Quelle: eKapija | Dienstag, 03.10.2017.| 15:53
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Novi Sad schneidert Anzug nach europäischem Maß - Was erwartet die zukünftige Kulturhauptstadt bis 2021?

Novi Sad (FotoGoogle Maps/screenshot)
Vor weniger als einem Jahr, im Oktober 2016, wurde Novi Sad, neben weiterne zwei europäischen Städten, für die Kulturhauptstadt des alten Kontinents 2021 erklärt. Inzwischen wurde eine Reihe von verschiedenen Projekten gestartet, die dem "serbischen Athen" ein neues Image geben und die Anforderungen des Wettbewerbs der Europäischen Kommission erfüllen.

Zu diesem Zweck sind zahlreiche infrastrukturarbeiten in en folgenden drei Jahren vorgesehen. Das Denkmalsschutzamt der Stadt Novi Sad hat vor kurzer Zeit die zweite Runde der Vergabeverfahren für die Erneuerung und Revtalisierung von Fassaden in der Unterstadt der Festung Petrovaradin zu Ende geführt. Die Arbeiten an Fassanden der ersten 11 Gebäude sollte, wie unser Portal im Denkmalsschutzamt erfährt, bis Ende 2017 fertiggesteltl werden. Bald sollte die Erneuerung von restlichen 10 beginne, für welche Verträge unterzeichnet wurden.

Insgesamt 21 Gebäude in diesem Teil der zukünftigen Kulturhauptstadt Europas sollten dadurch "erfrischt" werden. Für diese Arbeiten sind 100 Mio. Dinar bereitgestellt. Bis Ende 2021 sollten Fassaden von mehr als 40 Gebäuden in diesem Stadtteil revitalisiert werden.

- Es wäre am besten, wenn wir die ganze Unterstadt revitalisieren können. Wir können derzeit nur über aktuelle Projekte, Friten, Gebäude, Arbeitsdynamik und Budget sprechen - sagte Katarina Maksimov aus dem Denkmalsschutzamt von Novi Sad gegenüber unserem Portal.

Nemanja Milenkovic, Direktor der Stiftung Novi Sad 2021 - europäische Kulturhauptstadt unterstricht in einem Gespräch mit unserem Portal, dass die Revitalisierung der Fassaden eine der ersten direkten Folge der Ernennung zur Europäischen Kulturhauptstadt 2021 sei.

- Unser Projekte sieht, unter andrem, den Bau von Youth Creative Polis vor, wie auch einer neuen Musik- und Balettschule, eines Städtishen Konzertsaals, von vier Kulturstationen an Stadtränden und von zahlreichen neuen Orten - kleineren und größeren öffentlichen Räumen - erklärt Milenkovic im Gespräch mit eKapija.

Wie das zukünftige Youth creative polis oder Chinesisches Viertel derzeit aussieht
- Einige Teile des Projekts haben wir bereits vorgestellt, wie z.B. die Eröffnung der rekonstruierten Galerie von Matica srpska, Wasserhologramm im Donau-Park, Auftritt von World Youth Choir in der Synagoge, Vorstellung des Gewinners für "Neue Orte", bzw. für die Einrichtung von öffentlichen Rämuen in der Stadt und viele andere.

Wir haben mit dem Bau einer Musik- und Balettschule begonnen, die eine Fläche von 15.000 m2 einnehmen und bis zum Anfang des nächsten Schuljahrs fertiggestellt werden sollte. Innerhalb der Schule werden wir einen großen Konzertsaal mit 400 Sitzplätzen bauen lassen. Unlängst wurde auch bestimmt, was wir im Youth creative polis, bzw. im Chinesischen Viertel an der Stelle des ehemaligen Industriekomplexes Petar Drapskin bauen werden.

Man hat mehrere Umfragen und Analysen gestartet, wie auch Fokusgruppe, Vernetzung, Ausbildung und Diskussionen mit den unterschiedlichsten Akteuren auf dem Gebiet der Kultur im In- und Ausland sowie unter Mitbürgern. Nur auf diese Weise lassen sich Wert-Systeme für die Entwicklung der Kultur etablieren, nicht nur im künstlerischen Sinne, sondern auch in der Lebenswese, erfahren wir von unserem Gast.

Die Frist für die Umsetzung aller Projekte läuft Ende 2020 ab.

- Die Stiftung heißt Novi Sad 2021, und nicht Novi Sad 2017. Es wäre sehr enttäuschend, wenn wir etwas nicht fertigstellen würden. Wir haben sehr viel gestartet und, nachdem der neue Kunst- und Programmdirektor das Amt angetreten ist, gehen wir in eine neue Phase der Realisierung von Projekten. Die endgültige Version des Programms sollte die Stiftung Ende 2020 veröffentlichen. Wir können sagen, diesen Titel aufgrund eines großartigen Stoffs - Materials gewonnen zu haben, und wir müssen jetzt uns einen Anzug nach dem europäischen Maß und in Übereinstimmung mit unserem Körper schneidern lassen - so Milenkovic.

Stadt als Marke

Die Stiftung sei, laut seinen Worten, für die Realisierung des Programms verantwortlich. 30 Mio. EUR stehen ihr dafür zur Verfügung, während die Stadt Novi Sad für die Infrastruktur zuständig sei. Dafür seien rund 35 Mio. EUR vorgesehen. Als die zukünftige europäische Kulturhauptstadt verfügt Novi Sad über eines der geringsten Budgets.

- Finanzmittel, der Umfang und ihre Quellen sind durch Regeln des Wettbewerbs für die europäische Kulturhauptstadt bestimmt. Durch die Auswahl wird die Stadt Novi Sad zu einer Marke - einer der langlebigsten und wichtigsten Projekte/Marken der Europäischen Union. Bisherige Erfahrungen, und sie umfassen 32 Jahre, zeigen, dass es um eine langfristige Investition mit zahlreichen Vorteilen im kulturellen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sogar politischen Sinne handelt, die zur Transformatione einer Stadt führen - erklärt Milenkovic.

Neben direkten Vorteilen, in der Infrastruktur, wird Novi Sad durch dieses Projekt auch ein neues Image bekommen und noch sichtbarer werden.


Novi Sad wurde auch zur Jugendhauptstadt Europas 2019 erklärt (FotoSyda Productions/shutterstock.com)
Die europäische Kulturhauptstadt ist das größte Projekt der Europäischen Union in diesem Bereich. Die im Rat der Europäischen Gemeinschaft vereinigten für Kulturfragen zuständigen Minister verabschiedeten auf Vorschlag der damaligen griechischen Kulturministerin Melina Mercouri am 13. Juni 1985 eine Entschließung für die alljährliche Benennung einer "Kulturstadt Europas". Durch den Beschluss 1419/1999/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Mai 1999 wurde eine Gemeinschaftsaktion Kulturhauptstadt Europas eingerichtet und ein Rotationsprinzip festgelegt.

Die Benennung soll dazu beitragen, den Reichtum, die Vielfalt und die Gemeinsamkeiten des kulturellen Erbes in Europa herauszustellen und ein besseres Verständnis der Bürger Europas füreinander zu ermöglichen.

Neben Novi Sad wurden weitere zwei EU-Städte für Kulturhauptstädte 2021 erklärt - rumänisches Timisoara und griechisches Elefsina.

Novi Sas ist außerdem zur Jugendhauptstadt Europas 2019 erklärt.

K.S.

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