen - heißt es in der Studie.


Niedrige Produktivität wird in dieser Analyse als das grundlegende Problem identifiziert, das die wirtschaftliche Entwicklung der Region hemmt, was auf Jahre der bescheidenen Investitionen, schwache Institutionen und ein schwieriges Geschäftsumfeld zurückzuführen ist.
- Die größten Herausforderungen bestehen weiterhin in den Bereichen Wettbewerbsfähigkeit und gute Verwaltung. Die Institutionen sind oft schwach, während die nach wie vor starke Präsenz des Staates in bestimmten Branchen verhindert, dass der private Sektor als einer der Motoren des Wirtschaftswachstums sein volles Potenzial erreicht - heißt es in der Studie.

Der Bericht besagt, dass die Produktivität des Privatsektors in den westlichen Balkanstaaten insgesamt nur 60 Prozent des EU-Niveaus ausmacht, wobei die Produktion bei nur 55 Prozent der EU-Produktivität und Dienstleistungen im Durchschnitt bei 70 Prozent liegt.

Zu den in der Studie genannten Produktivitäts- und Wachstumsbeschränkungen gehören die Überschuldung von Unternehmen, ein niedriges Maß an wirtschaftlicher Inklusion von jungen Menschen, unlauterer Wettbewerb durch den informellen Sektor, Korruption, komplizierte Steuerverwaltung, Probleme mit der Stromversorgung und eingeschränkter Zugang zu Finanzmitteln.
- Diese Region mit fast 20 Millionen Einwohnern, die von EU-Ländern umgeben ist, kann deshalb nur ein Viertel des durchschnittlichen Pro-Kopf-BIP der reichsten EU-Mitglieder Westeuropas erreichen.

- Unsere Forschung zeigt die Probleme auf, die angegangen werden müssen. Aber es ist auch wichtig zu sehen, dass dies nur Herausforderungen und keine unüberwindbaren Hindernisse sind. Sie zeigen, dass ein umfassendes und weitreichendes Reformprogramm umgesetzt werden muss - sagte Peter Sanfey, stellvertretender Direktor der EBWE für Länderökonomie und -politik.

Um die Wohlstandslücke zu schließen, müssen Reformen zur Schaffung nachhaltiger Marktwirtschaften intensiviert werden. Die EBRD-Studie fordert Maßnahmen zur Förderung eines dynamischen und dynamischen Privatsektors, unterstützt durch starke in- und ausländische Investitionsströme.

Die EBWE ist ein führender institutioneller Investor im Westbalkan. Bis heute belaufen sich die Investitionen der Bank in sechs Ländern der Region auf über 10 Mrd. EUR und in rund 600 Projekte. Fast eine Hälfte davon - ungefähr 4,7 Mrd. EUR wurden in 218 Projekte in Serbien investiert, Ihm folgen BiH mit 2,1 Mrd. EUR für 146 Projekte, Mazedonien (1,6 Mrd.), Albanien (1,0 Mrd.), Montenegro (538 Mio. EUR) und Kosovo (313 Mio. EUR).
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