Quelle: eKapija | Dienstag, 18.08.2015.| 16:49
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Zinsen runter - Sehen Sie was beschlossene Strategie für notleidende Kredite enthält

Die Regierung Serbiens beschloss eine Strategie für notleidende Kredite, die nach der Meinung der Experten zur einem erheblichen Zinsrückgang führen wird. Es ist sogar ein Rückgang um 20% zu erwarten, behaupten einige Analytiker.

Die Strategie sieht, unter anderem, Maßnahmen zur Stärkung der Kapazitäten der Banken und Behörden vor, und der Privatkonkurs und der Verkauf der Forderungen gegenüber Privatkunden sollten zusätzlich analyisiert werden, erfährt die Presseagentur "Beta" im Finanzministeirum Serbiens.

Es wird erwartet, dass die Lösung des Problemes der notleidenden Kredite zur Verringerung der Kosten der Banken und dadurch auch zum Rückgang der Zinsen führen wird, erklärten Vertreter des Finanzministeriums.

- Durch Maßnahmen der Wirtschafts-, Währungs- und Haushaltspolitik wuden bestimmte Ergebnisse erzeilt, aber das Niveau der notleidenden Kredite stellt noch immer ein großes Hindernis für die Entwicklung von Kreditgeschäften in Serbien dar - erfährt "Beta" im Ministerium.

Die Strategie sieht die Stärkung der Kapazitäten der Banken für die Lösung des Problems der notleidenden Kredite sowie verschiedene Steuererleichterungen für den Schuldenerlass vor, sagte man im Finanzministeirum.

(FotoFamily Business/shutterstock.com)
Die Regierung hat auch Maßnahmen zur Verbesserung im Bereich der gerichtlichen und außergerichtlichen Restrukturierung und der Insolvenz, der Vollstreckung und der Bewertung der verpfändeten Vermögenswerte vor. Man will außerdem die Kapazitäten und Kompetenzen der Gerichte und staatlicher Institutionen als Gläubiger im Sanierungsverfahren erhöhen, unterstrich das Ministerium und kündigte weitere Maßnahme wenn nötig an.

- Für Maßnahmen wie Steuererleichterungen wurde eine Frist bis Ende dieses Jahres vorgesehen. Andere, viel komplexere und anspruchsvollere, wie die Erhöhung der Kompetenzen der Gerichte, werden mehrere Jahre dauern - sagt man im Ministerium.

Vorgeschlagene Lösungen wurden mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF), der Weltbank und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) veeinbart und Serbien wird mit diesen Institutionen weiterhin bei der Implementierung der Maßnahmen zusammenarbeiten.

Unternehmer sind die größten Schuldner

Zur Erinnerung: Die Regierung Serbiens hat am 13. August dieses Jahres eine Strategie für notleidende Kredite beschlossen. Es wird geschätzt, dass faule Kredite in Serbien den Wert von 3,7 Mrd. EUR erreicht haben, was 22% aller gewährten Kredite im Gesamtwert von 17 Mrd. EUR ausmacht.

Der größte Teil der notleidenden Kredite entfällt auf Unternehmen - sogar 442,6 Mrd. Dinar. Privatkunden schulden "nur" 71 Milliarden. Die Tatsache, dass sich die Rückzahlung von mehr als einer Hälfte dieser Schulden für mehr als zwei Jahre verzögert, illustriert am besten, wie groß dieses Problem ist.

(FotoIvana Vuksa)
Diese Strategie ist sehr wichtig, sowie für die Lösung des aktuellen Problems mit den notleidenden Kredite, als auch als Präventivmaßnahmen, um die Wiederkehr des gleichen Problems in der Zukunft zu verhindern - unterstreicht man im Finanzministerium.

Keine Angst vor Schuldeneintreibern

Eine der größten Sorgen der Bürger ist die Möglichkeit, das Banken ihre Schulden an Inkassobüros bzw. Schuldeneintreiber verkauft. So etwas ist noch immer gesetzlich verboten, und wurde nirgendwo in dieser Strategie vorgesehen.

Die Autoren der Strategier unterstreichen aber, dass es mehrere Voraussetzungen zu erfüllen sind, bevor man "eine Liberalisierung des Marktes für notleidende Kredite der Privatkunden erlauben würde".

- Der Privatkonkurs, sowie die Möglichkeit, die Forderungen gegenüber Privatkunden zu verkaufen, müssen erst gründlich und allumfassend erforscht und analyisiert werden, in Hinsicht auf die Komplexität dieses Themas - betont man im Finanzministerium.

Für alle Hindernisse, die bei folgenden Analyisen festgestellt werden, sollten später entsprechende Maßnahmen getroffen werden, erfährt "Beta".

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