Quelle: Novosti | Montag, 11.12.2017.| 15:47

Wissenschaftler verwandeln Bier in Benzin-Ersatz

(Fotobogdanhoda/shutterstock.com)
Seit Jahren versuchen Wissenschaftler, effiziente und vor allem umweltverträgliche Kraftstoffe salonfähig zu machen - dennoch bleiben Benzin- und Dieselmotoren die unangefochtenen Spitzenreiter bei Fahrzeugherstellern.

Vielversprechende Alternativen werden oft aufgrund zu hoher Produktionskosten nicht weiter verfolgt. Dieser Umstand könnte sich allerdings schon bald ändern - denn britische Forscher der Bristol University haben einen Weg gefunden, den Stoff mittels handelsüblichem Bier zu gewinnen.

Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler um den federführenden Autor der Studie Professor Duncan F. Wass im "Catalysis Science & Technology"-Journal. Ihr Ziel war, Isobutanol aus dem massig vorhandenen Stoff Ethanol zu gewinnen.

Unter Laborbedingungen wurde dies laut der Webseite der Universität auch bereits in der Vergangenheit bewerkstelligt, allerdings nur mit reinem Ethanol - und dieser muss sehr aufwendig hergestellt werden, was die Lösung alles andere als massentauglich macht.

In unreiner Form ist der Stoff aber in Unmengen vorhanden - auch in Bier und Spirituosen ist Ethanol enthalten. Als Quelle würden sich diese Flüssigkeiten also perfekt anbieten.

Das Problem: Der erhoffte Benzin-Ersatz Isobutanol darf nicht in diesen Maßen mit Wasser oder anderen Unreinheiten in Berührung kommen. Nach jahrelanger Forschung fanden die Wissenschaftler allerdings einen Katalysator, der das Wasser beim Umwandlungsprozess extrahiert - sprich: Sie können jetzt aus Bier einen funktionierenden Kraftstoff machen.

Natürlich werden wir auch in Zukunft kein Bier in unsere Autos tanken. Die Tatsache, dass das Experiment aber geglückt ist, wäre ein wichtiger Schritt, um die Technologie auch auf größerer Ebene mit industriellen Stoffen funktionsfähig zu machen.

Wie das gelingen soll, steht allerdings noch in den Sternen. Laut der Webseite der Universität in Bristol könnten die weiteren Forschungen im Idealfall demnach etwa fünf Jahre andauern. Folglich müssen wir uns wohl noch eine ganze Weile gedulden, bis wir von dem neuen Gemisch Gebrauch machen könnten.

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