Quelle: Beta | Freitag, 23.02.2018.| 11:05
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Serbien hat dreijährige Vereinbarung mit IWF erfolgreich realisiert - Vorbeugende finanzielle Unterstützung nicht mehr nötig

(FotoAtstock Productions/shutterstock.com)
Serbien verhandele mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über eine neue Vereinbarung, die aber "keine vorbeugende finanzielle Unterstützung einschließen wird, weil wir sie nicht mehr brauchen", erklärte die Ministerpräsidentin Ana Brnabic heute.

Sie wies darauf hin, dass sich Serbien in den vorangegangenen drei Jahren stark verändert habe, teilweise aufgrund der Vereinbarung mit dem IWF, die am 22. Februar endet, sowie dass das Land makroökonomische Stabilität, Haushaltskonsolidierung und Disziplin erreicht habe.

Brnabic unterstrich aber auch, dass es noch immer Strukturreformen gebe, die man durchführen müsse, wie auch dass die Regierung sie mit dem IWF besprechen werde.
Der Internationale Währungsfonds hat noch früher mitgeteilt, dass das dreijährige Programm viel erfolgreicher, als erwartet, implementiert wurde, aber auch dass es um den ersten Schritt zum Aufbau einer starken und dynamischen Wirtschaft, die in der Lage ist, weltweit wettbewerbsfähig zu sein.

- Unsere Empfehlungen und das ganze Programm wurden viel besser als erwartet durchgeführt, viele makroökonomische Ziele wurden übertroffen - erklärte der Leiter des IWF-Teams für Serbiej, James Roaf.

Er wies darauf hin, dass es Serbien gelungen sei, sich selbst aus einem Loch herauszugraben, und die Wirtschaft nach dem jahrelangen Stillstand in der Zeit der globalen Finanzkrise erneut in Aufschwung zu bringen und das Wachstum aufgrund der erhöhten Investitionen und Beschäftigung zu verzeichnen.

- Es wurde viel Arbeit geleistet, um das Land in eine vollwertige Marktwirtschaft zu verwandeln; die Reformen müssen nach dem Abschluss des Programms für Serbien vertieft werden, um sein volles Potenzial auszuschöpfen - empfohl Roaf.

Der IWF erinnert daran, dass die serbische Wirtschaft im Jahr 2014 in ernsthaften Schwierigkeiten geriet. Nach der weltweiten Finanzkrise von 2008 stagnierte die Wirtschaft des Landes, während schwache öffentliche Institutionen, reduzierte Steuereinnahmen und Überausgaben durch staatliche und staatliche Unternehmen zu einem raschen Anstieg der Staatsschulden führten.

In dem Bericht heißt es auch, dass der Staatshaushalt 2017 einen Überschuss aufwies und dass sich das wirtschaftliche Vertrauen dank stärkerer Investitionen sowohl aus dem Ausland als auch aus dem Inland verbessert hat.
Serbien wurde auch für die Stabilität des Bankensystems, Reduzierung des Anteils der notleidenden Kredite und der Arbeitslosigkeit gelobt.

- Die Regierung sollte sich darauf konzentrieren, dem Land zu helfen, den Rückstand im Vergleich zu den westeuropäischen Ländern schneller aufzuholen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist dringend notwendig, die Abwanderung qualifizierter Fachkräfte auf der Suche nach einem besseren Leben zu verringern - empfiehlt der IWF.

Serbien wird empfohlen, seine Institutionen zu stärken, um das Wachstum aufgrund eines starken Privatsektors zu sichern, ferienr die Steuerverwaltung und öffentliche Dienste zu modernisieren, insbesondere im Berich des Bildungs- und Gesundheitswesens.
- Die Finanzmarktentwicklung muss mit einer breiteren Verwendung des serbischen Dinar anstelle des Euro einhergehen - empfiehlt der IWF und unterstreicht die Notwendigkeit einer effizienteren Bekämpfung der Schattenwirtschaft und der Reform staatlicher Unternehmen.

In dem Bericht heißt es, dass Serbien seine ineffiziente Eisenbahngesellschaft umstrukturiert, eine bessere Eintreibung von Schulden in den wichtigsten Elektrizitäts- und Gasgesellschaften eingeführt und das Stahlwerk in Smederevo erfolgreich privatisiert hat.

- Der Bergbau und die Petrochemie sind Sektoren, die Reformen am meisten benötigen: Unternehmen wie das Kohlebergwerk Resavica, die Kupferholding RTB Bor und die petrochemischenHersteller Petrohemija, MSK und Azotara - teilte der IWF mit und wies auf die Notwendigkeit der Privatiseirung mehrerer staatlicher Finanzinstitutionen hin - wie zum Beispiel die Postsparkasse, die Komercijalna Banka und die Dunav Versicherungsgesellschaft.

Nach Ansicht des IWF muss Serbien neben der Reform der Steuer- und Regulierungssysteme auch sein Justizsystem stärken, und seine Verkehrs-, Telekommunikations- und Energieinfrastruktur an den europäischen Standard annähern.

Die dreijährige Vereinbarung Serbiens mit dem IWF in Höhe von 1,32 Milliarden US-Dollar wurde Ende 2014 abgeschlossen, als Serbien mit der Umsetzung der Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen begann.
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