Quelle: eKapija | Donnerstag, 05.10.2017.| 21:07
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Vielen Unternehmen in Serbien steht Geschäftsübertragung in naher Zukunft bevor - Inhaber sind für die Unternehmensnachfolge nicht vorbereitet nicht für die Unternehmensnachfolge vorbereitet

Mehr als 12.400 Unternehmen mit rund 68.000 Mitarbeitern in Serbien gehören zu einer Risikogruppe im Rahmen des Geschäftsübertragungsprozesses, wegen einer beträchtlichen Anzahl von Eigentümern, die in naher Zukunft mit dieser Frage konfrontiert sein werden, wie auch wegen der unterschätzten Komplexität des Problems, der unvorhersehbaren Prozessdauer, unzureichender Beispiele für gute Praxis und des Mangels an Systemunterstützung.

450.000 Unternehmen in der EU mit fast zwei Millionen Beschäftigten erleben jährlich die Unternehmensnachfolge. Rund 150.000 solcher Unternehmen lösen dieses Problem, Einschätzungen zufolge, auf eine unentsprechende Weise, wodurch sie ungefähr 600.000 Arbeitsplätze gefährden. Bei der Unternehmensnachfolge wird das Geschäft auf eine andere Person oder ein anderes Unternehmen übertragen, wodurch die Kontinuität der Präsenz und der Geschäftstätigkeit gesichert wird. Business Transfer Barometer Serbia ist eine Studie, die beim regelmässigen Treffen des Slowenischen Wirtschaftsklubs (SPK) am 21. September 2017 präsentiert wurde. Autoren haben sich diesmal nicht nur mit dem Eigentümerwechsel, sondern auch mit der Übertragung von Managerfunktionen beschäftigt.

Die Studie wurde vom Januar bis März 2017 im Auftrag von Adizes SEE, Agnetur MASMI mit Sitz in Belgrad durchgeführt. 205 Unternehmensbesitzer, älter als 55, die mehr als 20 Mitarbeiter beschäftigen, nahmen daran teil. Es stellte sich heraus, dass man zu sehr ähnlichen Ergebnissen wie in Kroatien (2015) gekommen ist. Als Refeernz hat eine finnische Studie aus dem Jahre 2013 gedient.

- Die Unternehmensführung lässt sich auf Familienmitglieder oder professionelle Manager übertrage, das Eigentum fast ausschließlich auf Familienmitglieder - vor und nach dem Tod des Gründers, ferner auf eine andere natürliche Person - aus der Geschäftsleitung, auf einen der Beschäftigte oder einen äußeren Investor, oder Unternehmen - in Form einer Übernahme oder Fusion. Die am wenigsten populäre Möglichkeit ist die Liquidation nach dem Tod des Gründers - erklärte Boris Vukic, Partner bei Adizes SEE, bei der Präsentation der Ergebnisse der Forschung.

Einer der größten Fehler der Unternehmensbesitzer sei, laut seinen Worten, auf der Geschäftsübertragung auf ihre Kinder zu bestehen, sogar wenn sie kein Interesse dafür zeigen. In mehr als ein Viertel der Unternehmen in Serbien (28,1%) sind Inhaber älter als 55, zeigen die Angaben der Agentur für Handelsregister für das Jahr 2015. Es scheint, dass sie sich noch immer nicht genug seriös mit der Zukunft ihrere Unternehmen beschäftigen, mit der Unternehmensnachfolge. Hier gibt es mehr Erwartungen, Wünsche und Hoffnungen, als konkrete Pläne.

- Sogar 92% der Besitzer sind zugleich Unternehmensgründer! Sie sind also "die ersten Besitzer" und waren bisher nie am sehr komplexen Prozes der Unternehmensnachfolge beteiligt. 76,6% von ihnen erwarten, die Unternehmensführung nach ihrem Rückzug, einem Familienmitglied zu überlassen. 77,5% von ihnen sind überzeugt davon, dass eines der Familienmitgleider das Unternehmen führen könnte - so Vukic.

Vertrauen viel wichtiger als Ausbildung


Fast alle Befragten, sogar 99%, behaupten, dass sie sich eine vertrauensvolle Person als Nachfolger wünschen, und erst dann jemanden, der sich mit dem Geschäft und geschäftlichen Prozessen gut auskennt, eine entsprechende Ausbildung hat und für das Weiter- und Fortbildung interessiert ist.

Sitzung des Slowenischen Wirtschaftsklubs
- Der größte Teil der Inhaber (57%) behauptet, die Unternehmensnachfolge und damit verbundene Herausforderungen mit ihren Kindern intensiv oder bereits besprochen zu haben. In Wirklichkeit sieht das aber nicht so aus. Es ist passiert, dass Unternehmensbesitzer beim Treffen mit Beratern behauptet, dass sein Sohn "nicht reif genug" für die Übernahme des Unternehmens sei, obwohl der Sohn einige Tage vorher ein Kind bekommen hat - erzählt Boris Vukic.

Der größte Teil der befragten Unternehmensbesitzer (69,3%) glaubt, dass man für die Übernahme einer Managerposition im Unternehmen jahrelang vorbereitet werden muss, sowie dass sich ihre Rolle in der Unternehmensführung in den nächsten 5-10 Jahren verändern wird.

Wenn es um die Zukunft des Unternehmens geht, sollten Interessen des Unternehmens absoluten Vorrang haben, und erst dann Interessen ihrer Kinder (27,3%).

- Und wie schwer es ihnen fällt, die Unternehmen zu verlassen, illustriert am besten die Tatsache, dass sich 45,4% der Unternehmensbesitzer nach der Geschäftsübertragung aus der Unternehmensführung zurückziehen, aber gleichzeitig als Berater aktiv bleiben wollen - erklärt Vukic und fügt hinzu, dass solche Wünsche nicht immer in der Übereinstimmung mit den Absichten des neuen Managements seien.

Fast 255 der Inhaber wollen ihren Unternehmen weiterhin helfen und als Berater tätig sein, und nur 41,5% von ihnen erwarten nur ihre Rente nach dem Rücktritt. Mehr als eine Hälfte rechnet mit zusätzlichen Einnahmen, unter anderem, von ihren Unternehmen.

"Ein Papier" für die Zukunft


Die Studie bietet auch Empfehlungen für Akteure, die zur Verbesserung des Geschäftsumfelds beitragen können, wie auch für Unternehmensbesitzer. Als hilfsreich könnte, unter anderem, eine Kampagne für die Stärkung der Bewußtsein von Inhabern kleiner und mittlere Unternehmen, älter als 55, für die Komplexität des Prozesses der Geschäftsübertragung und die Bedeutung der rechtzeitigen Vorbereitung für diesen Prozess. Man empfiehlt auch die statistische Überwachung von Familienbetrieben in Serbien, sowie die Entwicklung und Mitfinanzierung von Programmen zur Unterstützung und Stärkung ihrer Kapazitäten für die erfolgreiche Unternehmensnachfolge.

Man muss, außerdem auf mögliche alternative Lösungen für die Geschäftsübetragung und Gestaltung von finanziellen Instrumenten für den leihteren Übernahme oder Kauf von Unternehmen, deren Besitzer sich zurückziehen.

Unternehmensbesitzern wird empfohlen, Unternehmen für die Geschäftsübertragung vorzubereiten, indem sie die Nachhaltigkeit und Rentabilität nach ihren Rückzug sichern sollten. Als sehr nützliches Instrument wird die Definierung des sogenanten "eines Papiers", mit dem sich sowohl der Gründer, als auch seine Nachfolge sowie die ganze Familie für die Geschäftsübertragung vorbereiten werden.

Klub 2040

Familienunternehmen werden in den letzten Jahren immer mehr in Serbien berücksichtigt. Eine Reihe von Geschäftsforen, Seminaren und Podiumdiskussionen wurden zu diesem Thema veranstaltet, aber die institutionelle Unterstützung scheint noch immer unzureichend zu sein. Adizes SEE hat den Klub 2040 gegründet, für junge Menschen im Alter zwischen 20 und 40, die, wie sie unterstreichen, "bis 2040, wenn nicht früehr, ihre Eltern an der Spitze der Familienunternehmen erben könnten". Bei den Treffen wird intensiv über ihre Zukunft und Vorbereitungen für die Geschäftsübertragung gesprochen.

Marko Andrejić

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