Quelle: Blic | Samstag, 15.11.2008.| 23:50
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162 Automobilzulieferer in Serbien - 36.000 Arbeiter - Export im Wert von 650 Mio. Euro

(Fotob)

Serbische Kfz-Zulieferer erwarten in diesem Jahr, dem serbischen Wirtschaftsministerium zufolge, einen Exportertrag von fast 650 Mio. Euro. Wie schnell sich dieser Sektor entwickelt, sieht man am besten durch Vergleich mit Ergebnissen vor drei Jahren, als Teile und Baugruppen im Gesamtwert von 184 Mio. Euro ausgeführt worden waren

Deutschland, Italien, Frankreich, die Russische Föderation, Nahost und Länder in der Region zählen zu wichtigsten Exportmärkten des immer profitablen Industriesektors, der 36.000 Arbeiter, laut der Wirtschaftskammer Serbien, beschäftigt. Serbische Automobilzulieferer arbeiten im Auftrag der Kfz-Hersteller wie "Mercedes", "Iveco", "Volvo", "Raba", "Scania", "Lada".

Die Entwicklungschancen serbischer Automobilzulieferer stehen ziemlich gut, trotz seriöser Krise, in welcher der größte Teil der Automobilindustrie in der Welt steckt. Durch Verbindung und gemeinsame Investitionen mit starken ausländischen Unternehmen, wie "Fiat", verbessern sie ihre Position am internationalen Markt.

Immer wichtigere Rolle in der Promotion der serbischen Autoteileindustrie spielt der Automotive-Cluster Srbija, dem momentan 23 Unternehmen (Hersteller und Zulieferer) und fünf Forschungseinrichtungen gahören. Seine Hauptaufgabe ist die Verbindung der Unternehmen in diesem Sektor und Unterstützung ihrer gemeinsamen Aktivitäten in verschiedenen Segmenten.

Besonders wichtig ist die Promotion serbischer Unternehmen im Inn- und Ausland. Cluster-Mitglieder machen einen jährlichen Umsatz von 140 Mio. Euro, meistens (70%) durch Export. Zu wichtigsten ausländischen Kunden unserer Mitglieder gehören "Lada", "Daewoo", "Peugeot-Citroen". Es handelt sich um verschiedene Unternehmen, von Herstellern von Lichttechnik und Kühlern, über jene, die Bremsscheiben und Kugellager erzeugen, bis Produzenten von Motorteilen.

Igor Vijatov, Direktor des serbischen Auto-Clusters, erklärt, dass einheimische Unternehmen die Bedeutung solcher Organisation immer mehr erkennen. Die Anzahl der Mitgliede nimmt fast täglich zu.

- Als wir den Automotive-Cluster gegründet haben, war ich derjenige, der Unternehmen angerufen und um die Aufmerksamkeit gebeten hat. Heute melden sie sich selbst an. Die Anzahl der Mitglieder soll bis Silvester auf dreißig steigen. Die ersten Ergebnisse sind bereits da. Ich bin besoners stolz auf Kontakte mit der Gruppe "Peugeot-Citroen" und "Volkswagen". Mit Hilfe der Agentur für Investitions- und Exportförderung SIEPA nahmen unsere Unternehmen an der diesjährigen Messe "Automechanika" in Frankfurt teil. Dort haben wir Erzeugnisse und Potenziale unserer Mitglieder präsentiert und Kontakte mit erwähnten zwei Automotive-Riesen aufgenommen – sagte Vijatov.

Auf konkrete Aufträge muss man aber mindestens ein Jahr warten, betont er.

- Es wäre schön, konkrete Effekte so schnell wie möglich zu sehen, aber das ist nicht realistisch. Nur die Verhandlungen dauern zwischen einem und drei Jahren. Dem ersten Kontakt mit potenziellen Auftraggeber folgt der Besuch seiner Vertreter, bei der die Kapazitäten und Produktionsnormen des einheimischen Zulieferer überprüft werden. Erst nach der Prüfung der Qualität der Erzeugnisse, die mehrer Monate dauern kann, sind die beiden Seiten für die Aufnahme der kontreteren Verhandlungen bereit - erklärt Vijatov.

Welches Modell in "Fiat" in Kragujevac gebaut werden soll, wird noch immer geheim gehalten. Einheimische Zulieferer können deshalb noch immer nicht ihre Dienstleistungen anbieten.

- Wir sind für die Zusammenarbeit mit "Fiat" interessiert. Ohne konkrete Informationen und "Pläne" können wir nicht Konkretes anbieten. Es gibt Platz für uns, obwohl "Fiat" seine langjährige Lieferanten mitbringt - glaubt Vijatov.

Auf die Frage, ob serbische Hersteller die hohen Normen erfüllen können, antwortet Vijatov positiv und weist auf Unternehmen hin, die bereits für ausländische Autoriesen arbieten.

- Es gibt Fabriken mit der veralteten Technik und Technologie, aber auch jene, deren Ausstattung und Kapazitäten im Einklang mit den höchsten Ansprüchen der ausländischen Hersteller sind. Wir müssen in der kommenden Zeit auf der Einführung der Qualitätsnorm TS19949 bestehen, als der wichtigsten Voraussetzung für die Zusammenarbeit mit der europäischen Automotive.

Das Unternehmen "Fritech" aus Prokuplje zeigt, dass serbische Unternehmen hochwertige Autoteile und Baugruppen herstellen können. Der Hersteller von Bremsscheiben hat unlängst den ersten Preis der Weltbank bekommen. Borivoje Paunović, Direktor von "Fritech" erklärt, dass die Ausszeichnung ein wichtiger Anstoß für sein Unternehmen ist.

- Mit einem Projekt zur Ersetzung von Asbestscheiben durch umweltfreundlichen Stoff haben wir den Wettbewerb der Weltbank gewonnen. In Hinsicht auf die Gefährlichkeit von Asbest, wird dieses Problem von der Weltbank sorgfältig behandelt – sagte Paunović stolz.

Sein Unternehmen sei bereit für den freien Wettbewerb, meint er überzeugt, dass die hohe Qualität der Erzeugnisse entscheidend ist.

- Wir haben die Norm TS16949 bereits eingeführt, müssen aber bis Ende des Jahres auf das offizielle Zertifikat warten. Wir sind bereit für den freien Wettbewerb, soger wenn es um Autmotive-Riesen wie "Fiat" geht. Wir müssen unsere Vorteile gegenüber Konkurrenten aus Westeuropa klug nutzen. Durch Investitionen in die Modernisierung können wir das Versäumte nachholen. Unser Unternehmen hat deshalb einen Kredit für neue Maschinen aufgenommen. In Hinsicht auf die hohe Qualität unserer Erzeugnisse, sind wir sicher, dass sich die Investition lohnen wird – meinte Paunović.

Im Unterschied zu "Fritech" hat der Hersteller von Kfz-Lichttechnik und Kühlern "21. oktobar" aus Kragujevac zahlreiche Probleme - veraltete Ausstattung, einen Umsatz von 6 Mio. Euro trotz 800 Mitarbeiter u.a. Die Produktion war auf "Zastava" orientiert, so dass man nur 5% des Umsatzes durch Export gemacht hat. Mit der Einstellung der Produktion in "Zastava" muss bei null anfangen. Goran Stojković, Generaldirektor ist der Meinung, dass seine Fabrik in manchen Segmenten weltbekannte Hersteller parieren kann.

- Alle einheimischen Unternehmen, die wie wir mit "Zastava" eng zusammengearbeitet haben, konnten mit der Entwicklung nicht Schritt halten. Unsere Qualitätsstandards sind aber sehr hoch, wenn es aber um die Herstellung von Kühlern geht, und wir können unsere Erzeugnisse sowohl "Fiat" als anderen, weltbekannten Herstellern anbieten – glaubt Stojković und fügt hinzu, dass der Staat seinem Unternehmen am besten durch Schuldenerlass helfen kann.

Ein Ausländer kann vielleicht, am besten, die wahre Situation in unserer Automobilindustrie beschreiben. Andrej Kolarič ist Slowene, der momentan in Kragujevac lebt. Er ist Direktor von "TPV Šumadija", Hersteller von Motorteilen. Die Fabrik beschäftigt 97 Arbeiter und macht einen Umsatz von 1,7 Mio. Euro. 85% der Erzeugnisse werden ausgeführt. Zu ausländischen Partnern des Unternehmens zählen "Škoda", DAF, "Tomos", "Victor Reinz"... Kolarič ist der Meinung, dass serbische Automobilzulieferer aus ihren Dornröschenschlaf endlich erwachen und die Depression wegen des Marktverlustes in den vergangenen Jahren überwinden müssen.

- Man hat hier die technische Entwicklung vernachlässigt und die Arbeitsdisziplin ist nicht auf dem höchsten Niveau. Der Wille, die Qualität zu verbessern, die Gründung des Automotive-Clusters und die Realisierung mancher UNO-Programme in Serbien ermutigen und beweisen, dass dieser Sektor Zukunft hat - meint Kolarič.

Zur Gründung des serbischen Clusters hat der gleiche slowenische Verband beigetragen. Die Organisation der Hersteller stellt die einzige Lösung für immer härteren Wettbewerb am Weltmarkt dar - so Kolarič.

- Automotive-Cluster spielen überall eine wichtige Rolle und ich hoffe, dass man in Seriben seine Bedeutung auch erkennen werden. Hier gibt es viele kleine Unternehmen, die Kontakt mit großen Herstellern von Kraftfahrzeugen oder Autoteilen allein nie aufnehmen können. Vereinigt und mit einer reicheren Produktauswahl können sie die Aufmerksamkeit der großen Unternehmen erregen - hebt unser Gast hervor.

Die Kugellagerfabrik "Fabrika kotrljajućih ležajeva" (FKL) in Temerin hat die Bedeutung des Automotive-Clusters erkannt. Das Unternehmen, das sich für die Privatisierung vorbereitet, arbeitet mit vollem Dampf. Mit 580 Mitarbeitern macht es einen Umsatz von 12 Mio. Euro und führt 75% seiner Produktion aus. Zu seinen Auftraggebern zählen "Mercedes", SKF, "Perkins", "Iran Khodru"... Neven Savić, Marketingdirektor, weist darauf hin, dass das Unternehmen, zum Glück, nicht nur mit "Zastava" zusammengearbeitet hat, weshalb man in die Modernisierung und Entwicklung investiert hat.

- Unser Partner, SKF, hat uns bei der Entwicklung viel geholfen. Wir sind jetzt bereit für die größten Hersteller wie "Volkswagen" oder "Peugeot", die schon Interesse für unsere Erzeugnisse gezeigt haben. Wir müssen, natürlich, zunächst die Norm TS16949 einführen. Wir haben mit "Volkswagen" sogar über die Teilnahme an der Entwicklung eines neuen Modells verhandelt, dessen Produktion im nächsten Jahr aufgenommen werden soll - betont Savić.

Investoren kommen wegen "Fiat" und Russland

Die Serbische Agentur für Investitions- und Exportförderung SIEPA hat eine wichtige Rolle bei der Gründung und Entwicklung des Autmomotive-Clusters und Promotion der einheimischen Autoteileindustrie gespielt. Ausländische Investoren zeigen, laut Vlada Tomić, Berater für Automobil- und Metallindustrie bei der SIEPA, seriöses Interesse für Serbien.

- SIEPA ist konstant aktiv, wenn es um die Automobilindustrie geht. Wir präsentieren einheimische Hersteller im Ausland, versuchen aber auch immer mehr ausländische Investoren nach Serbien zu bringen. Zahlreiche Automobilzulieferer in Serbien sollen bald privatisiert werden, was ausländische Investoren nur ermutigen kann. Wir hoffen darauf, dass "Fiat" unsere Hersteller beschäftigen wird. Die gemeinsame Investition mit "Fiat", Freihandelsabkommen mit Russland und ausgebildete und erfahrene Arbeitskräfte stellen momentan die wichtigsten Vorteile Serbiens dar.

Verzeichnis der wichtigsten Exportartikel serbischer Automobilzulieferer

Teile, Wert des Exports 2006 in US-Dollar

- Teile und Zubehör für die industrielle Montage von Kraftfahrzeugen 17.288.500

- Bremsen und Servobremsen, Servolenkungen, Zylinder, Hydraulik 8.266.400

- Teile für Anhänger, Fahrgestelle, Achsen 7.554.000

- HP-Einspritzpumpen, Einspritzeinrichtungen, Vergaser 5.373.300

- Lenkeinrichtungen und Aufhängungen, Kupplungen, Trag- und Axialgelenke 4.247.100

- Hydraulische Bremsschläuche, Anschlüsse 2.530.800

- Treibstoff-, Luft- und Ölfilter 1.889.000

- Lenkräder, Lenkgetriebe, Lenkgetriebekasten

Zehn erfolgreichste Mitglieder der serbischen Automotive-Cluster

Unternehmen/ Anzahl der Beschäftigten/ Umsatz 2007/ Export
Trayal / 2.300 / 41 Mio. Euro / 85%
Livnica Kikinda / 1.135 / 28,9 Mio. Euro / 96%
FKL / 580 / 12 Mio. Euro / 75%
Zastava prof. centar / 630 / 10 Mio. Euro / 15%
Precizna mehanika / 678 / 6,8 Mio. Euro / 66%
FAD / 324 / 6,2 Mio. Euro / 70%
21. oktobar / 500 / 5,8 Mio. Euro / 5%
Zastava Kovačnica / 650 / 5,6 Mio. Euro / 27%
Knott / 80 / 5 Mio. Euro / 95%
Tigar gume / 223 / 3,3 Mio. Euro / 30%

Export von Autoteilen

2005 - 184 Mio. Euro
2006 - 197 Mio. Euro
2007 - 296 Mio. Euro
2008 - * 623 Mio. Euro
*Schätzung des serbischen Wirtschaftsministeriums

UN hilft serbischer Automotive

Die Vereinten Nationen haben im Vorjahr die serbische Automobilindustrie für den aussichtsreichsten Sektor erklärt. Über ihre Abteilung für industrielle Entwicklung, UNIDO, versucht die internationale Organisation serbischen Kfz-Herstellern und Automobilzulieferern zu helfen. An kostenlosen Kurse, die UNIDO in Serbien organisiert, lernen einheimische Manager, wie man die Produktionskosten senken und die Qualität der Erzeugnisse erhöhen kann, erklärt Igor Vijatov, aus dem serbischen Automotive-Cluster.

(Arikel übernommen aus "Novac", Wirtschaftsbeilage der –ageszeitung "Blic" vom 15. November 2008)

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