Quelle: eKapija | Mittwoch, 15.11.2017.| 15:59
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Innovative Technologien als Chance für serbischen Kapitalmarkt - Ohne Anreize und Systemlösungen gibt es keine Investitionen

(FotoBillion Photos/shutterstock.com)
Die Tatsache, dass kleine Unternehmen und Existenzgründer in Serbien nur schwer zum notwendigen Kapital kommen können, wird fast täglich besprochen. Die Antworten sind fast immer gleich - staatliche Förderprogramme, günstige Kreditlinien, intensivere Teilnahme von Nichtbankfinanzierungsquellen wie Mikrofinanzinstitutionen, Risikokapitalfonds, Crowdfunding...

Noch eine potenzielle "Quelle" ist seit kurzem bekannt - Belgrader Börse.

Auf der unlängst beendeten Jahreskonferenz der Belgrader Börse einigten sich fast alle Teilnehmer darüber, dass das serbische Kaptialmarkt ein großes, aber meistens ungenutztes Potenzial hat. Vertrter der Börse, und viele andere Marktteilnehmer hoffen seit Jarhen darauf, dass der Staaat und Vertreter der Geschäftswelt dieses Potenzial endlich erkennen und es seriöser nutzen werden.

Die Tatsache, dass die Belgrader Börse noch immer auf den ersten echten Börsengang (IPO) wartet, wie auch, dass sich der Tagesumsatz von vor zehn Jahren heute nicht einmal in zwei Monaten realisiert wird, zeigen am besten, wie schlecht die aktuelle Situation ist.


Die Rückkehr der "guten Zeiten" würde einheimische Makler sicher zufrieden stellen, aber die Welt verändert sich sehr schnell, und diese Veränderungen sind auch im Finanzsektor zu sprüen, Bitcoin, Blockchain-Technologie, mobile Bank, Online-Kreditgeber... erobern langsam auch unser Land.


Und eben diese innovativen Technologien könnten den einheimischen Kapitalmarkt in Aufschwung bringen, und den Zugang zu Finanzierungsquellen für alle erleichtern, insbesondere für diejenigen, die sie am meisten benötigen - Start-ups und einheimische kleine und mittlere Unternehmen, Es wundert deshalb nicht, dass eine der Podiumdiskussionen auf der Konferenz der Belgrader Börse diesem Thema gewidmet wurde.

Zwei Drittel KMUs nutzen keine externen Finanzierungsquellen

Unter Hinweis darauf, dass Serbien noch keinen strategischen Ansatz zur Anziehung von Investitionen hat, einigten sich Teilnehmer darüber, dass eine der wichtigsten Ursachen für die unzureichende Beteilungung von Klein- und Mittelstandsutnernehmen am Bruttoinlandsprodukt des Landes auch die Tatsach ist, dass sie externe Finanzierungsquellen und das finanzielle Leverage-Effekt nicht ausreichend nutzen.

Der Expert für die Entwicklugn des Finanzmarktes des USAID-Projekts zur Verbesserung der Geschäftsbedingungen (BEP), Sandra Rodisc, wies darauf hin, dass sich der Staat nach der erfolgreichen Haushaltskonsolidierung und makroökonomische Stabilisierung jetzt auf die Erleichterung des Zugangs zu Finanzierungsquellen konzentrieren sollte.

Urmas Peiker, Milan Šolaja und Sandra Rodic
Kleinst-, Klein- und Mittelstandsuntenrehmen machen merh als 99% der Gesamtzahl der Unternehmen in Serbien aus. Sie beschäftigung fast zwei Drittel der erwerbstätigen Bevölkerung, und beteiligen sich dabei mit nur 30% am Bruttoinlandsprodukt des Landes, beträchtlich weniger im Vergleich zu entwickelten Ländern.

- Ausländische Direktinvestitionen, die Serbien anziehen kann, können uns nicht das Wirtschaftswachstum sichern, die unser Land benötigt - sagte sie und fügte hinzu, dass wir die schnellere Entwickung des KMU-Sektors durch Erleichterung des Zugangs zu externen Finanzierungsquellen müssen.

Ihre Worte werden durch Analyisen wie der globale Wettbewerbsfähigkeitsindex des Weltwirtschaftsforums und das Doing Business Ranking der Weltbank bestätigt. Trotz erheblicher Fortschritte stagniert Serbien, laut diesen Berichten, noch immer sehr viel, und hinkt sogar hinter entwickelten Ländern hinterher, wenn es um die Etnwicklung des Finanzmarktes geht.

- Zwei Drittel KMUs in Serbien nutzen keine externen Finanzierungsquellen, und das ist nicht überraschend, weil sogar 90% des Finanzmakrtes auf Banken entfallen. Und sie werden, trotz aller Bemühungen, immer ein wenig konservativ blieben und nicht auf Start-ups und Kleinstunternehmen als zu riskant oder einfach zu klein fokussiert sein. Für die Entwicklung dieses Segmetns benötigen wir Mikrofinanzinstitutionen oder ähnliche Kapitalquellen - unterstrich Sandra Rodic.

Mögliche Lösungen

Eine der möglichen Finanzierungsquelle könnte die Kombination der traditionellen Börse und einer Crowdfunding-Plattform sein, vielleicht wie diejenige, die in Kroatien seit einem Jahr Funderbeam und die Börse in Zagreb (ZSE) betreiben.

Funderbeam ist eine estnische Crowdfunding-Plattform für Start-ups, wo Investoren nach der ersten Investitionsphase sofort mit ihren Anteilen handeln können, genauso wie börsennotierten bei Unternehmen. Der estnische Start-up hat Angaben über mehr als 180.000 Unternehmen aus der ganzen Welt in seiner Datenbank. Durch die Zusamemanrbeit mit ZSE hat es sich seit 2016 auf Unternehmen aus Kroatien, Slowenien und Serbien fokussiert.

Wie einer seiner Gründer, Urmas Peiker, erklärt, sollte Funderbeam "jungen Unternehmen in den frühen Phasen den Zugang zum benötigten Kapital durch die Gruppenfinanzierung scichern, und gleichzeitig kleinen und professionellen Investoren ermöglichen, in Unternehmen, an denen sie glauben, zu investiren und an ihrem Erfolg teilzunehmen".

- Unternehmen, die das Kapital über unsere Plattform verschaffen will, kann mit der umfassenden logistischen Unterstützung unseres Teams bei der Präsentation seines Geschäftskonzpets in allen Phasen der Finanzierung und des Handels mit Anteilen rechnen. Funderbeam prüft die Identität der Invvestoren wie auch die Qualität der Geschäftsplänen von Start-ups, um potenziellen Investoren die maximale Sicherheit zu bieten - so Peiker.

Diese Finanzierungsfonds habe sehr oft die Anpassung von nationalen Vorschriften verlangt, sagte Paiker und fügte hinzu, dass sie fast überalle einen guten Widerhall gefunden hätten. Derzeit gibt es Start-ups und Investoren aus mehr als 100 Ländern.

Vorschriftenänderungen seien sicher notwendig in Serbien, wenn man das Kapital auf Investitionen in neue Projekte richte und den großen Wissens- und Technologieabluss aus dem Land verhindere, glaubt der Geschäftsführer von Vojvodina ICT Cluster, Milan Solaja, und weist darauf hin, dass "Menschen, das größte Kapital in der IT-Branche darstellen. Soclher Verlust ist unwiederbringlich".

Man müsse deshalb das Bewußtsein für die Bedeutung der Investitionen in Start-ups und neue Ideen bei Menschen außerhalb der IT-Branche entwickeln, glaub er.

- Wir benötigen Anreize und die systematische Unterstützung, damit man das Kapital nicht nur in den Bau von Gebäuden und Erwerb des Ackerlandes investieren, sondern auch in innovative Projetke - sagt Solaja und erinnert daran, dass einheimische Start-ups oft Investitionen aus dem Ausland erhalten, was schließlcih zu ihre "Auswanderung" aus Serbien führe.

Dass ohne systematische Unterstützung eventuell geänderte Gesetze "nur auf dem Papier stehen bleiben", glaubt auch Sandra Rodic aus der USAID. Die Entwicklung des Kapitalmarktes müsse, ihrer Meinung nach, einen Vorrang haben, um einheimische Investoren zur Teilnahme und zum Handel zu motivieren.

Der Geschäftsführer der Belgrader Börse, Sinisa Krneta, wies auch auf die Bedeutung der Entwicklung eines modernen und nachhaltigen Kapitalmarktes wie auch auf das Fehlen an hochwertigen Investitionsalternativen als das größte Problem hin. Er glaubt aber an der Möglichkeit einer Veränderung sowie am Potenzial des serbischen Marktes.

Die Börse wird deshalb mit Hilfe der EBRD das Projekt Serbia IPO Go starten, das innerhalb von 14 Monaten zu implementieren ist. Es ist auf die Promotion und Realisierung von Börsengängen im Privatsektor fokussiert.
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Miloš Vlahović

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