Quelle: Blic | Samstag, 04.10.2008.| 13:45
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"Gazprom bank" steigt nach "Gazprom" in den serbischen Markt ein – In Frage kommen „OTP bank“, „Univerzal banka“ und „Agrobanka“

(Fotob)

Die drittgrößte russische Bank „Gazprom bank“ will in den serbischen Bankmarkt einsteigen, um Projekten des russischen Erdgas- und Erdölriesen „Gazprom“ in Serbien eine starke finanzielle Unterstützung bieten zu können. Das öffentliche Erdölunternehmen NIS und das Pipeline-Projekt „South Stream“ benötigen, laut Experten, die Unterstützung eines starken und „freundlichen“ Geldinstituts. Russen wollen keine Minute mehr warten, so dass sie sich für die Übernahme einer serbischen Bank entschieden haben, anstatt, wie unlängst die Moskauer Bank, die Genehmigung zur Realisierung einer Greenfield-Investition von der Zentralbank Serbiens zu beantragen. In Frage kommen Banken wie „Univerzal banka“, „Agrobanka“ und die ungarische „OTP banka“, die im Vorjahr drei Banken in Serbine „Kulska banka“, „Niška banka“ und „Zepter“ übernommen hatte.

Experten behaupten, dass Russen seit Monaten großes Interesse für die “Univerzal banka” zeigen sowie dass die Belgrader Bank eine äußerst gute Gelegenheit für „Gazprom" darstellt. Die „Univerzal banka“ könnte alle Voraussetzungen und Bedürfnisse des russischen Investors erfüllen. Sie ist nicht übergroß und hat gute Beziehungen und Zusammenarbeit mit ihren Kunden, vorwiegend serbischen Unternehmen entwickelt.

- In Hinsicht auf ihre Größe ist ihr Börsenpreis von ca. acht Mrd. Dinar relativ hoch, es handelt sich aber um ein gesundes Geldinstitut mit einer klaren Eigentumsstruktur – erklärte einer der Experten für die Belgrader Tageseitung "Blic".

Die nächste "in der Liste" ist die "Agrobanka". Der Staat könnte in diesem Falle eine große Rolle spielen, besonders nachdem die Aktionärsversammlung in der letzten Woche sechs Vertreter des Staates zu Mitgliedern ihres neunköpfigen Vorstands gewählt hat, obwohl der Staat nur ein Fünftel der Aktien kontrolliert.

- Im Hintergrund dieser „Verstaatlichung“ steht vielleicht die Absicht, dass der Staat über die Auswahl des Käufers oder Partners entscheidet – behaupten manche Kleinaktionäre.

Der Vorsitzende des ausführenden Ausshcusses der „Agrobanka“, Dušan Antonić, behauptet aber, dass niemand aus der Bank mit der „Gazprombanka“ über den Verkauf verhandelt hat.

- Wir haben ein Konto bei der “Gazprom bank“ und arbeiten erfolgreich zusammen - erklärte der erste Man der agrobanka.

Antonić hat aber vor nur eineinhalb Jahre erklärt, dass er über den Verkauf von „Agrobanka“ außer mit der „Moskauer Bank“ auch mit der „Gazprom bank“, „Agrar bank“ und „Vnjestorg bank" aus Rusland gesprochen hat.

Einheimische Medien spekulieren, außerdem, sehr lange darüber, dass Russen, unter anderem, an der Übernahme der „OTP Bank“ interessiert ist. Die Geschäftsleitung der ungarischen Tochterbank in Serbien gab vor einigen Monaten bekannt, mit Ergebnissen am serbischen Markt unzufrieden zu sein, und kündigte seinen Rückzug an. Sie erklärten damals auch, an der Erweiterung der Geschäfte auf "mehr profitable Märkte" wie in Russland, der Ukraine, Bulgarien und sogar Montenegro interessiert zu sein.

Experten bezweifeln aber die Nachrichten über solche Pläne der russischen Bank. besonders in Hinsicht darauf, dass die "OTP Bank" auf die Entwicklung der Geschäfte mit der Bevölkerung orientiert und in den Aufbau eines großen Filialennetzes investiert hat. Die Russen benötigen so etwas nicht.

- Die wichtigste Aufgabe der "Gazprom bank" ist die finanzielle und logistische Unterstützung von "Gazpromneft" und nicht die Entwicklung des Einzelhandels - sagt unser Gesprächspartner.



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