Quelle: eKapija | Dienstag, 14.03.2017.| 13:47
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Nelli eröffnet neues Werk im April im Wert von 3 Mio. EUR - Süßwarenhersteller mit Sitz in Loznica startet Exporte nach Weißrussland und Armeinen und kündigt Bau eines Distributionszentrums an

In weniger als einem Monat eröffnet der Süßwarenhersteller Nelli ein neues Werk in Loznica, dessen Bau und Ausstattung 3 Mio. EUR gekostet haben. In der neuen Fabrik wird man Schokolade in 40 neuen Geschmacksrichtungen herstellen: mit ganzen Haselnüssen, gehackten Haselnüssen , Reis, Keks, Tutti Frutti, Schokoladen gefüllt mit Milch und mit einer Vielzahl von Füllungen, in verschiedenen Packungen, bzw. als 5-, 25-, 35-, 80-, 100- und 250-Gramm-Tafeln. Das Unternehmen erschließt zugleich neue Märkte. Vor nur einigen Tagen wurden Exporte nach Weißrussland und Armenien vereinbart.

Alle Schokoladensorten aus dem neuen Werk werden den Markennamen Nelli tragen. Nach der Inbetriebnahme der neuen Produktionsanlage wird der Süßwarenhersteller mit Sitz in Loznica insgesamt 100 verschiedene Produkte in seinem Portfolio haben.

- Durch die Produktionssteigerung bereiten wir uns für den Einstieg in den russischen Markt vor - sagte Mitar Obradovic, Inhaber von Nelli, gegenüber dem Wirtschaftsportal eKapija.

- Die neuen Fertigungsanlagen ermöglichen uns, 40.000 Stück Schokolade für Espresso mit Reis und Crisp sowie 10.000 100-Gramm-Tafeln pro Stunde herzustellen - erklärt Obradovic.

Das neue Werk, das neben dem bestehenden (8.000 m2) gebaut wird, nimmt eine Fläche von 1.500 m2. Die neue Ausstattung mit einer 150 m langen, völlig automatisierten Fertigungslinie - wurde vom italienischen Unternehmen Carle&Montanari und vom Schweizer Hersteller Ilapak gekauft. Nelli wird nach der Eröffnung des neuen Werks 25 t Schokolade täglich, bzw. rund 8.000 t jährlich herstellen.

Im Rahmen des Nelli-Komplexel, an der Stelle der ehemaligen Textilfabrik Moda, gibt es noch einen Supermarkt (1.000 m2), mehrere Gewerberäume sowie eine Druckerei, die alle Verpackungen für Nelli und auch für andere Kunden herstellt.

Neue Fertigungslinie für Schokolade
Neben dem neuen Werk wird man in Loznica auch ein Distributionszentrum eröffnen, sagt Obradovic und kündigt den Bau eines ähnlichen Zentrums in Belgrad an. Für dieses Projekt wird noch immer nach einem entsprechenden Baugrundstück gesucht. Das Distributionszentrum sollte im Stadtteil Zeleznik gebaut werden, an der Autobahn Richtung Zentralserbien.

Unser Gast sagt, er sei noch immer nicht mit der Positionierung der Marke zufrieden und kündigt neue Aktivitäten des Unternehmens an, um diese Position zu verbessern.

- Wir werden mehrere Verkaufsförderungsexperten einstellen, um mit ihrer Hilfe eine bessere Marktposition zu erobern. In der nächsten Zeit werden wir neue Kaufleute und Supervisoren für Belgrad, Vojvodina, Zentral- und Südserbien beschäftigen. Nell wird sich in der folgenden Zeit auf das Marketing fokussieren, um möglichst viel Verbraucher mit unserer Marke bekannt zu machen. Wir haben zugleich mehrere freie Stellen für Technologen, Verkaufsdirektoren und Arbeiter in der Produktion ausgeschrieen und sollten in der kommenden Zeit rund 50 neue Mitarbeiter einstellen - so Obradovic.

Einziger Süßwarenhersteller aus Exjugoslawien in russischen Supermärkten X5

Nelli hat die Zusammenarbeit mit der russischen Einzelhandelskette X5 aufgenommen. Seine Produkte wie - Schokobanane und Kids Schokolade - werden bald in Regalen von fast 9.000 Supermärkten in Russland landen. Nelli st der einzige Süßwarenhersteller aus Exjugoslawien, deren Prodkte in russischen Supermärkten X5 verkauft werden.

Um mit Russen zusammenarbeiten zu können, musste Nelli die Normen – HACCP, ISO 9001 u.a. implemenieren. Der erste Schritt in Richtung russischen Marktes wurde 2011 gemacht, als Nelli auf World Food Moscow, einer der weltweit größten Lebensmittelmessen, selbstständig auftrat.

Nelli führt seine Erzeugnisse auch nach Bonsine-Herzegowina, Mazedonien, Montenegro, Kroatien, Ungarn, Albanien und Rumänien aus, und hat vor kurzem auch Exporte nach Weißrussland und Armenien vereinbart..

Mitar Obradović an der Preisverleihung EY Unternehmer des Jahres
- - Unser größtes Problem in Serbien, wenn es um Exporte nach Russland geht, ist der Mangel an Kapazitäten, um die Nachfrage auf diesem riesengroßen Markt zu decken. Unsere Analysen zeigen, dass Russen ähnliche Vorlieben und Gewohnheiten wie unsere Verbraucher haben. Sie bevorzugen Süßwaren, die auf unserem Markt auch beliebt sind. Wir sind deshalb auf sie und Länder in der Umgebung fokussiert. Verbraucher in Österreich und Deutschland sind noch nicht für Produkte aus Serbien bereit, vor allem aufgrund des unterschiedlichen Geschmacks. Ihre Schokobananen enthalen z.B. viel mehr Zitronensäure als unsere - so Mitar Obradovic.

Er habe sich für Exporte nach Russland und in ehemalige jugoslawische Republiken vor allem wegen des Freihandels- und CEFTA-Abkommens entschieden.

Nelli führt derzeit 50% der Produktion aus, und nach dem Einstieg in den russischen Makrt sollte dieser Prozentsatz auf 70% steigen.

Neben seiner eigenen Marke erzeugt Nelli auch mehrere Handelsmarken, das macht rund 5% der Gesamtproduktion aus. Die Zusammenarbeit wurde mit den Handelsketten Plodine in Kroatien, Gomex und Delhaize in Serbien aufgenommen... Das Unternehmen bleibt aber auf den Aufbau der eigenen Marke fokussiert, unterstreicht Obradovic.

Sie bevorzugen einheimische Rohstoffe

Auf dem serbischen Markt gebe es genug gute Süßwarenherstellern und die Konkurrenz sei sehr hart, glaubt unser Gast. In Hinsicht auf die niedrigere Qualität in den Nachbarländern sollten wir uns auf den Export als eine große Chance orientieren.

- Dank einer starken Süßwarenindustrie gibt es mehrere gute Rohstoffanbieter in Serbien, außer wenn es um Kakaobutter und Kakao geht, die wir aus Ghana und Elfenbeinküste einführen müssen. Wir müssen nur noch Agar-Agar für Schokobananen aus Italien importieren. Zu unseren einheimischen Zulieferern gehören Sunoko, Jabuka Pancevo u.a. - sagt Obradovicu nd unterstreicht, dass sie das Hauptgewicht auf die Qualität der Rohstoffe legen.

Schokolade Kids für russischen Markt
- Potenzielle Zulieferer von Nelli müssen zunächst sehr strengen Laboranalysen unterziehen. Wir haben ein eigenes Laboratorium im Wert von 50.000 Mio. EUR ausgestattet, das alle Produkte kontrollieren wird - fügt Obradovic hinzu.

Wie alles begonnen hat - Familienbetrieb

Todor Obradovic, Mitars Vater, hat den Laden Mile Prom noch 1993 eröffnet. Er hatte damals nur einen Mitarbeiter. Mitar Obradovic ist seitdem im Familienbetrieb engagiert. Wenn man Lebensmittel verkauft, ist es logisch, dass man auf die Idee kommt, die Produktion selbst aufzunehmen.

- Ich habe mit 8 Mitarbeitern gestartet und wir haben im ersten Geschäftsjahr 100 t Schokolade hergestellt. Unser Sortiment bestand damals aus nur drei Produkten: Schokobananen, Pralinen und Gelee-Hasen. Wir haben das Angebot mittlerweile um verschiedene Geleesorten, Schokoladen Kids, Mignon-Würfeln, Gummibonbons, Karamellbonbons, Schokoriegeln mit verschiedenen Geschmacksrichtungen, Lokum u.a. erweitert. Die Produktionskapazitäten sind erheblich größer - wir erzeugen derzeit 1.550 t jährlich und beschäftigen 250 Mitarbeiter. Das Team, das ich selbst gewählt habe, ist jung. Ich will es erweitern und mit ihnen weitere 20 Jahre zusammenarbeiten. Meine Arbeit macht mir viel Spaß - so Obradovic.

Mitar Obradovic ist Inhaber der Holdinggesellschaft Nelli und aller verbundenen Unternehmen. Er ist zugleich Direktor der Holding, der Süßwarenfabrik Nelli und der Druckerei. Der Geschäftsführer der Handelsfirma Mile Prom ist Todor Obradovic.

Nelli wurde schon mehrmals für die hohe Quelität seiner Produkte ausgezeichnet, Mitar Obradovic war in diesem Jahr für den EY Enterpreneur des Jahres nominiert. Er betrachte Auszeichnungen wie "Sportler Medaillen". Besonders stolz für ihn ist European Awards für 2017, den er als Landesmeister Serbiens im Bereich Lebensmittel- und Getränkeindustrie vom britischen Botschafter in Zagreb erhielt.

Sanja Šojić

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