Quelle: Politika | Mittwoch, 08.03.2017.| 13:45
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NIS beginnt bald mit Ölschieferabbau - 300 Mio. EUR Investitionen in der ersten Phase des Projekts

Das Mineralölunternehmen "Naftna industrija Srbije" (NIS) ist am Abbau von Ölschiefer im Aleksinac-Becken ernsthaft interessiert und bereit, rund 300 Mio. EUR nur in der ersten Phase des Projekts zu investieren. Das ganze Projekt, das Öl- und Gasreserven in Serben erheblich erhöhen sollte, könnte schon Mitte 2017 ins Leben gerufen werden, wie die Belgrader Tageszeitung Politika inoffiziell erfährt.

Ölschiefer ist ein Gestein, das sowohl aus organischem Kohlenstoff als auch aus mineralischen Inhalten besteht. Die weltweiten Vorkommen an Ölschiefer werden auf rund 10 Trillionen t geschätzt. Die Ölmenge, die daraus gewonnen werden könnte, übersteigt die derzeitigen Erdölvorkommen sogar um mehr als 50 Prozent. Ölschiefer enthalten von 13,5 bis zu 15% Kerogen, eine Vorstufe von Erdöl.

Durch die Umsetzung dieses lang erwarteten Projekts könnten, Einschätzungen zufolge, rund 1.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, und der Staat würde mehr als zwei Milliarden Dinar Steuern jährlich erheben.

Ölschiefer stellen ein großes Energiepotenzial Serbiens, und die Nähe der Ölraffinerie in Pancevo, wo man sie verarbeiten würde, erhöht die Rentabilität der ganzen Idee, behauptet die Quelle von Politika. Aus Ölschiefer würde man Strom für Haushalte, Öl für die Landwirtschaft, Wärme u.a. erzeugen.

Einheimische Experten sind einig darüber, dass sich die russische Technologie für den Abbau von Ölschiefer im Aleksinac-Becken am besten eignet, vor allem in Hinsicht auf den Umweltschutz, eines der größten Probleme beim Ölschieferabbau. Aber wenn es Estland, als EU-Mitglied, gelungen ist, eine Technologie in Übereinstimmung mit den strengen Umweltschutznormen der EU zu entwickeln, warum wäre das für Serbien unmöglich.

Die ersten Proben von Ölschiefer aus Aleksinac wurden noch 1977 nach Estland gesandt. Schon damals war bekannt, dass es in diesem Becken mehrere Millionen Tonnen Ölschiefer jährlich abbauen lasse, wie auch, dass man daraus von 500.000 bis 600.000 t Erdöl gewinnen kann. Das macht 15% des gesamten jährlichen Ölverbrauchs in Serbien aus.

Serbien war 2012 unter 10 Ländern mit den größten Ölschiefervorkommen weltweit. Die Produktion von Öl aus Ölschiefer lohnt sich erst dann, wenn Ölpreise ca. 45 USD pro Barrel erreichen. In Hinsicht darauf, dass Ölpreise allmählich 60 USD pro Barrel erreichen, ist es klar, dass NIS gute Gründe für die Umsetzung dieses Projekts hat.

Frühere Analysen der Fakultät für physikalische Chemie erwiesen, dass sich beim Preis von 10 EUR für eine Tonne Ölschiefer aus dem Aleksinac-Becken Krafstoff mit hoher Oktanzahl zum Preis von 247 EUR pro Tonne erzeugen lässt. Es ist auch bekannt, dass Ölschiefer-Vorkommen die Öl-Vorkommen weitaus übersteigen.

Die Investition in den Ölschieferabbau in Aleksinac, die die Eröffnung eines Tagebaus und den Bau einer Verarbeitungsanalge umfaswsen würde, würde den Wert zwischen 700 Millonen und einer Milliarde EUR erreichen.

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