Quelle: eKapija | Dienstag, 26.05.2015.| 17:03
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Luigi Mattiuzzo, Önologe - Auf der Welt gibt es nur vier Arten von Wein

Luigi Mattiuzzo
Luigi Mattiuzzo

Luigi Mattiuzzo ist italienischer Önologe, der mindestens einmal monatlich Serbien besucht. Der Hauptgrund für sein Interesse an unserem Land, ist, unter anderem, Wein aus einer der modernsten Kellereien in Serbien, dem Wein-Atelier "Šapat" (dt. Geflüster) in Slankamen. Durch Anwendung von traditionellen Produktiosnverfahren aus Frankreich und Italien versucht Mattiuzzo Wein zu erzeugen, der charakteristisch für das Terroir des Weingebiets Fruska Gora.

In einem Interview für das Wirtschaftsportal "eKapija" erzählt er von der Qualität serbischer Weine und versucht uns zu lehren, wie wir guten Wein erkennen können. Wir haben ihn auch gefragt, warum er "Suvarak" wählt, sowie warum es, seiner Meinung nach, nur vier Arten von Wein gibt.

eKapija: Wie ist es zur Zusammenarbeit mit dem Wein-Ateilier "Šapat" gekommen?

- Die Zusammenarbeit ist als Ergebnis meiner zehnjährigen aktiven Präsenz in Serbien entstanden, das war kein Zufall.

eKapija: Bedeutet das, dass Sie Weine und den Weinmarkt in Serbien gut kennen?

- Vor allem verschiedene Arten von Wein.

eKapija: Wie gefallen Ihnen Weine, die sie in Serbien probiert haben?

- Ich möchte nicht sagen, ob sie mir gefallen oder nicht. Das sind alle wertvollen Produkte und es muss berücksichtigt werden, dass Serbien nicht klein ist sowie dass es große Unterschiede zwischen den einzelnen Weinregionen gibt. Es ist deshalb sehr schwer zu sagen, ob einer besser als anderer ist. Das ist immer die Frage des subjektiven Geschmacks. Ich kann nur sagen, dass alle Weine, die ich in Serbien bisher probiert hat, sehr wertvoll sind.

eKapija: Bedeutet das, dass Weine aus Serbien in Konkurrenz mit ausländischen treten können, z.B. mit jenen aus Italien und Frankreich, die weltweit als beste gelten? Was sollten wir tun, um Schritt mit diesen Märkten zu halten?

- Es gibt Weine in Serbien, die sich mit italienischen und französischen vergleichen lassen. Ich bin aber der Meinung, das es keine serbischen Weine gibt, vor allem in Hinsicht auf die erwähnten großen Unterschiede zwischen den Regionen. Wir können ausschließlich Weine aus ähnlichen Weingebieten vergleichen. Ich denke, dass man in Serbien nicht genung auf der Valorisierung des Terroirs besteht. Man muss in der Zukunft viel mehr an der Bewahrung der Gesamtheit natürlicher Faktoren eines Weingebiets arbeiten, die einem Wein seinen Charakter verleihen. Man vergißt hier oft, das Wein im Weinberg, und nicht in der Kellerei erzeugt wird. Darauf muss das Hauptgewicht gelegt werden, weil es viel einfacher ist, Qualitätswein aus hochwertige Rohstoffen zu erzeugen.

eKapija: Können wir über Trends in der Önologie sprechen? Es ist offensichtlich, dass es immer mehr Wein mit fruchtigen Noten gibt...

- Es ist zweifellos, dass sich die Tendenzen auf dem internationalen Markt verändern. Es ist, unter anderem, zu einem Generationswechsel gekommen. Junge Menschen trinken immer mehr Wein. Winzer sind bereit, auf Forderungen ihrer neuen Kunden einzugehen, und Bier durch Wein zu ersetzen. Das sind jedenfalls junge, frische Weine mit geringerem Alkoholgehalt, die leicht getrunken werden. Ich stamme, wohne und arbeite im Gebiet, wo Prosecco dominant ist. Prosecco hat Ruhm gewonnen eben weil es sich um einen leichten, frischen Wein handelt, der von Morgen bis Abend getrunken werden kann und keine besonders schweres Essen verlangt. Die Tatsache ist, dass sich der Trend in dieser Richtung bewegt.

eKapija: Ihr Kollege, französischer Önologe Philippe Cambie, sagte uns einmal, der beste Wein ist jener, den man in guter Gesellschaft trinkt, so dass es keine Skala gibt, welch die Qualität messen kann. Was ist ihre Meinung zu diesem Thema?

- Wenn man einen Wein als Experte bewerten muss, sollte er bei der Degustation allein sein. Wenn man einen Wein genießen will, braucht er die Gesellschaft. Wenn man degustiert, trinkt man allein, wenn man genießt, trinkt man in der Gesellschaft.

eKapija: Welcher Wein des Wein-Ateliers "Šapat" die schönsten Gefühle in Ihnen weckt? Welche Weine wählen Sie für sich selbst?

- Wenn es um "Šapat" geht, kann ich sagen, dass alle ihre Weine unbestreitbar gut. Aber, wenn ich etwas nach meinem eigenen Geschmack wählen sollte, würde ich mit schönem, frischem Rose beginnen, dann mit trockenem Merlot fortsetzen und mit dem Wein "Pi" enden.

eKapija: Wenn es um die Qualität der Ausstatung für die Herstellung von Wein geht, haben die Deutschen französische und italienische Hersteller überholt?

- Man muss hier auf bestimmte Unterschiede hinweisen. Es ist Tatsache, dass Franzose die ersten pneumatischen Pressen für Wein gebaut haben sowie dass sie noch immer die besten auf dem Markt sind. Italienische Unternehme haben aber auch ein breites Sortiment, das das ganze Produktionsverfahren, vom Weinstock bis zum Weinglas dekct. Ich will nicht sagen, dass französische und deutsche Hersteller keine gute Ausstattung haben, aber die Deutschen sind viel teuerer, und ich bin nicht siche, dass der höhere Preis die höhere Qualität garantiert. Zwei größte Messen für die Ausstattung für Kellereien werden in Mailand und Paris veranstaltet und niemals in Deutschland. Ich sage das nicht, weil ich Italiener bin (er lacht).

eKapija: Wie finden Sie Weine aus der Neuen Welt? Auf unserem Markt gibt es von Jahr zu Jahr immer mehr Weine aus Chile, Argentinien...

- Ich bin der Meinung, dass wir nicht mehr von der Neuen Welt reden können. Ihr Boom geht langsam zu Ende, und das könnte ihre "Invasion" auf die Alte Welt erklären. Sie versuchen, einen neuen Markt für ihre Weine zu finden. Die Nachfrage nach Weinen aus der Neuen Welt geht langsam zurück. Ihre Weine sind alt und müde, vor allem wegen des Klimas. Ihr Markt wird immer enger, weil es um Weine geht, von denen sie nur ein Glas täglich trinken könne und nicht mehr.

eKapija: Kann der durchschnittliche Weinliebhaber zwischen guten und schlechten Weinen unterscheiden?

- Ich glaube, dass der durchschnittliche Verbrauer, der Wein nicht regelmässig trinkt, Wein mit "es gefällt mir/es gefällt mir nicht" beschreibt. Verbraucher, die Wein regelmässig trinken, können diese Unterschiede spüren, sie können sogar sagen, was ihnen bei einem Wein gefällt und was nicht. Es gibt jedoch nur vier Arten von Wein auf der Welt: guter, schlecher, Rot- und Weißwein.

J.Đ.

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