Quelle: eKapija | Montag, 27.07.2015.| 03:04
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Soziales Netzwerk für Landwirte - ITEN entwickelt Anwendung "Virtual Cooperative" für Farmer

Seit dem Ende der Neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts erleben landwirtschaftliche Genossenschaften in Serbien sehr schwere Zeiten. Viele wurden aufgelöst, und bei jenen, die überlebt haben, wird nur ein Teil der Kapazittäen ausgelastet. Die Landwirtschaftszählung 2012 erwies, dass in Serbien ca. 3,4 Mio. Hektar landwirtschaftliche Nutzflächen bebaut werden sowie dass es ca. 630.000 landwirtschaftliche Familienbetriebe gibt, die durchchnittlich zwichen 1 und 5 ha Ackerland besitzen.

Die Anwendung "Virtual Cooperative" des in Novi Sad ansässigen Unternehmens ITEN ist eine Lösung, welche die Vereinigung von landwirtschaftlichen Kleinunternehmen und ihren gemeinsamen Marktauftritt ermöglicht. Es handelt sich um eine Art des sozialen Netzwerks für Landwirte, unterstreicht Marko Nikolić aus ITEN in einem Gespräch für "eKapija".

- Landwirte können ein Profil erstellen, und dadurch ihren Betrieb und ihre Erzeugnisse vorsteleln. Jeder Landwirt kann andere Landwirte einladen, einen Verband um ein gemeinsames Ziel wie z.B. der Erwerb von Rohstoffen und Produktionsmitteln oder die Vermarktung von Produkten zu bilden. Das kann man über die sogenannte "Anschlagtafel" (Bulletin Board) tun, die allen Benuztern des sozialen Netzwerks zur Verfügung steht. Benutzer können auch Filter setzen, die ihnen ermöglichen, Informationen nur über gewählte Themen zu erhalten - erklärt unser Gast.

Die Idee habe, laut seinen Worten, im Februar dieses Jahres entstanden, im Einklang mit einer Entwicklungsstrategie für landwritschaftliche Genossenschaften in der Republik Serbien des Ministeriums für Land-, Forst- und Wasserwirtschaft aus dem Jahre 2011. Die IKT-Sektor sollte, laut dieser Strategie, eine besonders wichtige Rolle in der Entwicklung der Landwirtschaft spielen, sagte Nikolić.

Virtuelle Anschlagtafel

Landwirtschaftsbetrieb, der eine bestimmte Menge Saatgut erwerben will, kann andere interessierten Unternehmen über die Anschlagtafel zur Vereinigugn einladen oder nach anderen Betrieben suchen, die das gleiche Saatgut benötigen. Nach dem Abschluss der Anzeige, melden sich noch einige Betriebe an, die am Erwerb des gleichen Saatguts interessiert sind, aber die benötigte Menge ist vielfach größer. Eine neue Anzeige wird veröffentlicht, aber diesmal für Zulieferer, von denen die Lieferung einer größeren Menge Saatgut verlangt wird. Die Zulieferer können hier ihr Angebot geben, sie können für größere Mengen entsprechende Rabatte und andere bessere Bedingungen bieten, insbesondere, wenn es andere Mitbewerber gibt.

Willkommen sind auch Landwirtschaftsbetriebe, die Produkte vermarkten wollen.

- Sie können ihre Produkte auf Märkten bieten, an Großhändler verkaufen oder ausführen. Die günstigste Option ist es, Produkte zu exportieren, aber dies erfordert Mengen, die einzielne Landwirtschaftsbetriebe nicht liefern können. Man kann andere Landwirte mit gleichen Produkten zur Vereinigung einladen, unabhängig vom geographischen Gebiet. Es ist notwendig, dass dieses Gebiet von der virtuellen Genossenschaft gedeckt ist. Wenn die erwünschte Menge erreicht wird, können sie ein Exportunternehmen per Anzeige suchen. Sie überspringen dadurch einzelne Abnehmer und können bessere Preise für ihre Produkte erzielen.

Es ist auch möglich, sich zu vereinigen, um großen Einzelhandelsketten größere Mengen zu bieten. Dabei muss die Qualität der Produkte berücksichtigt werden.


- Abnehmer kaufen Produkte zum gleichen Zeit, unabhängig von ihrer Qualität. Sie kaufen, z.B. organisch-biologisch und auf die klassische Weise angebaute Kartoffeln zum gleichen Preis, um sie als "Kartoffeln" zu verkaufen. Hersteller von Bio-Kartoffeln können sich andererseits vereinigen und gemeinsam auf dem Markt auftretten, und dadurch einen viel besseren Preis, im Einklang mit der Qualität ihrer Erzeugnisse erzielen.

- Durch Vereinigung per Anzeige kann man eine bestimmte Marke aufbauen. Hersteller von Käse aus Mokrin sind z.B. an der größeren Produktion nicht interessiert, weil sie nur schwer Kunden erreichen können. Sie können durch Vereinigung zur Steigerung der Produktion ermutigt werden, indem man ihnen Zugang zu großen Einzelhandelsketten ermöglicht. Sie können auch die Lieferungen an einzelne Käufer in Städten gemeinsam organisieren und die Transportkosten durch Verkauf von Produkten finanzieren - unterstreicht Nikolić.

Nikolić.

(FotoShutterstock)
Wer sind die Nutzer?

Die Nutzer dieser Anwendung sind Landwirte, Zulieferer und Verbraucher. Landwirte haben einen kostenfreien Zugang, der ihnen die Erstellung des Profils ihres Landwirtschaftsbetriebs und die Veröffentlichung von Anzeigen, den Erwerb und den Verkauft ermöglicht. Für die erweiterte Nutzung der Anwendung muss man ein Abonnement zahlen. Die erweiterte Version ermöglicht die Erstellung eines detailierten Profils des Betriebs und eine detailhafte Beschreibung von Erzeugnissen. Anzeigen der Abonnenten haben Vorrang auf Anzeigetafeln.

- Landwirte erwerben Materialien in größeren Mengen und zu günstigeren Preisen, sie können Produkte zu höheren Preisen verkaufen, Zwischenhändler vermeiden, direkten Kontakt mit Kunden aufnehmen, die Kontrolle über die Qualität ihrer Erzeugnisse behalten, was sich positiv auf die Gestaltung der Preise und den Markenaufbau auswirkt - unterstreicht unser Gast.

Zulieferer, bzw. Anbieter von Rohstoffen und Produktionsmitteln für die Landwirtschaft (Saatgut, Pflanzenschutzmittel, Dünger, Landmaschinen, Versicherung....) und Großhändler (Handelsketten, Exporteure...) müssen Abonnement für die Dienstleistungen der virtuellen Genossenschaft zahlen.

- Es gibt mehrere Optionen für das Abonnement. Vorrangige Nutzer erhalten die ersten Informationen über neue Anzeigen. Ihre Werbungen erscheint sofort nach der Eintragung der Anzeige. Zulieferer können ihre Produkte viel schneller nd in größeren Mengen verkaufen. Der Zugang zu Nutzern ist nicht geographisch beschränkgt (z.B. Anbieter mit Sitz in Novi Sad hat Zugang zu Kunden in Leskovac). Sie haben auch Zugang zu größeren Mengen höherer Qualität oder einer lokalen Marke (Einzelhandelsketten können, z.B. größere Mengen von Bio-Produkten oder von erwähntem Käse aus Mokrin erwerben) - erklärt Nikolić.

Einzelne Kunden können auch Mitglieder der virtuellen Genossenschaft sein und mit einzelnen Farmen verhandeln. Sie können auch die Anbieter wählen und die Lieferungen vereinbaren.

Probe beginnt Ende 2015

ITEN ist eines von dreizehn heimischen Unernehmen aus dem IKT-Sektor, die Mittel für die Umsetzung von technischen Projekten und die Entwicklung von Anwendungen für die Landwirtschaft im Rahmen des Projekts FRACTALS der Europäischen Kommission (FP7) gesichert haben.
- Wir haen uns um insgesamt 117.000 EUR beworben und man hat uns den ganzen Betrag gewährt. Diese Summe deckt einen Teil der Gehälter des Entwicklungsteams, den ERwerb von Ausstattung und die Werbeaktivitäten. Die Verteilung der Fördermittel ist von der EU bestimmt, aber wir mussten vor der Bewerbung die Struktur der Projektkosten präzis darstellen. Das Projekt soltle plänen zufolge 8 Monate ab dem 1. Juni dieses Jahres dauern.
Das ITEN-Team glaubt, dass sich das Konzept die virtuelle Genossenschaft nicht nur in Serbien, sondern auch international anwenden lässt, und sie haben große Pläne für die Zukunft.

- Wir möchten zunächst in der Nachbarschaft expandieren, weil die Situation dort jender in Serbien ähnelt. Wir sind überzeugt davon, dass es Interessenten an solchem Projekt gibt. Wir suchen deshalb nach Partnern, die uns bei der Implementierung dieser Lösung in Nachbarländern helfen würden. Das Produkt ist natürlich nicht nur auf lokalen Märkten beschränkt. Wir haben bereits die ersten Kontakte mit einem niederländischen Unternehmen aufgenommen, das am Vertrieb interessiert ist. Wir sind, außerdem, an Kontakten mit potenzieleln Investoren interessiert, aber wir werden dabei auf der Erfahrung mit der Verbreitung von Produkten und der Gewinnung von Nutzer bestehen - so Nikolić.. Interesse der Landwirte an diesem Konzept habe, laut unserem Gast, die Erwartungen der Anwendung weitaus übertroffen.
- Es hat sich erneut erwiesen, dass die Rolle der IKT-Technologien in der Landwirtschaft unterschätzt ist sowie dass es genug Interessenten an solchen Lösungen gibt. Wir sind in Kontakt mit Landwirten, die an der Probearbeit teilnehmen möchten. Willkommen ist jeder, der an der Probe teilnehmen will, und ich lade sie ein, sich mit Empfehlungen anzumelden und an der Probe teilzunehmen. Sie können uns über die E-Mail-Adresse zadruga@iten.rs kontaktieren - unterstreicht unser Gast und fügt hinzu, dass die virtuelle Genossenschaft die klassischen nicht verdrängen, sondern sie nur ergänzen sollte.

Irina Milošević

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