Quelle: eKapija | Dienstag, 09.05.2017.| 15:57
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Agrotechnische Lösungen in Pyrenäen geeignet für serbische Äcker - Serbien führte 2016 Maschinen und Ausrüstung im Wert von 10,25 Mio. EUR aus Spanien

Abbildung (FotoAJCespedes/shutterstock.com)
Spanien ist eine der führenden Anbieter im Bereich der landwirtschaftlichen Technologie und Ausrüstung europa- und weltweit. Dank der Modernisierung ist es diesem Land gelungen, die Nachteile eines trockenes Klimas mit nur wenig Niederschlag, den Mangel an Wasserressourcen, vor allem im Süden, sowie die unzureichendes Fruchtbarkeit des Bodens zu überwinden und ein großes landwirtschaftliches Potenzial zu schaffen.

- Die Umstellung von traditionellen auf technisch fortgeschrittene Bewässerungssysteme hat uns geholfen, nicht nur geografische und klimatische Einschränkungen zu überwinden, sondern auch den Wasserverbrauch zu optimieren. Und es handelt sich um eine wertvolle Ressource. Es ist deshalb sehr interessant, die Bedeutung von Anlagen und Ausrüstungen für die Bewässerung zu unterstreichen, weil unser Land eines der führnden weltweit in diesem Bereich ist - sagte Sonsoles Huidobro Martin-Laborda, stellvertretende Direktorin der Abteilung für industrielle Technologie und professionell Dienstleistungen des Spanischen Instituts für Export- und Investitionsförderung (ICEX) gegenüber eKapija.

Das Institut, das die Zusammenarbeit zwischen spanischen Unternehmen und ihren internationalen Partnern fördert, organisiert das zweite Jahr hintereinander gemeinsam mit der Handels- und Wirtschaftsabteilung der Botschaft Spaniens in Belgrad die Teilnahme dieses Landes an der Landwirtschaftsmesse in Novi Sad. Acht führende Unternehmen in diesem Bereich werden sich im nationalen Pavillon vortellen, und fünf davon nahmen bereits an der vorjährigen Ausstellung in Novi Sad teil. Das bestätigt ihr Interesse an mehr Präsenz am serbischen Markt, glaubt Martin-Laborda.

Sie suchen nach Partnern in Serbien

Wenn es um die Zusammenarbeit zwischen zwei Ländern im Bereich der Landwirtschaft geht, unterstreicht Martin-Laborda, dass Spanien Serbien die hochwertige Technologie sowie fachgerechte Beratung bieten kann, insbesondere dort, wo sich spanische Lösungen als sehr erfolgreich erwiesen haben. In erster Linie im Bereich der Bewässerung und Pflanzenschutz, Gewächshäuser und Frostschutz.

- Wir versuchen, als Brücke zwischen Unternehmen aus Spanien und Serbien zu wirken, damit sich Unternehmen kennen lernen und ihre Erfahrungen austauschen können. Wir wollen sie zu Partnerschaften ermutigen, damit sie einander helfen und an Beispielen der bewährten Methoden lernen können - unterstreicht sie und fügt hinzu, dass man im Vorjahr den Besuch einer Delegation serbischer Journalisten in Spanien organisiert hat, um sie mit der spanischen Landwirtschaftstechnologie bekannt zu machen. Sie haben damals mehrere Plantagen besucht und die Erfahrungen der spanischen Landwirte gehört.

Sonsoles Huidobro Martin-Laborda unterstreicht, dass die Nachfrage nach der spanischen Technologie in Osteuropa und Serbien konstant zunimmt. Das hat auch Interesse spanischer Unternehmen für diese Region und diesen Markt geweckt. Die spanische Technologie lässt sich sehr erfolgreich in serbischen Umständen anwenden, unter anderem auch dank einem gutem Qualität-Preis-Verhältnis.

- Wir haben vor, noch mehr Unternehmen aus Spanien nach Serbien zu bringen, und hochwertige und seriöse serbische Unternehmen als geeignete Partner zu erkennen - so Martin-Laborda.

Hoher Anteil der landwirtschaftlichen Produkte und Technologien am Außenhandel

Martin-Laborda erinnert daran, dass der Warenverkehr zwischen Spanien und Serbien von Jahr zu Jahr zunimmt, sowie dass er 2016 den Wert von 383,3 Mio. EUR mit dem erheblichen Anteil landwirtschaftlicher Produtke und Technologien erreicht hat.

Nach Angaben von ICEX wurden 2016 Waren im Gesamtwert von 200 Mio. EUR aus Spanien nach Serbien ausgeführt.10,25 Mio. EUR davon entfallen auf Landmaschinen und landwirtschaftliche Ausrüstung.

(FotoRomolo Tavani/shutterstock)
- Serbien hat am meisten Schweinefleisch eingeführt (im Wert von 20 Mi. EUR), während Teile und Ausrüstung für Autos den zweiten Platz belegen. Die Importe von Traktoren und Sattelzugmaschinen haben sich im Vorjahr fast vervierfacht (+372,3%) und den Wert von 6,65 Mio. EUR erreicht. Spanien ist derzeit unter fünf größten Zulieferer von Dünger in Serbien, und war 2016 der zweitgrößte Exporteur von Sprinklern und Zerstäubern für die Landwirtschaft und Gartenbau in Serbien - sagte sie gegenüber eKapija.

Serbische Exporte nach Spanien nehmen zugleich zu. Nach Angaben von Sonsoles Huidobro Martin-Laborda erreichten sie im Laufe 2016 den Wert von 183,2 Mio. EUR - mit Möbeln auf dem ersten Platz (38 Mio. EUR) und Möbelteilen - Exportprodukte mit der größten Wachstumsrate in den letzten Jahren. Mais ist auf dem Platz zwei, gefolgt von Gummiprodukten (48,6 Mio. EUR) insbesondere von Pneumatika, oder konkreter gesagt, von Tigar mit Sitz in Pirot.

Übereinstimmung mit EU-Normen für neue Investitionen

Spanische Unternehmen betrachten Serbien immer mehr als strategischen Partner, weshalb das Spanische Institut für Export- und Investitionsförderung (ICEX) die Aktivitäten wie die Teilnahme an der Landwirtschaftsmesse fortsetzen und intensiveiren wird, um die Zusammenarbeit zu fördern, so Sonsoles Huidobro Martin-Laborda.

- Wir sind überzeugt davon, dass man gute Modelle aus dem Ausland implementieren kann, insbesondere wenn es um Länder mit langjährigen Erfahrungen geht und wenn sich diese Modelle an Bedürfnisse des serbischen Marktes anpassen lassen. Wenn es um den europäischen Weg Serbiens geht, sind wir der Meinung, dass die weitere Übereinstimmung mit den eU-Normen neue Investoren anziehen wird. Bisher durchgeführte Strukturreformen haben sich bereits als wirksam erwiesen. Zahlreiche spanische und serbische Unernehmen arbeiten gemeinsam an Projekten, die aus EU-Fonds finanziert werden. Wir freuen uns darüber, dass beide Seiten mit dieser Zusammenarbeit zufrieden sind - sagt sie optimistisch.

Zu den wichtigsten spanischen Investitionen in Serbien gehören, laut ihren Worten, die Gruppe Inditex, die Marken wie Zara, Bershka, Pull & Bear, Massimo Dutti, Stradivarius, Oysho, Zara Home vereinigt. Ihre Einzelhandelskette hat mehrere Arbeitsplätze in Serbien geschaffen, und zugleich viele Zulieferer beschäftigt. Neben Inditex, wies sie auch auf Unternehmen Cortefiel und Kotex-Viscofan hin. Eine Reihe von spanischen Unternehmen arbeiten an der Realisierung verschiedener infrastruktureller Projekte in Serbien wie Teilabschnitte des Verkehrskorridors 10 (AZVI, Rubau), Zezelj-Brücke in Novi Sad (AZVI), Wasseraufbereitungsanlage (Aqualla). Neben der Zusammenarbeit ist die Zufriedenheit bei den Endnutzern auch sehr wichtige, fügt Sonsoles Huidobro Martín-Laborda hinzu.


Marko Andrejić

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