Quelle: Dnevnik | Mittwoch, 22.06.2016.| 15:37
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EU überlegt Verbot für totale Pflanzengifte - Glyphosat wird in Serbien von mehr als einer Hälfte der Landwirte angewandt

(Foto Photographee.eu/shutterstock.com)
Kurz vor der entscheidenden Abstimmung hat Frankreich ein Nein zur EU-Zulassungsverlängerung für Glyphosat angekündigt. Die Weiterverwendung des umstrittenen Pflanzengifts werde abgelehnt, erklärte Umweltministerin Segolene Royal mit Blick auf die Sitzung des Ständigen Ausschusses der EU kommenden Freitag.

Damit ist eine Mehrheit für den Einsatz des weltweit meistgenutzten Herbizids unter den EU-Ländern unwahrscheinlich. Die Entscheidung läuft dann auf die EU-Kommission zu, die eine Zulassungsverlängerung von anderthalb Jahren befürwortet. Die offizielle Zulassung von Glyphosat in der Europäischen Union läuft Ende Juni aus.

Im Ständigen Ausschuss fanden die Mitgliedsstaaten bislang keine Übereinkunft. Deutschland hat sich in dem Gremium der Stimme enthalten, da die Frage im Bundeskabinett umstritten ist. Während Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Agrarminister Christian Schmidt (CSU) für die Zulassungsverlängerung sind, lehnen Umweltministerin Barbara Hendricks sowie die anderen SPD-Minister dies ab.

Glyphosat ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Phosphonate. Es ist Hauptbestandteil verschiedener am Markt erhältlicher Unkrautvernichtungsmittel. Pflanzenschutzmittel, die Glyphosat enthalten, gehören zu den weltweit am häufigsten verwendeten Herbiziden.

Glyphosat steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Dieses Risiko soll durch eine neue Studie geklärt werden. Bis zum Abschluss der Untersuchung soll nach dem Willen der EU-Kommission das Pflanzengift weiter eingesetzt werden können. Unstrittig sind massive negative Einflüsse der Chemikalie auf die Artenvielfalt.

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